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Kalte Dusche nach Führungstreffer

Viermal ist Rapid seit Einführung der UEFA Europa League im Play-off angetreten, viermal ist auch der Sprung in die Gruppenphase gelungen. Nach einem 1:2 (0:0) im Hinspiel bei HJK Helsinki müssen die Hütteldorfer beim fünften Anlauf aber um den Aufstieg bangen. Dabei lag das Team von Zoran Barisic beim finnischen Meister bereits voran, kassierte danach aber gleich zwei kalte Duschen.

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Louis Schaub, der seit über zehn Monaten auf einen Torerfolg wartete, brachte Rapid im mit 6.100 Zuschauern nicht ausverkauften Sonera Stadium von Helsinki in der 58. Minute in Führung. Helsinki kämpfte sich allerdings zurück und entschied das Spiel durch Treffer von Robin Lod (63.) und Tim Väyrynen (73.) noch für sich. Für die Wiener ist trotz erneut enttäuschender Leistung dank des Auswärtstors noch alles möglich, allerdings benötigen sie für den Aufstieg in die Gruppenphase am 28. August (20.30 Uhr, live in ORF eins im Happelstadion) unbedingt einen Sieg.

Neuzugang Beric kehrt ins Sturmzentrum zurück

Bei der Aufstellung verzichtete Barisic auf große Experimente. Während Neuzugang Robert Beric nach seiner Sperre ins Sturmzentrum zurückkehrte, stand auch Kapitän Steffen Hofmann nach seiner leichten Gehirnerschütterung wieder zur Verfügung. Statt des angeschlagenen Florian Kainz lief Stefan Schwab auf. Der Knoten endlich platzen sollte auch wieder Schaub, hatte der 19-Jährige doch im Vorjahr gegen Tripolis (dritte Qualirunde) und Dila Gori (Play-off) mit insgesamt vier Treffern maßgeblichen Anteil an Rapids Einzug in die EL-Gruppenphase. Seit damals wartet Schaub allerdings auf einen weiteren Torerfolg auf internationaler Ebene.

Jubel von Rapid

GEPA/Josef Bollwein

Dank des Treffers von Schaub ist für Rapid in der EL noch alles möglich

Helsinki konnte hingegen auf seinen neuen Torhüter Toni Doblas zurückgreifen. Die Freigabe des italienischen Verbandes sei rechtzeitig eingetroffen, der Spanier bereits bei der UEFA angemeldet. Das bestätigte ein Clubsprecher am Mittwochabend in Helsinki. Doblas war vergangene Woche vom SSC Napoli zu HJK gewechselt. Bei den Italienern war er zuletzt ein halbes Jahr Ersatztorhüter. In Helsinki soll der 34-Jährige den langzeitverletzten Dänen Michael Törnes als Stammkeeper ersetzen. Verzichten musste HJK-Trainer Mika Lehkosuo wegen Knieproblemen allerdings auf Kapitän Teemu Tainio. Gesetzt war indes Ex-Rapidler Markus Heikkinen in der Abwehr.

600 Rapid-Fans hoffen auf Wende

Der finnische Titelverteidiger und überlegene Tabellenführer der heimischen Veikkausliiga, der in der dritten CL-Qualirunde an Apoel Nikosia hängengeblieben war, konnte vor rund 600 mitgereisten Rapid-Anhängern auf den Vorteil des für die Hütteldorfer nicht gerade beliebten Kunstrasens bauen. Im Vorjahr hatte Rapid zum Auftakt der Gruppenphase beim FC Thun (0:1) auf ähnlichem Terrain eine enttäuschende Vorstellung abgeliefert. Barisic ließ seine Truppe deshalb vorsichtshalber bereits in Wien auf dem ungewohnten Geläuf trainieren.

Eine Vorbereitung, die durchaus Sinn hatte, legte man in der Liga doch mit fünf Punkten in fünf Spielen einen klassischen Fehlstart hin. Seit drei Runden wartet man bereits auf einen Sieg. Der Grundstein für den Einzug in die EL-Gruppenphase sollte vor dem Wiener Derby am Sonntag in der Generali-Arena also zumindest vorerst wieder für etwas Ruhe sorgen. Den Finnen „so wenig Möglichkeiten“ wie möglich geben, lautete kurz vor Anpfiff deshalb auch die Marschroute von Barisic. Entsprechend bemüht ging seine Auswahl auch ans Werk, die Durchschlagskraft ließ man allerdings vermissen.

Rapid bestimmt die Anfangsphase

Helsinki lief dem Ball zunächst hinterher, zumal die Rapidler diesen geschickt in den eigenen Reihen zirkulieren ließen und das Spiel von Beginn an kontrollierten. Das Spielgeschehen verlagerte sich zusehends in die Hälfte der Hausherren. Zählbares schaute für die Gäste aus Hütteldorf dabei allerdings nicht heraus. Die Hausherren tauchten nur sporadisch vor dem Tor von Jan Novota auf, offenbarten dann aber die Abwehrschwächen der Rapidler. Schüsse von Demba Savage (15.) und Nikolai Alho (17.) nach Fehlern von Mario Pavelic bzw. Hofmann konnte der Rapid-Goalie allerdings mehr oder weniger souverän parieren.

Immerhin schien Helsinki damit zur Erleichterung der heimischen Fans nach rund einer Viertelstunde in der Partie angekommen zu sein. Am Spielgeschehen änderte sich im Großen und Ganzen allerdings nichts. Rapid ließ Ball und Gegner laufen, der erhoffte Tempofußball und die letzte Durchschlagskraft ließen aber auf sich warten. Wie es gehen könnte, zeigt dann Schaub. Der 19-Jährige nahm auf der rechten Seite Fahrt auf, ließ einige Gegenspieler aussteigen und legte mustergültig auf Brian Behrendt auf. Der Deutsche jagte den Ball von der Strafraumgrenze aber weit über das Tor (33.).

Schrammel kratzt Ball von der Linie

Heikel wurde es dafür auf der Gegenseite. Mario Sonnleitner und Pavelic ließen sich von Macoumba Kandji an der Strafraumgrenze düpieren, der Ball landete bei Robin Lod, dessen von Novota abgefälschter Schuss von Thomas Schrammel gerade noch von der Linie gekratzt werden konnte (36.). In die Pause entlassen wurde die Spieler dann allerdings doch noch mit einer Halbchance für die im Abschluss harmlosen Rapidler. Stefan Schwab scheiterte aus extrem spitzem Winkel an Doblas (44.).

Auch nach der Pause nahmen beide Mannschaften wieder ihre gewohnten Rollen ein. Helsinki suchte sein Glück in einer gesicherten Abwehr und setzte weiter auf schnelle Gegenstöße. Rapid versuchte dem Spiel seinerseits seinen Stempel aufzudrücken, suchte aber vorerst vergeblich nach dem dringend benötigtem Spielwitz. Ein zu schwach ausgefallener Kopfball von Behrendt nach einem Eckball zählte zu den ersten Höhepunkten (48.). Einen Schuss von Schwab (53.) nach flacher Hereingabe von Hofmann konnte Doblas klären.

Schaub-Erlösung und kalte Dusche

Für die Erlösung sorgte dann ausgerechnet Schaub. Nach einem Blackout von Alho, der den Ball per Ferse aus dem Gefahrenbereich befördern wollte, erkämpfte sich Schrammel den Ball. Schaub übernahm, zog in den Strafraum und schlenzte den Ball unhaltbar für Doblas ins lange Eck (58.). Doch die Erleichterung wich nur kurze Zeit später der Ernüchterung eines folgenschweren Stellungsfehlers. Lod konnte ungehindert und unter Beobachtung der gesamten Rapid-Defensive Richtung Tor ziehen und mit einem satten Schuss aus gut 25 Metern ins rechte Kreuzeck praktisch im Gegenzug ausgleichen (63.).

Robert Beric (Rapid) ist enttäuscht

APA/Roland Schlager

Für Rapid geht das Zittern in einer Woche beim Rückspiel in Wien weiter

Und Helsinki spürte, dass nun mehr drinnen war und wollte den Makel des kassierten Auswärtstreffers der Rapidler unbedingt ausmerzen. Während die Rapidler sichtlich angeschlagen wirkten, schaltete das Team von Lehkosuo offensiv einen Gang höher und wagte sich immer öfter nach vorne. Und die Offensivbemühungen der Hausherren wurden kurz vor Beginn der Rapid-Viertelstunde auch belohnt. Ein Schuss von Einwechselspieler Erfan Zeneli blieb zunächst in der Abwehr hängen, landete aber direkt vor den Beinen von Väyrynen, dessen Volleyschuss abgefälscht wurde und unhaltbar für Novota zum 2:1 im Tor landete (74.).

In der Schlussphase versuchte Barisic mit den Einwechselungen von Dominik Starkl für Hofmann und Kainz für Schwab noch einmal für frischen Wind zu sorgen. Doblas hielt den Sieg für Helsinki aber fest. Für die Grün-Weißen setzte es schlussendlich eine bittere Niederlage, die für das Rückspiel allerdings noch alles offen lässt.

Wolfgang Rieder, ORF.at

Europa League, Play-off-Hinspiel

Donnerstag:

HJK Helsinki - Rapid Wien 2:1 (0:0)

Sonera Stadium, 6.153 Zuschauer, SR Özkahya (TUR)

Torfolge:
0:1 Schaub (58.)
1:1 Lod (63.)
2:1 Väyrynen (74.)

Helsinki: Doblas - Sorsa (75./Baah), Moren, Heikkinen, Lampi - Perovuo, Lod - Alho (71./Zeneli), Väyrynen (92./Heikkilä), Savage - Kandji

Rapid: Novota - Pavelic, Sonnleitner, Dibon (64./M. Hofmann), Schrammel - Behrendt, Wydra - St. Hofmann (78./Starkl), Schwab (91./F. Kainz), Schaub - Beric

Gelbe Karten: Heikkinen bzw. Dibon, Schaub

Die Besten: Lampi, Lod bzw. Schaub, Dibon

Rückspiel am 28. August (20.30 Uhr, live in ORF eins) im Ernst-Happel-Stadion in Wien, Aufsteiger in der Gruppenphase

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