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Jansrud mehr als drei Sekunden zurück

Zwei Tage vor der Weltcup-Abfahrt in Santa Caterina ist der Deutsche Josef Ferstl überraschend Trainingsbestzeit gefahren. Der Bayer war am Freitag in Italien neun Hundertstelsekunden schneller als der Franzose Brice Roger. Ferstls bisher bestes Resultat in dieser Saison ist ein 14. Platz in der Abfahrt von Lake Louise.

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„Das war ganz okay, ein gutes Auftreten. Aber das erste Training darf man auch nicht überbewerten“, kommentierte der Vorarlberger Mathias Berthold, Cheftrainer des deutschen Herren-Teams, die Bestzeit. Auf den dritten Platz kam der Südtiroler Christof Innerhofer mit 0,34 Sekunden Rückstand, Olympiasieger Matthias Mayer (0,69) rangierte als bester Österreicher auf Rang vier. Von den restlichen ÖSV-Läufern schafften es nur Hannes Reichelt (18./2,23), Frederic Berthold (23./2,55) und Otmar Striedinger (29./3,20) in die Top 30.

Matthias Mayer bei der Abfahrt

GEPA/Mathias Mandl

Olympiasieger Mayer war bester Österreicher

Auch Kjetil Jansrud, der bisherige Saisondominator in den Speed-Bewerben, schaffte keine Topzeit. Der Norweger belegte mit 3,28 Sekunden Rückstand Rang 30. Das Rennen findet am Sonntag (11.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) statt.

ÖSV-Abfahrer hoffen auf ersten Podestplatz

Während die ÖSV-Abfahrer nach dem schlechtesten Start der Geschichte auf den ersten Podestplatz der Saison hoffen, hat der 29-jährige Jansrud in den bisherigen sechs Speed-Rennen des WM-Winters vier Siege und zwei zweite Plätze geholt. Im Gesamtweltcup führt der Norweger aktuell 34 Punkte vor Titelverteidiger Marcel Hirscher.

„Jansrud derzeit zu schlagen ist unheimlich schwierig“, sagte ÖSV-Cheftrainer Andreas Puelacher. Der Tiroler ist aber überzeugt, dass sich sein Team im Aufwärtstrend befindet: „Wir haben schnelle Teilzeiten. Topplatzierungen sind nur noch eine Frage der Zeit.“ Jansrud ist sich sicher, dass er mit dem Druck auf seinen Schultern auch in Santa Caterina gut umgehen wird: „Mir ist es egal, ob ich Favorit bin oder nicht. Ich will einfach nur schnell sein.“ Im ersten Training war das allerdings nicht der Fall.

Bormio geht andere Wege

Santa Caterina löst das nur 13 Kilometer entfernte Bormio als Austragungsort der letzten Herren-Abfahrt des Jahres ab. Bormio will die Tage rund um Weihnachten und Silvester ab sofort voll und ganz dem Tourismus widmen. Einigen Routiniers wie dem Salzburger Hannes Reichelt blutet deswegen ein wenig das Herz. „Um diesen Klassiker in Bormio ist es unheimlich schade. Das war eine der geilsten Abfahrten der Welt“, sagte Reichelt, der 2012 auf der berüchtigten Stelvio-Piste gewann.

Die Strecke in Santa Caterina ist nach der ehemaligen italienischen Skirennläuferin Deborah Compagnoni benannt. Unkenrufe einiger Athleten, wonach es sich auch um eine echte „Damen-Abfahrt“ handle, wischte unter anderen der neue FIS-Speed-Direktor Hannes Trinkl vom Tisch: „Im oberen Teil geht es ganz schön zur Sache. Die erste Minute hat es in sich.“

Herren-Abfahrt in Santa Caterina

Erstes Training am Freitag:
1. Josef Ferstl GER 1:53,28
2. Brice Roger FRA + 0,09
3. Christof Innerhofer ITA 0,34
4. Matthias Mayer AUT 0,69
5. Didier Defago SUI 1,20
6. Mauro Caviezel SUI 1,21
7. Steven Nyman USA 1,58
8. Carlo Janka SUI 1,60
9. Marc Gisin SUI 1,69
10. Peter Fill ITA 1,89
11. Mattia Casse ITA 1,93
12. Alexander Glebow RUS 1,94
13. Dominik Paris ITA 1,96
14. Andreas Sander GER 2,02
15. Ondrej Bank CZE 2,04
16. Silvano Varettoni ITA 2,19
17. Werner Heel ITA 2,22
18. Hannes Reichelt AUT 2,23
19. Klemen Kosi SLO 2,33
20. Klaus Brandner GER 2,40
23. Frederic Berthold AUT 2,55
29. Otmar Striedinger AUT 3,20
30. Kjetil Jansrud NOR 3,28
36. Klaus Kröll AUT 3,67
45. Max Franz AUT 4,18
48. Georg Streitberger AUT 4,33
51. Markus Dürager AUT 4,73
53. Daniel Danklmaier AUT 4,86
59. Joachim Puchner AUT 5,92
61. Romed Baumann AUT 6,23
63. Thomas Mayrpeter AUT 6,92

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