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Ein „außergewöhnliches Angebot“

Red Bull Salzburg ist nach Kevin Kampl am Freitag mit Stürmer Alan ein weiterer wichtiger Spieler abhandengekommen. Der Brasilianer wechselt mit sofortiger Wirkung vom Bundesliga-Titelverteidiger zum chinesischen Erstligaverein Guangzhou Evergrande.

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Guangzhou Evergrande bezifferte die Ablösesumme für den 25-Jährigen, der einen Vierjahresvertrag erhielt, am Freitag auf seiner Facebook-Seite mit 11,1 Millionen Euro.

Alan war im Sommer 2010 vom brasilianischen Club Fluminense nach Salzburg gewechselt und hat dort zwei Meistertitel und zweimal den Cup gewonnen. Neben Kapitän Jonatan Soriano war er zuletzt im Angriff gesetzt. Für den Abgang des Brasilianers haben die Salzburger aber bereits vorgesorgt. Schon vergangene Woche verpflichteten die „Bullen“ den elffachen Saisontorschützen Marco Djuricin vom Ligakonkurrenten Sturm Graz.

Seit Dezember wurde verhandelt

Eine Lücke wird Alan dennoch hinterlassen. Der quirlige Angreifer hatte in 129 Pflichtspielen für die Salzburger nicht weniger als 93 Tore erzielt, 19 davon im Europacup. Guangzhou hatte den Brasilianer laut Salzburg-Angaben bereits längere Zeit beobachtet. Alan hatte den Club zuletzt von seinen Wechselabsichten unterrichtet. Die Verhandlungen seien laut Salzburg seit Dezember gelaufen.

Alan (Salzburg)

ORF.at/Christian Öser

Für Alan ist die Zeit im „Bullen“-Trikot vorbei

„In einem persönlichen Gespräch hat mir Alan mitgeteilt, dass er das außergewöhnliche Angebot von Guangzhou Evergrande unbedingt annehmen möchte“, sagte Salzburgs Sportchef Ralf Rangnick. „Nach konstruktiven Verhandlungen mit dem chinesischen Club konnten wir eine Einigung erzielen und haben daher dem Wechselwunsch von Alan entsprochen. Wir wünschen ihm bei seiner neuen Aufgabe alles Gute und viel Erfolg.“

Eine mögliche Zukunft von Alan im österreichischen Nationalteam ist nach dem Transfer kein Thema mehr. Der Brasilianer, seit 2010 in Salzburg, hätte nach fünf Jahren mit Hauptwohnsitz in Österreich Ende 2015 die Staatsbürgerschaft und die Spielgenehmigung erhalten können. Der ÖFB hatte sich zuletzt intensiv darum bemüht.

Ein Club mit großen Ambitionen

Bei Guangzhou fungiert der frühere Weltfußballer Fabio Cannavaro als Trainer, sein einstiger italienischer Weltmeistertrainer Marcello Lippi ist Technischer Direktor. Der Club aus der Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt, zuletzt viermal in Serie chinesischer Meister, hat große Ambitionen. Erst Anfang der Woche hatte Guangzhou für 15 Millionen Euro den brasilianischen Offensivspieler Ricardo Goulart von Cruzeiro Belo Horizonte verpflichtet. Mit Alan sei das Einkaufsprogramm nun aber abgeschlossen.

Mehrere Möglichkeiten im Angriff

In Salzburg kommt neben Djuricin auch der Ex-Rapidler Marcel Sabitzer für den vakanten Sturmplatz neben Soriano infrage. Allerdings muss Trainer Adi Hütter auch auf dem Flügel einen Ersatz für den zu Borussia Dortmund abgewanderten Kevin Kampl finden. Weitere Alternativen sind der vom Zweitligisten Liefering geholte Brasilianer Felipe Pires sowie der neue Japaner Takumi Minamino.

Kommende Woche fliegen die Salzburger auf Trainingslager nach Doha. Nach dem Ligaauftakt am 15. Februar in Wiener Neustadt geht es für den Tabellenführer in der ersten K.-o.-Runde der Europa League gegen den spanischen Spitzenclub Villarreal (19. und 26. Februar) - unter den aktuellen Umständen keine einfach Aufgabe. Mit den Verkäufen von Sadio Mane (um kolportierte 15 Mio. Euro zu Southampton), Kampl (zwölf Mio. Euro kolportiert) und Alan hat Red Bull im vergangenen halben Jahr aber gut verdient.

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