ÖFB-Team liegt im Trend
Die Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 hat ihren Trend fortgesetzt. Der „Aufstand der Kleinen“ ging auch in der langen „Week of Football“ mit zwei Qualiterminen munter weiter. Die Aufstockung der Endrunde auf 24 Teams scheint vor allem den Mittelstand im europäischen Fußball mobilisiert zu haben. Auch Österreich profitiert von dieser Neuerung.
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Am Dienstag setzte Nordirland mit einem 2:0 gegen den ehemaligen Europameister Griechenland den Schlusspunkt an Überraschungen. Die Nordiren feierten gegen die Griechen den dritten Sieg im dritten Spiel und liegen damit in Gruppe F - so wie Österreich in Gruppe G - sensationell klar in Führung. Die ÖFB-Elf setzte sich dank der Siege in Moldawien (2:1) und Montenegro (1:0) vor den favorisierten Teams aus Russland und Schweden auf den ersten Platz.

ORF.at/Christian Öser
Österreichs Nationalteam reitet derzeit ebenfalls auf der Erfolgswelle mit
„EM der offenen Tür“ mobilisiert
Ein Blick auf die Spitzenreiter in sechs von insgesamt neun Gruppen verdeutlicht die aktuelle Entwicklung. Neben Österreich und Nordirland stehen auch die vermeintlichen Außenseiter Island (Gruppe A), Wales (B), Slowakei (C) und Albanien (I) in ihren Gruppen an der Spitze. Island und Albanien waren noch nie bei einer Endrunde vertreten, auch die Slowaken (WM 2010), Waliser (WM 1958) und Nordiren (WM 1958, WM 1982, WM 1986) sind wie die Österreicher alles andere als Dauergäste bei Großereignissen.
Eine Entwicklung, die bei UEFA-Boss Michel Platini - dem „Erfinder“ des neuen Modus - für Hochstimmung sorgen wird. Die Großmächte hatten gegen die „EM der offenen Tür“ mobilisiert, die Gefahr bedeutungsloser Partien wurde beschworen. Die gibt es wohl tatsächlich, Tatsache ist aber auch, dass Europas Fußball-Mittelstand anscheinend aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde. Eines der beliebtesten Trainermantras („Es gibt keine Kleinen mehr“) scheint sich mehr denn je zu bewahrheiten. Bis auf Teams wie Andorra, Gibraltar und San Marino sind kaum mehr „Abschusskandidaten“ vorhanden.
„Große“ lassen kollektiv aus
Die verbesserte Aussicht aufgrund mathematisch gestiegener Chancen, das Frankreich-Ticket zu lösen, spielt dabei wohl ebenso eine Rolle wie die Tatsache, dass sich Niederlagen für die „Großen“ weniger stark auswirken als bisher.

APA/EPA/Olaf Kraak
Bei den Niederländern dominieren bisher die hängenden Köpfe
Trotz völlig unerwarteter Ausrutscher von Weltmeister Deutschland (0:2 gegen Polen und 1:1 gegen Irland), des WM-Dritten Niederlande (1:2 gegen Tschechien, 0:2 gegen Island), des Europameisters Spanien (1:2 gegen die Slowakei) und Portugals (0:1 gegen Albanien) muss derzeit keines dieser Teams ernsthaft um die Qualifikation bangen - Leistungssteigerungen natürlich vorausgesetzt.
Bisher makellos sind von den vermeintlich großen Nationen bisher nur England und Italien, die in ihren Gruppen nach drei Spielen beide beim Punktemaximum von neun Zählern halten. Dass aber auch die"Azzurri" beim 2:1 zu Hause gegen Aserbaidschan und beim mageren 1:0 auf Malta gegen die Nummern 95 bzw. 155 der Weltrangliste viel Mühe hatten, spricht freilich Bände.
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