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KAC verpasst Revanche für 2010

Ein über weite Strecken hochklassiges Kärntner Derby im „Winter Classic 2015“ hat am Samstag einen Auswärtssieg für den VSV gebracht. Die Villacher setzten sich gegen den KAC vor 29.700 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Wörthersee-Stadion in Klagenfurt mit 4:1 (2:0 1:1 1:0) durch. Stoppen ließen sie sich auch nicht von einer gebrochenen Kühlleitung unter dem Eis, deren Reparatur vor dem letzten Drittel zu einer 45-minütigen Unterbrechung geführt hatte.

Der KAC verpasste die Revanche für 2010, als der Rekordmeister auch das erste Freiluftduell mit dem VSV im Klagenfurter EM-Stadion mit 1:3 verlor. Die zwei bisherigen Kärntner Derbys in der laufenden EBEL-Saison waren ebenfalls an die Villacher gegangen, die sich in der Tabelle vom sechsten auf den vierten Platz verbesserten. Der neuntplatzierte KAC dagegen läuft Gefahr, das obere Play-off wie im Vorjahr zu verfehlen, als der damalige Titelverteidiger nicht den Einzug in die K.-o.-Runde schaffte.

Jubel beim VSV

GEPA/Daniel Goetzhaber

Gleich viermal durften die Villacher unter freiem Himmel in Klagenfurt jubeln

Kanadischer Doppelschlag bringt VSV-Blitzstart

Vor Traumkulisse und bei perfekten Wetterbedingungen hatte in Klagenfurt bereits bei der Bundeshymne Gänsehautatmosphäre geherrscht. Nachdem Referee Roland Kellner das erste Bully durchgeführt hatte, ging es im Duell der Erzrivalen sofort zur Sache. Wie bei der Premiere vor fünf Jahren schenkten einander die „Rotjacken“ und die „Adler“ keinen Quadratmeter Eis. Einer zerfahrenen Anfangsphase folgte dann der Doppelschlag des VSV.

Zunächst bezwang der kanadische Stürmer Jason Krog nach 5:18 Minuten den KAC-Goalie Rene Swete zum 1:0. Nur 124 Sekunden später erhöhte Verteidiger Geoff Waugh, ebenfalls ein Kanadier, mit einem abgefälschten Schlagschuss von der blauen Linie auf 2:0. Die Klagenfurter zeigten sich zunächst einigermaßen schockiert, erfingen sich dann aber gegen Ende des ersten Drittels und stellten in der Torschussstatistik sogar auf 20:14. VSV-Goalie Thomas Höneckl, der kurzfristig als Backup für den nicht ganz fitten Jean-Philippe Lamoureux eingesprungen war, hielt seinen Kasten aber sauber.

Stadion

APA/Gert Eggenberger

Große Kulisse für ein großes Spiel der Kärntner Erzrivalen

Zweiter KAC-Treffer zählt

Den Mittelabschnitt begann der KAC, der auch durch nachlässige Abwehrarbeit ins Hintertreffen geraten war, wesentlich konzentrierter als das erste Drittel. Keine Minute war gespielt, als sich die Klagenfurter erstmals jubelnd in den Armen lagen - allerdings zu früh. Der vermeintliche Anschlusstreffer durch Stürmer Jamie Lundmark nach einem Abpraller von VSV-Keeper Höneckl wurde von den Referees - nach längerer Analyse in Rücksprache mit dem „Video-Judge“ auf der Tribüne - wegen hohen Stocks nicht gegeben.

Der KAC machte ungebrochen Dampf, ein druckvolles Powerplay der Gastgeber Mitte des Drittels machte der immer stärker werdende Höneckl mit einigen Paraden zunichte. Lundmark traf zudem - nicht zum ersten Mal an diesem Abend - nur die Stange. Ein weiteres Überzahlspiel führte schließlich aber doch zum ersten Erfolgserlebnis für den Rekordmeister. Den ersten Fehler von Höneckl, der den Puck direkt vor Thomas Hundertpfund prallen ließ, nutzte der österreichische Stürmer in der 34. Minute zum mittlerweile hochverdienten 1:2.

VSV durchbricht KAC-Drangperiode in Überzahl

Ein betonharter Bandencheck in den Rücken von Nico Brunner brachte dem KAC-Kanadier Jean-Francois Jacques zwei Strafminuten ein. Der sichtlich mitgenommene Villacher musste vom Eis in die Kabine geleitet werden. Seine Teamkollegen sollten sich blitzschnell für ihn rächen. Im Powerplay stellte Brock McBride nach 39:02 Minuten auf 3:1 für den VSV. Ärgerlich für den KAC, dass die Zeitstrafe mitten in einer Drangperiode die Ausgleichsambitionen zunichte machte. Für McBride war es in einem rasanten Schlagabtausch das 16. Saisontor.

Lange Unterbrechung wegen angebohrter Leitung

Als sich die Mannschaften nach der zweiten Pause schon wieder auf den Weg aus den Kabinen zurück auf das Eis gemacht hatten, unterlief einem Techniker beim Bearbeiten eines Torstangenlochs ein folgenschwerer Fehler. Er bohrte eine Leitung unter der Eisfläche an, aus der in der Folge mit vollem Druck Kühlflüssigkeit auslief. Fast 45 Minuten lang musste das Eis repariert werden, um einen grandiosen Eishockey-Tag in Klagenfurt nicht unwürdig zu Ende gehen zu lassen.

Die fieberhaften Arbeiten waren von Erfolg gekrönt. Es ging weiter, und die an diesem Tag effizienteren Villacher stellten die Weichen endgültig auf Sieg. Einen schlimmen Abwehrfehler von Routinier Mike Siklenka nutzte Daniel Nageler in der 45. Minute eiskalt aus. Der Stürmer zog alleine auf KAC-Goalie Swette und traf zum alles entscheidenden 4:1. Diesen Vorsprung ließ sich der im Dezember schwer in Fahrt gekommenen VSV nicht mehr nehmen. Fast vier Minuten lang versuchten es die Klagenfurter im Finish mit einem sechsten Feldspieler statt Goalie Swette, ein Tor war ihnen nicht mehr vergönnt.

Harald Hofstetter, ORF.at

Erste Bank Eishockey Liga

Samstag:

KAC - VSV 1:4

(0:2 1:1 0:1)

Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 29.700 Zuschauer

Tore: Hundertpfund (34./PP) bzw. Krog (6.), Waugh (8.), McBride (40./PP), Nageler (45.)

Strafminuten: 4 bzw. 6

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