Teamchef hat „gutes Gefühl“
Im zweiten Spiel der Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich ist für Österreichs Nationalmannschaft ein Sieg gegen Moldawien (20.45 Uhr live in ORF eins und im Livestream) Pflicht, um im Rennen um ein EM-Ticket auf Kurs zu bleiben. Die Zuversicht im Team ist groß - vor allem weil man aus der Vergangenheit gelernt haben will. Ruhe bewahren, lautet die Devise.
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Auswärtsspiele und Pflichtsiege - das ging in der jüngeren Vergangenheit aus rot-weiß-roter Sicht nicht wirklich zusammen. In der Qualifikation für die WM 2014 schenkte man vor allem mit dem 0:0 in Kasachstan, ebenfalls im zweiten Qualispiel, wertvolle Zähler her, mit denen man sich früh unter Zugzwang brachte. Gegen Moldawien soll so ein Ausrutscher nicht passieren. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Die Spieler sind fokussiert und konzentriert“, sagte Teamchef Marcel Koller noch am Mittwoch kurz vor dem Abflug nach Chisinau.

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Die ÖFB-Aufstellung gegen Moldawien
„Wir haben die bessere Mannschaft“
Man wird vor dem wichtigen Spiel auch nicht müde zu wiederholen, worauf man sich gegen Moldawien besonders konzentrieren muss. „Sie stehen hinten kompakt, sind balltechnisch stark, haben ein gutes Kollektiv und gute Außenspieler“, sagte ÖFB-Kapitän Christian Fuchs. Wie genau die Gastgeber den Österreichern gegenübertreten werden, weiß man aber nicht. „Sie haben es einmal mit langen Bällen und dann wieder mit Kombinationen von hinten probiert. Wir wissen nicht genau, was sie gegen uns machen werden“, so Fuchs. Das wird aber egal sein - zumindest wenn es nach dem Schalke-Legionär geht: „Wir haben die bessere Mannschaft und die besseren Einzelspieler.“
Ganz klar ist auch noch nicht, wie Österreich am Donnerstag auflaufen wird. Obwohl Teamchef Koller die Aufstellung schon im Kopf hat („Im Großen und Ganzen steht die Mannschaft“), gibt es doch ein Fragezeichen. Innenverteidiger Martin Hinteregger zwickt es rund um das linke Knie. Schon das Abschlusstraining musste der Salzburg-Verteidiger auslassen, er übte etwas abseits mit Physiotherapeut Mike Steverding. Für die meisten Beobachter ein klares Zeichen, dass gegen Moldawien nicht Hinteregger, sondern wohl Sebastian Prödl oder eventuell Kevin Wimmer an der Seite von Aleksander Dragovic auflaufen werden.
Ruhig bleiben als oberste Maxime
Auch wenn man sich im ÖFB-Team bewusst locker gibt, war die Anspannung vor dem Spiel gegen die Nummer 105 der Welt schon beim Einchecken auf dem Flughafen Wien zu spüren. Die Erinnerung an die Nullnummer in Kasachstan ist noch hellwach. Für Kapitän Fuchs ist die Mannschaft aber mittlerweile ein paar Schritte weiter und kann solche unangenehmen Erfahrungen ausblenden. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt“, sagte der 28-Jährige vor dem ersten Kennenlernen des Rasens in Stadionul Zimbru, „in Kasachstan etwa haben wir Hauruck gespielt und den Kopf verloren. Damals haben wir uns mit Nebensächlichkeiten wie dem Schiedsrichter beschäftigt.“
In Chisinau wird das Team nicht die Nerven wegwerfen, auch wenn es lange 0:0 steht - soweit lehnt sich Fuchs aus dem Fenster. „Man hat schon gegen Schweden gesehen, dass uns das jetzt nicht mehr passiert. Da sind wir ruhig geblieben und haben unser Spiel weitergespielt“, so Fuchs. Gleiches fordert Teamchef Koller auch in Moldawien. „Wir brauchen mehr Ruhe in unseren Aktionen, auch wenn wir nicht gleich ein Tor schießen“, so der Schweizer, der auch die drei Grundprinzipien zum Erfolg noch schnell wiederholt: „Wir müssen unser Spiel spielen, Druck aufbauen und die Löcher nützen, die sich sicher auftun werden.“

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Gegensätze: Modernes Stadion mit „Ostblock-Charme“ im Hintergrund
Für den Teamchef wäre sogar ein neuerliches Remis noch nicht das Ende aller Qualifikationsträume. Auch das hat man aus der Vergangenheit gelernt. „Nach dem 0:0 am Anfang der letzten WM-Quali in Kasachstan haben auch gleich alle geschrien, es ist vorbei, und dann hatten wir noch bis zum Schluss die Möglichkeit, ins Play-off zu kommen“, sagte Koller. Geht es rein nach nackten Zahlen, wäre sogar ein Remis in Chisinau ein positives Zeichen. Denn beim bisher einzigen Auftritt einer österreichischen Nationalmannschaft in Moldawien 2003 in Tiraspol setzte es eine peinliche 0:1-Niederlage.
Kein Hexenkessel
„Löcher“ wird es auch auf den Tribünen des Stadionul Zimbru geben. Denn die kleine, aber feine Arena, die sich so mancher österreichische Bundesligist wünschen würde, wird beim Anpfiff wohl nicht ganz ausverkauft sein. Bis Mittwochabend waren erst rund 6.500 der 10.500 Sitzplätze verkauft. Grund ist eine Erhöhung der Ticketpreise. Gab es die billigste Karte hinter den Toren zwar bereits um 80 Lei (4,3 Euro) muss man für ein Ticket auf der Haupttribüne 180 Lei (zehn Euro) hinlegen. Eine Entscheidung, die von den Fans - der monatliche Durchschnittslohn in Moldawien beträgt rund 200 Euro - nicht unbedingt positiv aufgenommen wurde.
Auch wenn daher wohl kein Hexenkessel auf die ÖFB-Auswahl wartet, werden sich Spieler, Trainer und die 250 mitgereisten Fans am Donnerstagabend warm anziehen müssen. Denn spätestens bei der späten Anstoßzeit von 21.45 Uhr (Ortszeit) erwarten die hiesigen Meteorologen Temperaturen von höchstens fünf Grad Celsius. Eine Motivation mehr für die Österreicher, aufs Tempo zu drücken und das Spiel nicht zur Zitterpartie verkommen zu lassen.
Karl Huber, ORF.at, aus Chisinau
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