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Laut „L’Equipe“ selbstständige Atmung

Die Formel 1 steht unter Schock und bangt um das Leben des Marussia-Piloten Jules Bianchi. Der schwere Unfall des 25-jährigen Franzosen machte den Mercedes-Doppelerfolg beim chaotischen Regenrennen in Suzuka zur Nebensache. Nach dem Sieg von WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton vor Nico Rosberg teilte der Internationale Automobilverband (FIA) mit, dass Bianchi eine „schwere Kopfverletzung“ erlitten habe. Er wurde mittlerweile im Mie-General-Krankenhaus operiert und soll auf der Intensivstation weiter behandelt werden.

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Nach Berichten des französischen Sportfachblattes „L’Equipe“ soll Bianchi eine erste Operation überstanden haben. Er müsse nach dem Eingriff nicht mehr künstlich beatmet werden. Er könne jetzt wieder selbstständig atmen. Eine offizielle Bestätigung des Krankenhauses, seines Teams oder der FIA gab es dafür zunächst nicht. „Wir machen uns alle große Sorgen“, sagte Hamilton. Trotz seines dritten Sieges in Serie, des achten der Saison und der ausgebauten WM-Führung vor Rosberg war auch ihm nicht nach Feiern zumute. „Wir beten für ihn.“

Unfallstelle in Suzuka

APA/EPA/Hiroshi Yamamura

Dramatische Szenen um den verunfallten Bianchi im Regenrennen von Suzuka

Ob Hamilton, Rosberg, Vettel oder alle anderen im Fahrerlager: Die Beklemmung nach den schrecklichen Bildern vom Marussia-Rennwagen unter einem Bergungskran ließen niemanden los. Das turbulente Rennen war kurz nach dem tragischen Unfall in der 46. von 53 Runden abgebrochenen worden. Auf dem Siegerpodest und bei der Pressekonferenz herrschte eine beklemmende Stimmung. Rosberg sprach bedrückt von einer „sehr, sehr ernsten“ Situation.

Kollision mit Bergekran

„Meine Gedanken sind bei ihm.“ Vettel wünschte dem sofort ins Krankenhaus transportierten Marussia-Kollegen „das Allerbeste“. Die Unwissenheit über Bianchis Zustand sei quälend. Teams und Fahrer bekundeten ihre große Betroffenheit. „Wir sind in Gedanken und mit unseren Gebeten bei Jules und seiner Familie“, lauteten mehrere Grußbotschaften. Bianchi war mit seinem Marussia unter den Kran gekracht, der das Auto von Adrian Sutil bergen sollte. Der Sauber-Pilot war eine Runde vorher an der gleichen Stelle wegen Aquaplanings von der Strecke abgekommen.

„Ich denke, die Situation ist kritisch. Meine Gedanken sind bei ihm“, sagte Sutil sichtlich mitgenommen, Details zum Unfall des Kollegen wollte er nicht wiedergeben. Auf Fotos war indes zu sehen, dass die linke Seite des Rennautos komplett zerstört war. Durch die Wucht des Aufpralls brach sogar der Überrollbügel. Das Fachmagazin „Auto, Motor und Sport“ zitierte einen Augenzeugen: "Im Scheitelpunkt brach das Heck aus. Bianchi korrigierte, doch das Auto bekam einen Konter.

Offene Fragen nach Unfall

Der Marussia rutschte quer in das Kiesbett, wo er zu springen begann. Damit wurde die Geschwindigkeit nicht verzögert." Wie das Blatt weiter berichtet, habe die Polizei das Wrack beschlagnahmt. Die Rettungskräfte fuhren den bewusstlosen Bianchi direkt nach einer ersten Untersuchung an der Strecke mit Polizeieskorte in ein Krankenhaus in Tsu, wo er notoperiert wurde. „Es wird 24 Stunden dauern, bis wir mehr wissen“, sagte Vater Philippe Bianchi dem französischen Sender France 3.

Ohne den tragischen Crash wäre es „nur“ ein völlig verrücktes, aber auch spektakuläres Rennen gewesen. Durch den Unfall wurde es zu einem dramatischen Tag, der noch länger für Diskussionen sorgen wird. Die Tatsache, dass für die Bergung von Sutils Wagen das Safety-Car nicht erneut auf die Strecke geschickt wurde, warf Fragen auf. Betrübt packten die Teams indes ihre Sachen, um sich nach Sotschi aufzumachen. In erster Linie hofften alle aber auf gute Nachrichten vom verunglückten Kollegen Bianchi vor der Russland-Premiere.

Grand Prix von Japan

Endstand nach 44 Runden:
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 1:51,43,021
2. Nico Rosberg GER Mercedes + 9,180
3. Sebastian Vettel GER Red Bull 29,122
4. Daniel Ricciardo AUS Red Bull 38,818
5. Jenson Button GBR McLaren 1:07,550
6. Valtteri Bottas FIN Williams 1:53,773
7. Felipe Massa BRA Williams 1:55,126
8. Nico Hülkenberg GER Force India 1:55,948
9. Jean-Eric Vergne FRA Toro Rosso 2:07,638
10. Sergio Perez MEX Force India 1 Runde
11. Daniil Kvyat RUS Toro Rosso 1 Runde
12. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 1 Runde
13. Esteban Gutierrez MEX Sauber 1 Runde
14. Kevin Magnussen DEN McLaren 1 Runde
15. Romain Grosjean FRA Lotus 1 Runde
16. Pastor Maldonando VEN Lotus 1 Runde
17. Marcus Ericsson SWE Caterham 1 Runde
18. Max Chilton GBR Marusia 1 Runde
19. Kamui Kobayashi JPN Caterham 1 Runde

Out: Fernando Alonso (ESP/Ferrari), Adrian Sutil (GER/Sauber), Jules Bianchi (FRA/Marussia)

Schnellste Runde: Lewis Hamilton (1:51.600/39.)

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