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Viel Durchschnitt in Chisinau

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Robert Almer: Befriedigend

Beim Elfer der Moldawier zum Ausgleich entschied sich der Hannover-Ersatztorhüter für die richtige Ecke, kam aber nicht an den gut platzierten Ball. Ansonsten hatte Almer in der ersten Hälfte nichts zu tun. Bei einem aufgesetzten 30-Meter-Schuss nach etwa 70 Minuten zeigte er gewisse Unsicherheiten. Insgesamt strahlte er aber doch die Ruhe aus, die auswärts vonnöten ist. Zu Glanztaten wurde der ÖFB-Goalie diesmal nicht gezwungen. In einem für ihn eher undankbaren Match blieb er weitgehend fehlerlos.

Florian Klein: Gut

Der Stuttgart-Außenverteidiger schlug von rechts die Flanke zur Elfersituation um Janko. Er war bemüht, zog immer wieder mit Offensivdrang die Outlinie hinunter, ließ aber dann die entscheidende Durchschlagskraft in Eins-gegen-eins-Situationen vermissen. Mit einer weiteren Flanke verhalf Klein Junuzovic zu einem Volley-Abschluss. Auch in der zweiten Hälfte war er ein Aktivposten im Spiel der Österreicher. Wenn sie gefährlich in den moldawischen Strafraum kamen, war Klein meistens mit seinen Hereingaben beteiligt.

Aleksandar Dragovic: Befriedigend

Der Dynamo-Kiew-Defensivmann ließ sich mit Fortdauer der ersten Hälfte etwas von den Unsicherheiten seines Nebenmannes Prödl anstecken. Bei den seltenen gefährlichen Angriffen der Moldawier hatte man nicht das Gefühl, dass Dragovic und Prödl das Geschehen wirklich im Griff hatten. Nach der Pause ließ der Ex-Austrianer aber nichts mehr anbrennen, stand sicher, dirigierte seine Nebenleute und strahlte am Ball viel Ruhe aus. Auch athletisch wusste er dann zu überzeugen.

Sebastian Prödl: Genügend

Der angeschlagene Martin Hinteregger musste passen, wodurch Bremen-Legionär Prödl gemeinsam mit Dragovic die Innenverteidigung bildete. Dass er mit Bundesliga-Schlusslicht Werder harte Zeiten durchmacht, war Prödl deutlich anzumerken. Er verschuldete den Elfer zum Ausgleich durch ein ungeschicktes „Leibchenziehen“. Diese Situation hätte er problemlos ohne Foul lösen müssen. Schwere Fehler unterliefen ihm in der zweiten Hälfte nicht mehr. Von seiner Topform ist der Steirer dennoch weit entfernt.

Christian Fuchs: Befriedigend

Bei der ersten Chance der Moldawier nach 20 Minuten behielt der Schalke-Verteidiger am Fünfer die Übersicht und konnte klären. Auf der linken Seite hatte er nach vorne viel Platz, machte aber zu wenig daraus. Fuchs schlug viele hohe Bälle unpräzise in den Strafraum, anstatt mit Tempo im Eins-gegen-eins durchzuziehen. Mit dem Eckball zu Jankos Kopfballtor avancierte er dennoch zu einem der Väter des Sieges. Überhaupt spielte Fuchs in der zweiten Hälfte seine offensiven Stärken besser aus. Luft nach oben gibt es aber noch zur Genüge. In der hektischen Nachspielzeit verpasste er es, am eigenen Fünfer wirkungsvoll zu klären, was fast noch zum Ausgleich geführt hätte.

David Alaba: Gut

In der guten Anfangsphase lief fast jeder Angriff über den Bayern-Legionär. Den Elfmeter zur Führung verwandelte er bombensicher in die rechte untere Ecke. Nach dem Ausgleich der Moldawier tauchte Alaba wie die gesamte ÖFB-Elf ab. Erst gegen Ende der ersten Hälfte kehrte er mit einem gefährlich angetragenen Freistoß in seine Rolle als Antreiber zurück. In der zweiten Hälfte blieb Alaba bemüht und legte im Mittelfeld weite Wege zurück. Kein herausragender, aber ein solider Abend des österreichischen Jungstars.

Julian Baumgartlinger: Befriedigend

Der Mainz-Abräumer wirkte selbstsicher und agierte in seinen Defensivaktionen kompromisslos. In den Spielaufbau brachte er sich gegen die passiven Moldawier aber zu wenig ein. Auch Baumgartlinger ging wie fast alle seiner Kollegen zu halbherzig in die Dribblings bzw. sonstigen Angriffsaktionen. Nach der Pause präsentierte er sich besser, setzte in der Phase vor und nach dem Janko-Tor einige Akzente nach vorne. Im zerfahrenen Finish hielt er den „Laden“ gemeinsam mit Alaba zusammen.

Marcel Sabitzer: Nicht genügend

Der Salzburger „Bulle“ durfte anstelle von Martin Harnik erstmals in einem ÖFB-Pflichtspiel auf der rechten Seite beginnen. In der ersten Hälfte war er auf der rechten Seite allerdings überhaupt kein Faktor. Sabitzer wurde von Klein am Flügel regelmäßig „überholt“ und sah keine Bälle. In der Pause beendete Teamchef Marcel Koller die missglückte Personalrochade und ersetzte den Ex-Rapidler durch Stuttgart-Legionär Harnik.

Zlatko Junuzovic: Befriedigend

Der Werder-Mittelfeldmann vergab vom Sechzehner die erste gute Gelegenheit der Österreicher. Er tat sich von Beginn an durch viel Laufarbeit hervor, obwohl ihm zunächst wenig gelang. Kurz vor der Pause ließ er noch einen zu zentralen Volleyschuss auf das moldawische Tor los. Die Rolle des Regisseurs konnte Junuzovic bis dahin nicht ausfüllen. Auch in der zweiten Hälfte hinkte er den Erwartungen etwas hinterher. Bei einem Weitschuss in der Schlussphase hatte er Pech, dass im letzten Moment der Kopf eines Verteidigers im Weg war.

Marko Arnautovic: Befriedigend

Der Stoke-Mittelfeldspieler hatte seinen ersten Auftritt mit einem Weitschuss nach 25 Minuten. In die Zweikämpfe ging er wie viele seiner Kollegen zögerlich. Die Moldawier zeigten auf den Außenbahnen mehr Härte und Einsatz. Auch nach der Pause unterliefen Arnautovic technische Schlampigkeiten. Zumindest war er aber immer anspielbereit, sprintete fast jedem Ball hinterher und half das eine oder andere Mal nach hinten aus. Bot sich die Gelegenheit zum Schuss, zog er auch ab. Insgesamt eine durchschnittliche Leistung.

Marc Janko: Gut

Er war der Matchwinner. Der Australien-Legionär holte den Elfmeter zur Führung heraus, auch wenn der Strafstoß ein Geschenk des portugiesischen Referees war. Zwei „Halbchancen“ mit Kopfbällen waren die weitere Ausbeute des oft in der Luft hängenden Sturmtanks vor der Pause. Dafür sorgte Janko nur fünf Minuten nach Wiederbeginn dafür, dass die Österreicher zum psychologisch perfekten Zeitpunkt auf die Siegerstraße zurückkehrten. Das Kopfballtor war, was sich Koller erwartet hatte: Eine Art „Lucky Punch“ von Janko trotz mangelnder Spielpraxis. Das „Sehr gut“ vermasselte sich Janko selbst, indem er sich im Finish zu einer unnötigen Tätlichkeit hinreißen ließ. Zehn Minuten lang musste Österreich so mit zehn Mann spielen.

Martin Harnik: Nicht genügend

Zur Pause statt Sabitzer eingewechselt, wollte der Deutschland-Legionär beweisen, dass er sich einen Platz in der Startformation verdient gehabt hätte. Das gelang ihm nicht einmal sporadisch. Das Spiel lief an Harnik genauso vorbei wie zuvor an Sabitzer. Die rechte Seite blieb das Revier von Klein allein. Harnik lief den Bällen nur hinterher. Am auffälligsten und aggressivsten agierte er in der Rudelbildung nach der Tätlichkeit von Janko.

Christoph Leitgeb: zu kurz eingesetzt

Stefan Ilsanker: zu kurz eingesetzt

Harald Hofstetter, ORF.at

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