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Erneuter Einbruch gegen Deutschland

Österreichs Basketball-Herren ist die Sensation nicht geglückt: Das ÖBV-Team unterlag am Sonntagnachmittag in der EM-Qualifikation in Hagen der deutschen Auswahl mit 69:88 (41:45). Die Chancen, an der Endrunde 2015 teilzunehmen, sind damit nur noch gering. Am Mittwoch in Polen müsste ein sehr deutlicher Sieg her.

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Seit 1977 war Österreich bei keiner Basketball-EM dabei. Vor ebenfalls 37 Jahren hatte es den letzten Sieg gegen Deutschland gegeben, was auch am Sonntag so blieb, weil die Gastgeber vor 3.052 Zuschauern ihr „Spiel der letzten Chance“ im Schlussviertel für sich entschieden.

Jubel der deutschen Basketballer

APA/dpa

Die Deutschen gewannen ihr „Spiel der letzten Chance“

Führung nach drei Vierteln

Die DBB-Auswahl hatte vom Aufwurf weg die Oberhand und lag nach zehn Minuten 28:15 voran. Aber die Österreicher hielten dagegen, kamen im zweiten Abschnitt zweimal auf einen Zähler heran. Zur Halbzeit - 41:45 aus ÖBV-Sicht - war die Partie völlig offen.

Im dritten Viertel verbuchte Team Austria zunächst den Ausgleich (46:46) und nach einem Dreipunkter von Thomas Schreiner die erste Führung im Spiel - 56:54. Bei Deutschland war in dieser Phase fast ausschließlich NBA-Profi Dennis Schröder korbgefährlich. Nach einem zwischenzeitlichen 63:59 ging es mit 63:62 für Österreich ins Schlussviertel. Aber die letzten zehn Minuten gehörten ganz klar den Gastgebern. Das ÖBV-Team hatte alles gegeben und konnte nicht mehr zusetzen. Deutschland beendete das Spiel mit einem 13:0-Run. Beste Werfer der Verlierer waren Center Rasid Mahalbasic (17 Punkte), Jozo Rados (12) und Thomas Schreiner (11). Die Sieger wurden von Schröder (24) angeführt, der viereinhalb Minuten vor Schluss angeschlagen vom Feld musste.

„Kopflos geworden“

Österreichs Chance auf den ersten Erfolg gegen den großen Nachbarn seit 1977 schien im Vorfeld so groß wie lange nicht. Bei Deutschland hatte nach zwei Niederlagen gegen Polen und - dazwischen - dem erst in der Schlussphase mit einem 21:0-Run sichergestellten 77:64-Erfolg gegen das ÖBV-Team in Schwechat massive Verunsicherung geherrscht. Aber die DBB-Auswahl hielt dem Druck stand.

ÖBV-Teamchef Werner Sallomon kommentierte das 6:26-Debakel im Schlussviertel mit der Feststellung, dass sein Team „kopflos geworden“ sei. Man habe den Game-Plan und damit auch die Ordnung verloren. „Wir haben aus den Fehlern im Heimspiel nichts gelernt“, gestand Kapitän Schreiner ein. „Das Ergebnis war wieder eine Niederlage.“ Es fehle einfach auch an Erfahrung, meinte Mahalbasic zerknirscht.

Kantersieg gegen Polen nötig

Um doch noch die EM-Endrunde 2015 erreichen zu können, müsste Österreich das abschließende Qualifikationsspiel in Lubin am Mittwoch (20.00 Uhr, live in ORF Sport +) gegen Polen mit 21 Punkten Differenz gewinnen. Weil aber neben den sieben Gruppensiegern nur die sechs besten Zweiten weiterkommen, könnte selbst ein Erfolg in dieser Höhe zu wenig sein.

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