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Souveräne Vorstellung wird belohnt

Der SKN St. Pölten hat die Sensation geschafft: Der Erstligist feierte in der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League am Donnerstag zu Hause gegen Botew Plowdiw aus Bulgarien einen 2:0 (1:0)-Erfolg und stieg nach dem 1:2 im Hinspiel in die dritte Runde auf. Daniel Segovia wurde mit einem Doppelpack zum Matchwinner für die St. Pöltner.

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Vor 4.250 Zuschauern in der NV Arena gelang den Niederösterreichern ein Blitzstart. Bereits nach fünf Minuten brachte Segovia St. Pölten auf die Siegesstraße. Mit dem 2:0 in der 55. Minute sorgte der Spanier bei der Europacup-Heimpremiere für den Aufstieg. St. Pölten hatte Plowdiw über 90 Minuten klar im Griff.

Während die Niederösterreicher mehrere Großchancen ungenützt ließen, waren die Bulgaren bei der Abwehr abgemeldet. Als Lohn für den ersten Aufstieg eines österreichischen Erstligisten im Europacup winkt nun ein Leckerbissen. In der dritten Runde geht es gegen den niederländischen Topclub PSV Eindhoven.

Jubelt von Daniel Lucas Segovia (St. Pölten)

GEPA/Walter Luger

Daniel Segovia ließ sich bei seiner Auswechslung gebührend feiern

St. Pölten gelingt Traumstart

St.-Pölten-Trainer Herbert Gager hatte seine Formation im Vergleich zum Hinspiel in Bulgarien etwas umgebaut. Mit Gary Noel und David Stec begannen diesmal zwei Akteure, die im Hinspiel zu Beginn nur auf der Bank gesessen waren. Vor allem Noel sollte dabei Segovia in der Offensive unterstützen. Immerhin galt es einen 1:2-Rückstand aus dem ersten Spiel aufzuholen. Das wussten auch die Zuschauer. Einige trommelten sich schon eine Stunde vor Anpfiff für das erste Europacup-Heimspiel der Vereinsgeschichte warm. Auch rund 50 Fans aus Bulgarien hatten sich unter das Publikum gemischt.

Und St. Pölten wollte sich die historische Chance zum Aufstieg nicht entgehen lassen. Die Niederösterreicher machten in der Anfangsphase ordentlich Druck. Bereits nach vier Minuten hätte es 1:0 für den Erstligisten stehen können. Zuerst scheiterte Konstantin Kerschbaumer aus guter Position, kurz darauf traf Noel bei einem Volleyversuch den Ball nicht richtig. Plowdiw war von der Offensive der Niederösterreicher eindeutig überrascht.

Und in der sechsten Minute wich die Überraschung dem blanken Entsetzen. Denn der Ball lag im bulgarischen Tor. Torjäger Segovia setzte nach einem Eckball den Ball per Kopf punktgenau in die Maschen und ließ nicht nur Trainer Gager an der Seitenlinie in Ekstase verfallen. Das war genau der Traumstart, den sich St. Pölten erhofft hatte. Mit einem Schlag war Plowdiw draußen. Der Führungstreffer war mehr als verdient. Kurz vor dem Eckball war ein Schuss von Stec erst knapp vor der Linie weggeschlagen worden.

Daniel Lucas Segovia (St Pölten) trifft per Kopf

GEPA/Walter Luger

Wie schon im Hinspiel war Daniel Segovia auch in St. Pölten per Kopf zur Stelle

Gastgeber bleiben gefährlich

Mit der Führung im Rücken zog sich St. Pölten etwas zurück, die Bulgaren versuchten die Initiative zu ergreifen. Gefährlicher blieben aber die Niederösterreicher. Ein Kopfball von Noel ging knapp daneben (14.), und vier Minuten später stürmte Segovia nach einem Konter unbedrängt Richtung Tor, doch der Spanier entschied sich für einen Haken und gegen einen Schuss - eine falsche Entscheidung. Plowdiws Angriffe blieben derweil in der niederösterreichischen Abwehr hängen.

Nach einer halben Stunde mussten die mitgereisten Plowdiw-Fans noch immer auf den ersten Torschuss ihrer Mannschaft warten. St. Pölten war dem zweiten Treffer deutlich näher als die Bulgaren dem Ausgleich. Die Niederösterreicher agierten im Abschluss allerdings ein wenig nachlässig. Vor allem Noel hatte sein Visier noch nicht richtig eingestellt. Mit 1:0 ging es auch in die Pause. Erstens weil ein Freistoß von Marcel Holzmann aus rund 30 Metern knapp über das Tor ging und zweitens weil die Bulgaren zwar dann doch zwei Torschüsse abgaben, die aber weit daneben gingen.

Segovia legt nach

Dass Trainer Gager zur Pause nicht wechselte, war aufgrund der ersten Hälfte keine Überraschung. Auch Plowdiw kam mit der gleichen Besetzung wie in Hälfte eins aus der Kabine, nur die Einstellung der Bulgaren hatte sich etwas geändert. Die Gäste agierten nun deutlich aggressiver und versuchten das Spiel an sich zu reißen. St. Pölten wartete ab. Das war zwar ein Spiel mit dem Feuer, doch den Bulgaren fiel gegen die gut stehende Abwehr weiter nicht viel ein.

Und weil Plowdiws Abwehr das genaue Gegenteil zu St. Pölten ablieferte, stand es plötzlich 2:0 für die Hausherren - und das nach dem ersten Angriff in der zweiten Hälfte. Dominik Hofbauer schlug einen Stanglpass von der linken Seite unbedrängt zur Mitte, kein Bulgare, auch nicht Goalie Adam Stachowiak, wollte ihn wegschlagen - und Segovia sagte aus einem Meter Danke (55.). Jetzt benötigte Plowdiw bereits ein Tor, um sich zumindest in die Verlängerung zu retten.

Vergebene Matchbälle ohne Konsequenz

Mit dem zweiten Treffer war auch die Spielfreude bei den St. Pöltnern zurückgekehrt. Gagers Mannen spürten, dass die Gäste angeschlagen in den Seilen hingen. St. Pölten drängte auf den K.-o.-Schlag. Einzig er wollte nicht gelingen. Plowdiw blieb im Spiel, konnte aber weiter keine zwingenden Chancen kreieren. In der 77. Minute hatte der eingewechselte Bernhard Fucik den ersten Matchball auf dem Fuß, doch der Stürmer schoss, nachdem ihm ein Bulgare den Ball im Strafraum serviert hatte, das Leder in die Wolken.

Die Zeit konnte den Niederösterreichern nicht schnell genug vergehen. Der erlösende dritte Treffer wollte einfach nicht fallen. Das lag in der Schlussphase vor allem an Goalie Stachowiak, der eine sehenswerte Einzelaktion von Kerschbaumer und damit den nächsten Matchball mit einem Wahnsinnsreflex zunichtemachte (80.). Weil Plowdiw aber bis zum Schluss nicht mehr gefährlich vor das Tor kam, brachten die St. Pöltner das 2:0 über die Zeit. Schiedsrichter Jovan Kaludjerovic aus Montenegro sorgte mit dem Schlusspfiff für Gewissheit: St. Pölten bleibt zumindest eine weitere Runde europäisch.

Karl Huber, ORF.at aus St. Pölten

Europa-League-Qualifikation, zweite Runde, Rückspiel

Donnerstag:

St. Pölten - Botew Plowdiw 2:0 (1:0)

NV-Arena, SR Kaludjerovic (MNE)

Torfolge:
1:0 Segovia (6.)
2:0 Segovia (55.)

St. Pölten: Kostner - Wisio, Huber, Grasegger - Holzmann, Hofbauer (90./Ambichl), Parada, Kerschbaumer, Stec - Noel (68./Fucik), Segovia (86./Hartl)

Plowdiw: Stachowiak - Hristow, Luchin, Kolew, Filipow - Jirsak - Gamakow (83./Jusein), Zwetkow, Wasew (59./Curtean), Ognjanow (77./Marin) - Tschuntschukow

Gelbe Karten: Stec, Segovia

Die Besten: Segovia, Holzmann, Kerschbaumer, Stec bzw. Keine

Hinspiel: 1:2 - St. Pölten mit dem Gesamtscore von 3:2 weiter

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