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Fünfjahresvertrag für WM-Buhmann

Der FC Liverpool und der FC Barcelona, aktuelle Vizemeister in England bzw. Spanien, haben am Freitag den Transferhit des Sommers verkündet. Uruguays derzeit gesperrter Stürmerstar Luis Suarez wechselt von den „Reds“ zu den Katalanen. Laut englischen Medienberichten beträgt die Ablösesumme umgerechnet 95 Millionen Euro und die Vertragslaufzeit bei Barca fünf Jahre.

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Suarez, der wegen seiner Beißattacke im WM-Gruppenspiel gegen Italien gegen Verteidiger Giorgio Chiellini für neun Pflichtländerspiele und vier Monate für sämtliche Fußballaktivitäten gesperrt wurde, schoss in insgesamt 110 Partien für Liverpool 69 Tore. Der 27-Jährige wird beim FC Barcelona an der Seite von Lionel Messi und Neymar das wohl prominenteste Offensivtrio im Welt-Clubfußball bilden.

Liverpools Luis Suarez mit seinen Kindern Benjamin und Delfina

Reuters/Phil Noble

Abschied für die Familie Suarez von der Anfield Road

Stimmen die Medienberichte über die Ablöse von 95 Millionen Euro, wäre Suarez’ Transfer wahrscheinlich der teuerste aller Zeiten. Den offiziellen Rekord hält seit 2009 Cristiano Ronaldo, dessen Wechsel von Manchester United zu Real Madrid den Spaniern 94 Millionen Euro wert war. Im Vorjahr wechselte Gareth Bale ebenfalls um eine ähnliche Summer von den Tottenham Hotspurs zu Real. Die Berichte schwankten zwischen 91 und 100 Mio. Euro, eine offizielle Zahl gab es aber nie.

Auch der Transfer von Brasiliens Superstar Neymar kostete den FC Barcelona nicht bestätigten Vermutungen zufolge 2013 über 90 Millionen Euro. In Spanien war allerdings nicht von 75 Mio. Pfund, sondern von 75 Mio. Euro die Rede. Damit wäre der Wechsel von Suarez hinter den Transfers von Bale, Cristiano Ronaldo, Neymar und Zlatan Ibrahimovic, der 2009 um kolportierte 76,5 Mio. Euro von Inter Mailand nach Barca wechselte, nur noch an fünfter Stelle und läge gleichauf mit dem Wechsel von Zinedine Zidane von Juventus zu Real (2001). Erst am Vortag hatte Barcelona Chile-Stürmer Alexis Sanchez für fast 40 Mio. Euro an Arsenal verkauft.

Suarez-Anwälte wollen CAS anrufen

Nach dem Scheitern des Einspruchs gegen die FIFA-Strafe für Suarez wollen dessen Anwälte nun vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ziehen. „Es gibt einen Weg zu gehen. Wir glauben, dass eine Wende möglich ist“, sagte der Jurist Alejandro Balbi am Donnerstag (Ortszeit) in Montevideo. Balbi gehört dem Exekutivkomitee des uruguayischen Fußballverbandes (AUF) an. Er setze große Hoffnung in den CAS in Lausanne, weil es sich dabei um ein unabhängiges Gericht handle. Es habe dort bereits erfolgreiche Einsprüche gegeben.

Die FIFA hatte mitgeteilt, dass ihre Berufungskommission die Entscheidung der Disziplinarkommission vom 25. Juni bestätigt habe. Damit ist Suarez nicht nur für die komplette Copa America 2015 gesperrt, sondern fehlt auch mindestens in den ersten beiden Qualifikationsspielen zur WM 2018 - je nachdem, wie Uruguay bei der Copa spielt.

Knapp am Titel vorbei

Suarez ist ein Wiederholungstäter. Schon in seiner Zeit bei Ajax Amsterdam und bei Liverpool hat er jeweils einen Gegenspieler gebissen und dafür saftige Sperren ausgefasst. Nach England wechselte der Stürmer im Jänner 2011. 26,5 Millionen Euro zahlten die „Reds“ damals für den „Beißer“ an Ajax, nun verlässt er den Club für ein Vielfaches. „Ich bin sehr stolz, meinen Teil beigetragen zu haben, Liverpool wieder an die Spitze zu führen“, sagte er zum Abschied.

Beinahe hätten Suarez’ Tore Liverpool im Vorjahr den ersten Meistertitel seit 24 Jahren beschert. „Der Club hat alles getan, um mich zu halten. Aber in Spanien, wo die Familie meiner Frau lebt, zu leben und zu spielen, ist ein lebenslanger Traum“, erklärte der Superstar. „Das war immer mein Ziel. Ich denke, jetzt passt das Timing.“ Die Familie seiner Frau Sofia Balbi war 2003 aus Uruguay nach Barcelona ausgewandert.

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