Jankos Ersatzmann schlägt zu
Nach dem hart erkämpften 2:1 in Moldawien hat Österreich am Sonntag im Wiener Ernst-Happel-Stadion den nächsten wichtigen Sieg in der EM-Qualifikation eingefahren. Vor 44.200 begeisterten Zuschauern schoss Rubin Okotie (24. Minute) die vor allem in der ersten Hälfte groß aufspielende ÖFB-Auswahl gegen Montenegro zum hochverdienten Heimerfolg.
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Da Russland im Parallelmatch der Gruppe G zu Hause nur 1:1 gegen Moldawien spielte, übernahmen die gegen Montenegro über weite Strecken überlegenen Österreicher mit sieben Punkten aus drei Partien die Tabellenführung. Am 15. November folgt der Hit gegen die Russen.

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Dank Okotie liegt die ÖFB-Elf nach drei Spielen an der Tabellenspitze
ÖFB-Startelf mit Okotie, Hinteregger und Harnik
In der Startformation der Österreicher hatte sich Koller im Sturm für Okotie als Vertretung für den gesperrten Marc Janko entschieden. Auf der rechten Seite hinter dem 1860-München-Legionär begann Martin Harnik und nicht wie am Donnerstag in Moldawien Marcel Sabitzer. In der Innenverteidigung nahm der wieder genesene Martin Hinteregger den Platz von Sebastian Prödl ein. Der Salzburg-Abwehrspieler sollte an der Seite von Aleksandar Dragovic die ÖFB-Defensive zusammenhalten.
Dass Stevan Jovetic, Stürmer von Manchester City, beim Gegner auf der Ersatzbank saß, dürfte die Österreicher nicht gestört haben. Der routinierte Mirko Vucinic stellte ohnehin genug potenzielle Gefahr für das Tor von Goalie Robert Almer dar. Als der niederländische Referee Bas Nijhuis die Partie zur ungewohnten Beginnzeit 18.00 Uhr anpfiff, hatte sich das Prateroval einmal mehr in einen Hexenkessel verwandelt. Auf dem Rasen erwischten die Gastgeber einen vielversprechenden Start.
Starker Beginn für Rot-Weiß-Rot
Nicht einmal vier Minuten waren gespielt, als David Alaba einen perfekten Pass über das halbe Spielfeld schoss. Harnik übernahm die weite Vorlage im vollen Lauf, seine Mischung aus Torschuss und Stanglpass wurde von Keeper Vukasin Poleksic entschärft. Auch Okotie präsentierte sich von Beginn an lauffreudig und spritzig. Alaba war überall zu finden. Gemeinsam mit Zlatko Junuzovic kurbelte der Bayern-Legionär das Offensivspiel der inspiriert wirkenden ÖFB-Auswahl an. Marko Arnautovic ließ sich auf der linken Seite davon anstecken, sein erster Torschuss (7.) aus spitzem Winkel blieb in der Innenverteidigung hängen.

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Marko Arnautovic und Co. begannen vor eigenem Publikum sehr selbstbewusst
Frühes, gutes Pressing der Österreicher zwang die Montenegriner in der eigenen Hälfte zu Ballverlusten. Als Okotie (15.) Schlussmann Poleksic mit einem Kopfball vom Fünfer zu einer Glanzparade zwang, hatten viele Fans schon den Torschrei auf den Lippen. Kapitän Christian Fuchs hatte nach Zusammenspiel mit dem starken Arnautovic die Maßflanke von links geschlagen. In der 24. Minute wurde die Koller-Elf dann aber für ihr druckvolles, zielorientiertes Auftreten belohnt. Wie schon gegen Schweden und Moldawien ging Österreich relativ früh in Führung.
Umjubelte Premiere für Okotie
Arnautovic band links im Strafraum zwei Verteidiger, spielte sie bis zur Grundlinie aus und dann einen idealen Querpass zur Mitte. Dort tankte sich Okotie durch und versenkte den Ball aus kurzer Distanz zum völlig verdienten 1:0 im Netz. Der erste Treffer des Ex-Austrianers im Teamtrikot sorgte für allgemeinen Jubel und Erleichterung - im Spiel der Österreicher schlich sich danach allerdings kurz der sprichwörtliche Schlendrian ein. Zweimal hatte die Defensivabteilung vor Robert Almer Glück, dass Nachlässigkeiten nicht zum Ausgleich führten.
Das entscheidende 1:0 durch Okotie:
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In den letzten Minuten vor der Pause drückte das insgesamt klar überlegene ÖFB-Team dann aber wieder kräftig an. Junuzovic (41.) und Hinteregger (44.) gaben nach schönen Offensivaktionen über mehrere Stationen gefährliche Schüsse auf das Tor der Montenegriner ab. In der Nachspielzeit wurde ein weiterer Junuzovic-Schuss von Verteidiger Marko Basa auf der Linie abgewehrt, nachdem der unglücklich agierende Harnik im ersten Versuch an Goalie Poleksic gescheitert war. Insgesamt war es eine der besten Spielhälften Österreichs in der jüngeren Vergangenheit und die Halbzeitführung daher mehr als gerecht.
Latte verhindert Vorentscheidung
Zum Wiederbeginn brachte Montenegro-Coach Branko Brnovic mit Jovetic seinen zweiten Trumpf im Angriff. Die österreichische Abwehr agierte jedoch weiter aggressiv und konsequent, so dass der Gegner nur selten in Strafraumnähe gefährlich wurde. Auf der anderen Seite war es vielmehr Harnik (50.), der nach einer herrlichen Hereingabe von Arnautovic an die Latte köpfelte. Von Unvermögen konnte diesmal allerdings keine Rede sein, der Stuttgart-Stürmer hatte den Ball eigentlich perfekt mitgenommen und war bei dieser Aktion wahrlich nicht vom Glück verfolgt. Die Hoffnung auf das erlösende 2:0 blieb.
Von Montenegro kam nach einer Stunde nicht mehr viel, dennoch strahlten Vucinic und Jovetic vorn diese gewisse Gefahr aus, die bei einer denkbar knappen Führung für bange Momente sorgt. Arnautovic beendete in der 63. Minute eine seiner besten Partien im Nationalteam. Für ihn brachte Koller Lukas Hinterseer, der bald (67.) im Mittelpunkt des Geschehens stehen sollte. Nach einem gefühlvollen Steilpass von Julian Baumgartlinger vergab Hinterseer allein vor dem Tor die „Hundertprozentige“, indem er zu weit nach rechts zog und dann nur das Außennetz traf. Okotie wäre neben ihm in bester Position gewesen.
Zittern bis zum Schluss
So blieb es spannend - viel spannender, als es sich die Österreicher ob ihrer starken Darbietung verdient gehabt hätten. Vucinic (74.) brachte das Stadion zum Verstummen, als er im Strafraum vor Almer zu halbherzig abschloss. Hinterseer (75.) scheiterte im Gegenstoß mit einem zu unplatzierten Weitschuss an Poleksic, der bei seinen Faustabwehren nicht wirklich sicher wirkte. Für die letzten 15 Minuten kam dann noch Stefan Ilsanker für den ausgepowerten Junuzovic. Sieben Minuten vor Schluss durfte sich Okotie seinen wohlverdienten Applaus abholen.
Der Mann des Abends wurde durch Valentino Lazaro ersetzt. Aus dem Match war da bereits die meiste Luft entwichen - gut für Österreich, denn Alaba und Co. zollten im Finish ihrem enormen Laufpensum Tribut. Mit letzter Kraft kämpften sie sich über die Zeit. Immer wieder wurden sie vom Publikum lautstark angefeuert. In der 87. Minute dann der große Auftritt des sonst beschäftigungslosen Almer: Als Vucinic aus zehn Metern Entfernung abzog, tauchte der Goalie auf der Linie blitzschnell hinunter und sorgte mit einer grandiosen Parade dafür, dass drei Punkte in Wien blieben. Harnik (89. und 90.) vergab schließlich noch zwei gute Chancen. Als Nijhuis abpfiff, waren Freude und Erleichterung enorm.
Harald Hofstetter, ORF.at
EM-Qualifikation, Gruppe G
Dritter Spieltag:
Österreich - Montenegro 1:0 (1:0)
Ernst-Happel-Stadion, 44.200 Zuschauer, SR Nijhuis (NED)
Tor: Okotie (24.)
Gelbe Karten: Junuzovic, Baumgartlinger bzw. Zverotic, Bozovic, Simic
Österreich: Almer - Klein, Dragovic, Hinteregger, Fuchs - Baumgartlinger, Alaba - Harnik, Junuzovic (77./Ilsanker), Arnautovic (63./Hinterseer) - Okotie (83./Lazaro)
Montenegro: Poleksic - Savic, Simic, Basa, Volkov - Zverotic (70./Jovovic), Nikolic - Beciraj, Vukcevic (46./Jovetic), V. Bozovic (76./Damjanovic) - Vucinic
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