2015 wartet „knackige“ Streif
Punktgenau zur 75. Auflage der Hahnenkamm-Rennen feiert der Zielsprung auf der Streif eine Art Comeback. Diese Passage, auf der es in der Vergangenheit einige schwere Stürze gegeben hatte, wurde unter den neuen FIS-Renndirektoren wieder in das Streckenprofil aufgenommen. Und das, obwohl sich die wohl berühmteste Abfahrtspiste der Welt 2015 hart und eisig wie schon lange nicht mehr präsentiert.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
„Die Bedingungen im Vorfeld waren für die Präparierung geradezu fantastisch“, erklärte Rennleiter Peter Obernauer, warum die Abfahrtspiste diesmal so spektakulär ausgefallen ist. „Es war warm und nass, das ergab eine sehr stabile Kunstschneebasis. Die haben wir trotzdem auch noch mehrere Tage mit dem Balken zusätzlich bewässert, um sie hundertprozentig zu stabilisieren“, so Obernauer - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.
„Von oben bis unten gleiche Bedingungen“
Das Ergebnis: „Eine sehr knackige, aber faire Piste, von oben bis unten gleiche Bedingungen. Aber eben sehr, sehr hart - wie seit vielen Jahren nicht mehr.“ Zudem spüren die Läufer diesmal auf einer der schwersten Strecken der Welt die Bodenunebenheiten extrem stark. „Sie werden deshalb nicht von oben bis unten mit den Stöcken unter den Armen fahren, sondern mehr balancieren und ausgleichen müssen“, hält Obernauer das aber sogar für „sicherer“.

GEPA pictures/ Hans Osterauer
Obernauer (r.) hofft, dass wie im Vorjahr wieder ein Österreicher ganz oben steht
Dass der Zielsprung fast wieder in seiner alten Größe „da“ ist, sei positiv. „Das gehört zu Kitz dazu und ist auch nichts Gefährliches“, ist Obernauer überzeugt und verwies auf Fehler der schwer gestürzten Läufer Scott McCartney (2008) und Daniel Albrecht (2009). „Albrecht ist mit Rücklage zum Sprung gekommen, das darf man nicht. Auch ein Skispringer kommt nicht mit Rücklage zum Schanzentisch.“ Der Amerikaner wiederum habe einfach nicht damit gerechnet, abzuheben.
„Nichts Gefährliches, sondern sportlich Schönes“
Die FIS-Renndirektoren Markus Waldner und Hannes Trinkl haben laut Obernauer für 2015 einen schönen, harmonischen Zielsprung bauen lassen. „Er ist genau markiert. Der Läufer weiß also genau, von wo an er in der Luft sein wird, und kann sich darauf vorbereiten. Das ist nichts Gefährliches, sondern etwas sportlich Schönes.“ Trotzdem hatte man den Zielsprung nach anfänglichen Diskussionen für das erste Training wieder etwas zurückgenommen.
„Er geht noch nicht recht weit, ist aber bis zum Renntag sicher genau richtig“, ist Waldner überzeugt. „Denn da haben wir noch Spielraum bis zum Rennen. Wir tasten uns im ersten Jahr nach der Rückkehr des Sprungs langsam heran, das Profil ist bereits perfekt.“ Ex-Rennläufer Trinkl beobachtete das erste Training just an diesem Sprung, um notfalls noch Korrekturen vornehmen zu können.
Mausefalle wird nach Kritik entschärft
Auf eine Bitte des Trainingsschnellsten und Athletensprechers Kjetil Jansrud reagierte man noch am Dienstag. Der wie Reichelt bereits voll fahrende Norweger hatte reklamiert, dass der Sprung über die Mausefalle extrem weit gehe. „Der Sprung ist zwar von der Flugphase her kein Problem, ging aber 60 Meter weit. Wir wurden gebeten, zurückzunehmen, und das haben wir getan“, sagte Waldner.
Der FIS-Chefrenndirektor zeigte sich auch mit den Adaptionen an der Strecke zufrieden. „Mit den beiden Wellen vor der Steilhangeinfahrt wollen wir das Tempo kontrollieren und ein Spektakel machen. Das hat funktioniert. Die Zuschauer werden nun mit freiem Auge sehen, dass die Linien der Fahrer variieren.“
Auch das Wetter sollte den Kitzbühelern bei der Jubiläumsauflage keinen Strich durch die Rechnung machen. Obernauer: „Hausberg und Zielschuss werden wieder klassisch gefahren. Wir hoffen, dass das 75er-Jubiläum auch das Spektakel wird, das wir gerne abliefern möchten.“
Links: