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Floridsdorf ist erstklassig

Im Duell zweier Regionalligameister hat sich der Floridsdorfer Athletiksport-Club Team für Wien (FAC) am Donnerstag klar als stärker erwiesen. Die Wiener besiegten Austria Salzburg im Rückspiel der Relegation auswärts mit 3:0 und stiegen mit dem Gesamtscore von 5:2 erstmals in die Erste Liga auf.

Sargon Duran brachte den FAC Team für Wien nach 20 Minuten in Führung. Patrick Haas erhöhte nach 50 Minuten, den Endstand fixierte Michael Pittnauer (61.). Für den FAC stellt der Sieg den größten Erfolg der Geschichte dar. Zwar feierte der Floridsdorfer AC 1918 den Gewinn einer Meisterschaft, der Club fusionierte aber im Juni 2007 mit dem PSV Team für Wien und trat fortan unter dem neuen Namen FAC Team für Wien an.

Das Höchste der Gefühle war bisher in der Regionalliga-Ost-Saison 2007/08 der Vizemeistertitel, nun gelang nach dem Meistertitel (sieben Punkte vor den Austria Amateuren) auch tatsächlich der Aufstieg in den Profifußball. Dort war der Vorgängerclub FAC schon einmal eine fixe Größe. 1904 gegründet, kürte sich der Verein 1918 vor Rapid zum Ligameister, 1916, 1917 und 1944 reichte es zum Vizemeistertitel.

Wiener brandgefährlich

Im ausverkauften MyPhone Austria Stadion in Salzburg starteten die Gastgeber vor fast 3.000 Besuchern gut, die Wiener waren allerdings in einer sehr flotten Begegnung im Konter brandgefährlich. Je länger die erste Hälfte dauerte, umso besser wurden die Gäste. Nach einem Eckball und einer Kopfballverlängerung beförderte Duran den Ball aus kürzester Distanz über die Linie (20.). Pittnauer (34.) und Martin Demic (35.) hätten die FAC-Führung ausbauen können, ließen aber die nötige Effizienz vermissen. Auf der Gegenseite deutete Lukas Katnik erstmals seine Gefährlichkeit an, sein Schuss landete an der Oberkante der Latte (37.).

FAC jubelt

GEPA/Felix Roittner

Eine geschlossene Mannschaftsleistung brachte dem FAC den größten Erfolg

Nach dem Seitenwechsel starteten die Hausherren mit viel Dampf, es war aber wieder Katnik, dem bei einer Doppelchance (48., 49.) die Kaltschnäuzigkeit fehlte. Das rächte sich prompt. Haas ließ Salzburg-Goalie Stefan Ebner nach einem Konter mit einem Linksschuss keine Chance (50.). Elf Minuten später waren die letzten Austria-Hoffnungen endgültig dahin. Diesmal gab Haas den Assistgeber, und Pittnauer schoss ins kurze Eck ein (61.).

Violetter Höhenflug gestoppt

Die Angriffsbemühungen der Hausherren blieben unbelohnt, und die Wiener waren im Konter dem vierten Treffer nahe und durften sich somit über einen verdienten Aufstieg freuen. Für Austria Salzburg wurde die Neugründung hingegen noch nicht belohnt. Im Jahr 2005 hatten Red Bull und Dietrich Mateschitz den finanziell maroden Club zur Freude von Anhängern und Präsident Rudolf Quehenberger übernommen. Auf die anfängliche Euphorie folgte die baldige Erkenntnis, dass sich der Getränkekonzern den Verein vorwiegend wegen der Bundesliga-Lizenz einverleibt hatte. Die seit über 70 Jahren bestehenden Vereinsfarben wurden geändert, das Gründungsjahr 1933 aus den Annalen gestrichen.

Im Herbst 2005 waren die Fans heimatlos – und versuchten in ihrer Verzweiflung einen violetten Neubeginn in Kooperation mit dem Polizeisportverein Schwarz-Weiß Salzburg in der vierten Leistungsstufe. Als auch dieses Experiment scheiterte, entschieden sich die Anhänger 2006 für eine komplette Neugründung des Clubs als Sportverein Austria Salzburg - und damit auch für den bitteren Gang in die siebente und niedrigste Leistungsstufe.

Der Höhenflug durch die unterklassigen Spielstufen endete vorerst in der Relegation um den Aufstieg in die Erste Liga. Für Coach Miro Polak war es die letzte Partie auf der Trainerbank, auch die Fans hielt es nicht auf den Sitzen: Sie sangen trotz des 0:3 minutenlang „You’ll never walk alone“ und feierten ihre Spieler.

Erste Liga, Relegation, Rückspiel:

Donnerstag:

Austria Salzburg - FAC 0:3 (0:1)

Tore: Duran (20.), Haas (50.), Pittnauer (60.)

Hinspiel: 2:2, FAC mit dem Gesamtscore von 5:2 weiter

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