Sechs ÖSV-Kombinierer in den Top 15
Bernhard Gruber hat am Freitag bei der WM-Generalprobe der Nordischen Kombinierer in Val di Fiemme seinen ersten Saisonsieg und den insgesamt fünften Weltcup-Erfolg gefeiert. Nach drei Podestplätzen in diesem Winter war der 32-jährige Salzburger erstmals Spitze, als Sechster des Springens setzte er sich nach dem 10-km-Langlauf mit 7,8 Sekunden Vorsprung auf den Norweger Jan Schmid durch.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Der Vorarlberger Sepp Schneider wurde mit 10,6 Sekunden Rückstand knapp hinter dem norwegischen Olympiasieger Jörgen Graabak Vierter und verpasste seinen ersten Weltcup-Podestplatz um nur 0,4 Sekunden. Mit Mario Seidl (Neunter), Wilhelm Denifl (Zehnter), Tomaz Druml (Zwölfter) und Harald Lemmerer (14.) kamen vier weitere Österreicher in die Top 15, Punkte holten auch Lukas Klapfer (19.) und Philipp Orter (29.), einzig Christoph Bieler (31.) ging leer aus.

APA/EPA/Andrea Solero
Kurz vor dem Ziel hatte Bernhard Gruber den Sieg bereits in der Tasche
Österreicher im Springen stark
Aufgrund schwieriger Windbedingungen musste der Sprungdurchgang abgebrochen werden, deshalb kam der provisorische Wertungsdurchgang zum Tragen. Und mit den Sprungleistungen konnte ÖSV-Trainer Christoph Eugen mehr als zufrieden sein. Bieler führte als Dritter nämlich ein Österreicher-Paket an. Unmittelbar hinter dem Routinier starteten Schneider, Gruber, Denifl und Seidl in die Loipe, nur wenige Sekunden dahinter folgte Druml.
Lange Zeit führte eine achtköpfige Spitzengruppe - darunter nicht weniger als sechs Österreicher. Erst in der letzten Runde brach die Gruppe auseinander. Als die nach dem Springen rund eine Minute hinter Gruber zurückliegenden Norweger Graabak und Mikko Kokslien sowie der deutsche Seriensieger Eric Frenzel bedrohlich näher kamen, attackierte Gruber. Er distanzierte Schmid im letzten Anstieg und skatete drei Wochen vor der WM in Falun zu seinem ersten Weltcup-Sieg seit der Olympiageneralprobe in Sotschi am 2. Februar 2013.
Dieses Element ist nicht mehr verfügbar
Im „Bernie-Uphill“ setzte sich Gruber von Jan Schmid ab
„Heute hat alles zusammengepasst“
„Das ist ein sensationelles Gefühl, heute hat alles zusammengepasst“, freute sich der Gasteiner Gruber. Den Schlussanstieg hatte er bereits bei der WM 2013 liebgewonnen - damals sicherte er dort Silber im Einzel und im Team-Sprint. „Mir ist beim Laufen die Erinnerung an den ‚Bernie-Uphill‘ eingeschossen, ich hatte schnelle Beine und habe dort noch Gas geben können“, sagte Gruber. „Es war ein richtiger Genuss, den Anstieg hinaufzufliegen und als Erster die Ziellinie zu überqueren.“
Dieses Element ist nicht mehr verfügbar
Gruber jubelte über seinen ersten Weltcup-Sieg seit fast zwei Jahren
Vor der WM von 18. Februar bis 1. März stehen noch zwei Bewerbe - ein Team-Sprint am Samstag (mit Gruber/Schneider und Klapfer/Orter) und ein Einzel am Sonntag - auf dem Programm. Gruber hat nun Lunte gerochen. „Das macht Lust auf mehr“, sagte er und freute sich über einen Schub an Selbstvertrauen im Hinblick auf die WM. „Ich habe gezeigt, dass ich wieder gewinnen kann. Ich bin überglücklich, aber ich muss auch sagen, dass mir Predazzo besonders gut liegt.“
Frenzels Erfolgslauf gestoppt
Gruber - mit dem ÖSV-Team Olympiasieger 2010 in Vancouver und zweifacher Weltmeister - beendete die Siegesserie von Frenzel, der die letzten fünf Bewerbe, darunter das Triple in Seefeld, für sich entschieden hatte. Diesmal musste sich der Olympiasieger von Sotschi mit Rang sechs begnügen. Im Weltcup baute Frenzel seine Spitzenposition aber aus, er führt nun 320 Punkte vor dem in Italien fehlenden Japaner Akito Watabe und 321 vor Gruber, der sich vom siebenten auf den dritten Rang vorschob.
Schneider gelang sein bestes Weltcup-Resultat - er übertraf den siebenten Platz von Oslo vom März 2014 -, war aber dennoch nicht vollauf zufrieden: „Schön und gut, aber leider habe ich das Podest im Sprint verloren“, sagte der 23-Jährige, „das ist momentan schade, aber meine Form stimmt.“
Von den weiteren ÖSV-WM-Anwärtern kamen Schonach-Sieger Klapfer und Orter nach schwächeren Sprüngen über die Plätze 19 bzw. 29 nicht hinaus. Bieler ist nach den kurz vor Weihnachten erlittenen Rippenbrüchen im Springen schon wieder stark, das Laufen klappt beim 37-Jährigen aber noch nicht nach Wunsch.
| Freitag-Einzelbewerb (ein Sprung und 10 km Langlauf): |
| 1. |
Bernhard Gruber |
AUT |
29:13,9 |
6/12* |
| 2. |
Jan Schmid |
NOR |
+ 7,8 |
9/13 |
| 3. |
Jörgen Graabak |
NOR |
10,2 |
27/2 |
| 4. |
Sepp Schneider |
AUT |
10,6 |
5/18 |
| 5. |
Mikko Kokslien |
NOR |
11,0 |
21/4 |
| 6. |
Eric Frenzel |
GER |
11,2 |
19/5 |
| 7. |
Magnus Moan |
NOR |
15,5 |
34/1 |
| 8. |
Armin Bauer |
ITA |
17,6 |
13/8 |
| 9. |
Mario Seidl |
AUT |
20,1 |
8/17 |
| 10. |
Wilhelm Denifl |
AUT |
26,3 |
7/21 |
| 11. |
Sebastien Lacroix |
FRA |
28,0 |
15/7 |
| 12. |
Tomaz Druml |
AUT |
31,0 |
10/19 |
| 13. |
Thomas Kjelbotn |
NOR |
35,0 |
1/32 |
| 14. |
Harald Lemmerer |
AUT |
42,4 |
16/10 |
| 15. |
Ilkka Herola |
FIN |
56,8 |
22/11 |
| 19. |
Lukas Klapfer |
AUT |
1:18,3 |
29/14 |
| 29. |
Philipp Orter |
AUT |
2:17,4 |
39/24 |
| 31. |
Christoph Bieler |
AUT |
2:24,3 |
3/40 |
Links: