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Kein Vorteil für Lokalmatadore

Elf Jahre nach dem Abschied 2003 kehrt die Königsklasse am Wochenende in die Steiermark zurück. Die neue Rennstrecke in Spielberg ist der alten ähnlich, die Begeisterung ist genau so groß. Dass kein Österreicher am Start ist, vermochte die Vorfreude der Fans nicht zu trüben.

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Immerhin gibt es mit Red Bull Racing quasi ein österreichisches Team, dem man die Daumen drücken kann. Denn österreichische Erfolge beim Heim-GP waren in der Vergangenheit die Ausnahme. Dabei geht ein Heimsieg bei den Piloten über alles, wie auch Gerhard Berger bestätigte.

Der Tiroler hatte mehrmals vergeblich versucht, daheim zu gewinnen und 1986 sogar zum tragischen Helden geworden war. Berger war in seinem Benetton-Dienstwagen der überlegene Mann, eine defekte Elektrik kostete ihm aber den sicher scheinenden Triumph. Berger klebte vier endlose Runden an der Box. Danach bleiben ihm nur noch die Trostpreise: schnellste Rennrunde und Platz sieben.

Gerhard Berger in seinem Benetton Renault dreht sich 1997 auf dem A1 Ring in Spielberg

AP/Gerhard Gradwohl

1997 wurde Berger nach einem Dreher in Runde eins Zehnter

Lauda als Ausreißer nach oben

Den Sieg, seinen dritten in Österreich, holt sich im selben Rennen Alain Prost. Der Franzose ist damit bis heute Rekordsieger des Österreich-GP, gefolgt vom Deutschen Michael Schumacher, der 2002 und 2003 gewann. Als bis dato einziger Österreichischer Sieger ging Niki Lauda in die Spielberg-Annalen ein. Dreimal war er von der Poleposition gestartet (1974, 1975, 1977), als Erster passierte er die Ziellinie aber erst sieben Jahre später, nachdem er davor einmal Zweiter und dreimal Dritter geworden war.

1984 schlug Lauda die große Stunde. Der Wiener jubelte im McLaren-Turbo vor 100.000 Landsleuten, obwohl im Finish das Getriebe Probleme bereitet. Sein Stall- und WM-Rrivale Prost drehte sich auf einem Ölfleck ins Aus. Lauda wurde am Ende zum dritten und letzten Mal in seiner Karriere Weltmeister - mit dem knappsten Vorsprung aller Zeiten. Die Punkte in Spielberg hätten zu den wichtigsten seiner WM-Karriere gezählt, sagte Lauda später.

Spielberg letztes Rennen von Rindt

Dem legendären Jochen Rindt hingegen war wie Berger ein Heimsieg verwehrt geblieben. Dabei hatte er im Jahr 1970 bei der Premiere auf dem neu errichteten Österreich-Ring in Spielberg seinen Lotus als WM-Führender auf die Poleposition gestellt. Doch nach einem Motorschaden musste Rindt sein Cockpit bereits nach wenigen Runden räumen - zur Freude von Ferrari, das durch Jacky Ickx und Clay Regazzoni einen Doppelsieg feiern sollte.

Der Österreich-Grand-Prix war Rindts letztes Formel-1-Rennen. Knapp drei Wochen später, am 5. September 1970, verunglückte der stets für Österreich fahrende, gebürtige Deutsche im Training für den Italien-Grand-Prix in Monza, dem letzten Saisonrennen, tödlich und wurde danach zum ersten und bisher einzigen Posthum-Weltmeister in der Formel 1, weil er zuvor fünf Rennen gewonnen hatte. Daheim gewann er auch in den Jahren davor nie.

Glücklos auf heimischem Asphalt

Auf eine Karriere ohne Heimsieg blicken auch andere österreichische Piloten zurück: Alexander Wurz etwa, der bei seinen drei Auftritten in Spielberg in seinem Benetton Neunter (1998), Fünfter (1999) und Zehnter (2000) geworden war. Roland Ratzenberger verunglückte gleich in seiner ersten Saison - 1994 beim Qualifying in San Marino. Er war in Österreich nie am Start. Jo Gartner, der 1986 beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans starb, schied 1984 bei Laudas Sieg in Spielberg aus.

Vor Gartner und Ratzenberger hatte schon Helmut Koinigg sein Leben auf der Rennstrecke gelassen - 1974 bei einem tragischen Unfall beim US-GP in Watkins Glenn. Beim Österreich-GP davor, seinem F1-Debüt, hatte er im selben Jahr als Trainingsletzter die Qualifikation für das Rennen verpasst. Ein weiterer F1-Österreicher, der Tiroler Hans Binder, kam wiederum auf zwei Österreich-Starts, blieb dabei aber ohne zählbaren Erfolg.

Und Helmut Marko? Der nunmehrige Motorsportdirektor von Red Bull wurde 1971 mit zwei Runden Rückstand immerhin Elfter - Dieter Quester, der drei Jahre nach Marko ausgerechnet in Österreich sein erstes und einziges Formel-1-Rennen bestritt, sogar Neunter. Während der Karrieren von Karl Wendlinger (1991, 1995), Christian Klien (2004 - 2006, 2010) und Patrick Friesacher (2005) hatte der Österreich-GP Pause.

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