Proteste gegen Kunstrasen bei Frauen-WM
Gegen die Fußball-WM der Frauen 2015 in Kanada auf Kunstrasenplätzen hat sich heftiger Widerstand erhoben. In einem dreiseitigen Anwaltsbrief an den Weltfußballverband (FIFA) wird dieses Vorhaben nun als „diskriminierend“ und „menschenrechtsverletzend“ bezeichnet und Klage angedroht. Ein Boykott steht aber offenbar nicht im Raum.
In dem mit 28. Juli datierten Schreiben an die FIFA sowie die Kanadische Soccoer Association haben Topspielerinnen wie Abby Wambach (USA) und die Deutsche Nina Angerer sowie Coaches aus vielen Ländern ihre Sorge geäußert, eine WM auf Kunst- statt auf Naturrasen würde u. a. ein höheres Verletzungsrisiko mit sich bringen. Die Endrunde 2015 geht von 6. Juni bis 5. Juli 2015 in Vancouver, Edmonton, Winnipeg, Ottawa, Montreal und Moncton mit 24 Mannschaften über die Bühne. Bis auf Moncton haben die Stadien der sechs Städte Kunstrasenplätze.
Der Vorschlag sei diskriminierend und verletze kanadisches Gesetz, heißt es in dem Brief, in dem Spielerinnen aus vielen Ländern eine „zweitklassige Behandlung“ beklagen. Bisher wurden alle WM-Endrunden auf Naturrasenplätzen ausgetragen, Änderungen sind auch bei den Männern nicht geplant.
Sollte die zuständige Organisation nicht einen sinnhaften Dialog beginnen, wie man diese diskriminierende Behandlung weiblicher Spieler ändere, sei man für rechtliche Schritt bereit und überzeugt, damit erfolgreich zu sein, heißt es in dem Schreiben sinngemäß. Bei beiden Verbänden bestätigte man den Eingang des Briefes, wollte diesen aber vorerst nicht kommentieren.