„Wir wissen, was kommen kann“
Was den Bekanntheitsgrad betrifft, kann Julian Baumgartlinger nicht mit David Alaba mithalten. Seine Bedeutung für die ÖFB-Auswahl ist aber nicht wesentlich geringer als jene von Österreichs Fußballer des Jahres - Baumgartlinger gilt in der Mannschaft von Marcel Koller als Kilometerfresser, Löcherstopfer, Antreiber und Spielgestalter zugleich.
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Eine Rolle, in der der 26-Jährige auch am Donnerstag gegen Moldawien (20.45 Uhr, Übertragungsbeginn 20.15 Uhr) und am Sonntag gegen Montenegro (18.00 Uhr, beide Spiele live in ORF eins) brillieren soll. Wie laufstark Baumgartlinger ist, stellte er zuletzt am Sonntag beim 1:1 mit seinem Club FSV Mainz 05 in Mönchengladbach unter Beweis - in dieser Partie legte er 13,16 Kilometer zurück, was einen weltweit nur selten erreichten Topwert darstellt. „Es war eben ein sehr intensives Spiel, da war es notwendig, so viel zu laufen“, lautete die Begründung des Salzburgers.

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Bei Mainz ist Dauerläufer Baumgartlinger längst zur Fixkraft aufgestiegen
Dabei war noch vor wenigen Monaten an einen derartigen Kraftakt nicht zu denken. Eine im Oktober des Vorjahres erlittene Meniskusverletzung entpuppte sich als gravierender als ursprünglich vermutet, aus vier Wochen Zwangspause wurden plötzlich fünf Monate Krankenstand. „Natürlich kommt man da während der Reha ins Grübeln, vor allem, wenn man wieder Schmerzen spürt. Aber ich war immer fokussiert, dorthin zu kommen, wo ich schon einmal war, und hatte nie Angst vor einem Karriereende“, betonte der 26-Jährige.
Als Führungsspieler mit Mainz im Aufwind
Seit seinem Comeback Ende April ist Baumgartlinger aus der Mainzer Stammformation nicht mehr wegzudenken, derzeit teilt er sich nach der Verletzung von Nikolce Noveski mit Niko Bungert das Kapitänsamt. Mit dem Ex-Austrainer als Führungsspieler ist Mainz in dieser Saison in der Liga noch ungeschlagen und liegt auf Platz sechs. „Nach dem Ausscheiden in der Europa-League-Qualifikation und im Cup haben wir uns an unsere Basics zurückerinnert und gut verteidigt“, sagte der österreichische Teamspieler.

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In der ÖFB-Elf bildet Baumgartlinger gemeinsam mit Alaba das Mittelfeldzentrum
Baumgartlinger agiert sowohl bei seinem Club als auch in der ÖFB-Auswahl im Mittelfeldzentrum - allerdings mit unterschiedlichen Aufgaben, wie er vor dem Abflug nach Chisinau zum EM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien verriet. „Im Team habe ich vor allem eine defensive Rolle hinter David (Alaba, Anm.). In Mainz habe ich eine offensivere Position, soll auch öfter in Strafraumnähe und zum Abschluss kommen.“
Salzburger will torgefährlicher werden
An seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor muss der Mittelfeldspieler noch arbeiten, wie auch eine Szene gegen Schweden bewies. In der ersten Hälfte konnte er viele Meter ungehindert mit dem Ball marschieren, schoss dann aber etwas spät und unplatziert. „Da habe ich mir viele Gedanken gemacht und mich relativ spät für den Abschluss entschieden“, erinnerte sich Baumgartlinger.
Diese Defizite sollen bald beseitigt werden. „Ich will torgefährlicher werden, muss diese Rolle aber erst entwickeln“, gab der Deutschland-Legionär zu. Ein erster Schritt gelang am 3. Juni in Olmütz, als er beim 2:1 in Tschechien sein erstes Teamtor erzielte. In seinen 74 Bundesliga-Partien für Mainz hat Baumgartlinger noch nie getroffen, lediglich im Cup gelang ihm ein Tor.

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Dem Premierentor gegen Tschechien sollen im Team noch weitere Treffer folgen
Seine Karten im bevorstehenden Poker um einen neuen Vertrag - der aktuelle läuft im kommenden Juni aus - sollten sich dadurch aber nicht wirklich verschlechtern. Baumgartlinger weiß um seine Bedeutung für den FSV, aber auch um seinen allgemeinen Stellenwert in der deutschen Bundesliga. „Ich warte jetzt einmal ab. Von Mainz ist noch niemand auf mich zugekommen“, sagte der 32-fache Internationale.
Konzentration auf eigene Stärken
Im Moment gilt ohnehin die ganze Konzentration dem bevorstehenden Moldawien-Match. „Wir reisen in guter Form nach Chisinau und sind uns unserer Stärken bewusst“, sagte Baumgartlinger. Zwar gab es am Dienstag ein intensives Videostudium des Gegners, durch den Teamchefwechsel ist die Spielweise der Moldawier aber nicht wirklich vorhersehbar. „Wir können nicht hundertprozentig wissen, was kommt, aber wir wissen, was kommen kann“, formulierte es der Mittelfeldspieler.

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Bis vor kurzem war die Auswahl von Moldawien noch ein unbeschriebenes Blatt
Noch vor einer Woche kannte Baumgartlinger keinen einzigen moldawischen Teamspieler, wie er gestand. „Aber das hat nichts mit mangelndem Respekt vor dem Gegner zu tun. Man beschäftigt sich eben immer nur mit dem nächsten Gegner“, erklärte der Salzburger.
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