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Keine Chance gegen Pironkowa

Für Lisa-Maria Moser sind die Generali Ladies nach knapp über einer Stunde Spielzeit schon wieder vorbei gewesen. Die 23-jährige Steirerin war am Dienstag in der ersten Runde des mit 250.000 Dollar dotierten WTA-Turniers in Linz gegen die Bulgarin Zwetana Pironkowa chancenlos und verlor in nur 63 Minuten mit 2:6 3:6.

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Moser, die im Gegensatz zu Tamira Paszek eine Wildcard erhalten hatte, geriet gegen die in der Weltrangliste als 44. mehr als 350 Plätze vor ihr liegende Pironkowa rasch mit 0:3 in Rückstand. Danach brachte die Nummer 395 der Welt zwar zweimal ihren Aufschlag durch, nach nur 26 Minuten war der erste Satz aber verloren.

Lisa-Maria Moser schlägt eine Vorhand

GEPA/Matthias Hauer

Lisa-Maria Moser konnte mit Zwetana Pironkowa nicht mithalten

Im zweiten Durchgang kam dann kurz Hoffnung auf eine Wende auf, als Moser nach dem Break zum 1:3 mit dem Rebreak auf 2:3 verkürzen konnte. Unmittelbar danach gab sie aber erneut ihren Aufschlag ab, und die 27-jährige Sydney-Siegerin servierte sicher aus.

Mehr Zuschauer als gewohnt

„Am Ende habe ich mich ein bisschen entspannt und habe dann phasenweise zum Tennisspielen angefangen. Ich habe mir sehr schwergetan. Ich habe zwar schon in Bad Gastein ein bisschen Erfahrung gesammelt, aber hier ist es anders, weil doch mehr Leute zuschauen“, sagte Moser. Es war nach ihrem Viertelfinale in Bad Gastein im Vorjahr, dem Achtelfinale an gleicher Stelle sowie dem Erstrunden-Aus 2014 in Nürnberg erst ihr viertes Turnier in einem Hauptfeld der WTA-Tour. Zuletzt hatte sie ein Future-Turnier in Antalya gewonnen.

Im Vorjahr, nach dem Viertelfinale in Bad Gastein, hatte man der Steirerin schon größere Sprünge - auch im Ranking - zugetraut. Sie sich selbst auch. „Das war definitiv ein Fehler, den ich gemacht habe. Zu hoffen, dass es so weitergeht, aber mit Nur-Hoffen kommt man nicht weiter“, erklärte Moser und sprach von einer harten Lektion, die sie lernen musste. „Du musst arbeiten, auf den Platz gehen und dir jeden Tag - Entschuldigung - den Arsch aufreißen.“

Top 100 nicht außer Reichweite

Moser sieht sich jetzt aber auf einem guten Weg. Die Top 100 sieht sie „auf jeden Fall“ im Bereich des Möglichen. „Es kann schnell gehen oder seine Zeit brauchen. Es kommt nicht von heute auf morgen. Die, die in meinem Alter Top 100 stehen, arbeiten wirklich schon, seit sie 16 sind.“ Bei Moser sei das alles erst später gekommen, „aber dafür habe ich die Matura“. Die fünfjährige Matura im Sport-BORG in Graz, die sie mit 19 abschloss, hat die sportliche Entwicklung etwas verzögert.

Was ihr noch fehlt im Vergleich zu einer Pironkowa? „Die Konstanz, die Erfahrung und die Kaltschnäuzigkeit.“ Helfen soll ihr dabei der frühere Coach von Jürgen Melzer. Seit März 2013 arbeitet sie mit Karl-Heinz Wetter. „Ich habe seither einen Riesensprung gemacht. Er ist extrem streng mit mir, und ich habe eine sehr kurze Leine, aber er weiß, was er tut. Ich bin so froh, dass ich mit ihm trainieren kann.“ Moser hat in diesem Jahr noch einige kleinere Turniere in Nordamerika im Visier.

Bittere Enttäuschung für Petkovic

Überraschend kam das Aus in der ersten Runde für die Deutsche Andrea Petkovic. Die als Nummer vier gesetzte Weltranglisten-16. musste sich der Italienerin Camila Giorgi glatt mit 1:6 2:6 beugen. Giorgi scheint sich zur Angstgegnerin von Petkovic zu entwickeln, die Weltranglisten-42. hat alle drei bisherigen Duelle gewonnen.

Petkovic war nach ihrem Aus schwer mitgenommen und hatte schon während des Spiels Tränen vergossen. Die 27-Jährige verließ sofort die Halle und war vorerst nicht mehr auffindbar. Damit bleibt nach dem fünften Antreten das Semifinale 2010 das bisher beste Abschneiden von Petkovic in Linz. In Bad Gastein schlägt sie sich weit erfolgreicher, hat sie doch heuer zum zweiten Mal den Titel geholt.

250.000-Dollar-WTA-Turnier in Linz

Achtelfinal-Tableau:
Zwetana Pironkowa (BUL) Eugenie Bouchard (CAN/1) w.o.
Karin Knapp (ITA) Magdalena Rybarikova (SVK) 6:3 ret.
Camila Giorgi (ITA) Ons Jabeur (TUN) 6:3 6:2
Marina Erakovic (NZL) Klara Koukalova (CZE) 6:0 6:2
Stefanie Vögele (SUI) Anna Schmiedlova (SVK) 2:6 6:1 6:4
Anna-Lena Friedsam (GER) Jana Cepelova (SVK) 6:0 6:4
Karolina Pliskova (CZE/7) Mona Barthel (GER) 6:4 6:2
Madison Brengle (USA) Ana Ivanovic (SRB/2) w.o.
Erstrundentableau:
Eugenie Bouchard (CAN/1) Patricia Mayr-Achleitner (AUT) 6:4 6:1
Zwetana Pironkowa (BUL) Lisa-Maria Moser (AUT) 6:2 6:3
Magdalena Rybarikova (SVK) Kaia Kanepi (EST) 6:4 5:7 6:2
Karin Knapp (ITA) Sabine Lisicki (GER/5) 7:5 2:6 7:6 (7/1)
Camila Giorgi (ITA) Andrea Petkovic (GER/4) 6:1 6:2
Ons Jabeur (TUN) Donna Vekic (CRO) 7:5 6:1
Klara Koukalova (CZE) Katerina Siniakova (CZE) 7:5 3:6 7:6 (7/3)
Marina Erakovic (NZL) Caroline Garcia (FRA/8) 6:2 4:6 6:4
Stefanie Vögele (SUI) Barbora Zahlavova Strycova (CZE/6) 7:6 (7/4) 7:5
Anna Schmiedlova (SVK) Annika Beck (GER) 7:6 (8/6) 6:4
Jana Cepelova (SVK) Timea Bacsinszky (SUI) 7:6 (7/3) 1:6 6:4
Anna-Lena Friedsam (GER) Dominika Cibulkova (SVK/3) 2:6 6:3 6:4
Karolina Pliskova (CZE/7) Kirsten Flipkens (BEL) 6:2 6:4
Mona Barthel (GER) Kiki Bertens (NED) 6:3 6:1
Madison Brengle (USA) Irina-Camelia Begu (ROU) 7:5 3:1 ret.
Ana Ivanovic (SRB/2) Pauline Parmentier (FRA) 6:3 6:2
Doppel-Achtelfinale:
Gabriela Dabrowski / Alicja Rosolska (CAN/POL/4) Barbara Haas / Patricia Mayr-Achleitner (AUT) 7:6 (7/0) 3:6 11/9
Katarzyna Piter / Marina Sanewska (POL/UKR) Sandra Klemenschits / Tamira Paszek (AUT) 6:1 6:2

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