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Hundertstelkrimi bei starkem Wind

Anna Fenninger ist ein Jahr nach Super-G-Olympiasiegerin auch Weltmeisterin in dieser Disziplin. Die 25-jährige Salzburgerin holte am Dienstag zum Auftakt der 43. Ski-WM in Beaver Creek Gold und verwies dabei Titelverteidigerin Tina Maze um 0,03 Sekunden auf den zweiten Platz. Lindsey Vonn fuhr mit 0,15 Sekunden Rückstand auf Rang drei.

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Cornelia Hütter sorgte bei ihrem WM-Debüt als Vierte (+ 0,26) für einen weiteren Spitzenplatz des ÖSV-Teams. Nicole Hosp und Elisabeth Görgl schieden jeweils kurz nach der Halbzeit des Rennens aus. Fenninger erwischte hingegen eine ausgezeichnete Fahrt. Sie beging keine sichtbaren Fehler, dosierte ihre Fahrt in puncto Tempo und optimaler Linie ideal und wurde auch von der Sonne begleitet, nachdem zuvor immer wieder starker Wind für Störung des Rennablaufs gesorgt hatte.

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Anna Fenningers Fahrt zu Super-G-Gold

Zum richtigen Zeitpunkt ganz oben

Am Ende rettete die 25-jährige Salzburgerin von 33 Hundertstel Vorsprung bei der ersten Zwischenzeit auf Maze noch 0,03 Sekunden ins Ziel. Fenninger ist damit die erste Läuferin, die ein Jahr nach Olympia auch Weltmeisterin wird. Damit unterbrach Fenninger zum richtigen Zeitpunkt ihre Serie von zweiten Plätzen im Super-G. Sie fuhr in den letzten drei Weltcup-Super-Gs immer auf Rang zwei, wurde zweimal von Lindsey Vonn und einmal von Elisabeth Görgl geschlagen. Im Weltcup fuhr sie bereits neunmal auf Platz zwei und gewann bisher erst einen Weltcup-Super-G, 2013 in Garmisch.

Jubel von Anna Fenninger

APA/Hans Klaus Techt

Die Erleichterung bei Fenninger nach dem knappen Sieg war groß

„Ich check’s noch nicht ganz, ich war in der Früh in guter Stimmung und habe davon geträumt, dass es im Ziel grün aufleuchtet - und das ist wahr geworden“, sagte Fenninger im ORF-Interview im Ziel. Sie setzte damit auch eine rot-weiß-rote Erfolgsserie bei Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek fort. Ulrike Maier und Sigrid Wolf feierten hier 1989 einen Doppelsieg, noch reicher war die Ausbeute 1999 beim Dreifacherfolg von Alexandra Meissnitzer, Renate Götschl und Michaela Dorfmeister.

Immer wieder Unterbrechungen

Aufgrund des starken Windes im oberen Streckenabschnitt war der Start zum Reservestart nach unten verlegt worden und das Rennen um 30 Minuten verschoben. Der Österreicher Roland Assinger hatte den Kurs ausgeflaggt, und die Französin Marie Jay Marchand-Arvier eröffnete im zweiten Versuch, weil im oberen Teil weiterhin der Wind blies, schließlich um 11.33 Uhr Ortszeit endgültig die 43. Ski-WM.

Der erste überzeugende Lauf bei relativer Windstille gelang der Deutschen Viktoria Rebensburg, die mit Nummer zehn die bis dahin führende Italienerin Elena Curtoni um 0,90 Sekunden abhängte. Das Rennen entwickelte sich durch wiederholte Unterbrechungen wegen des Windes auch zum Geduldsspiel. Die Fahrerinnen nach Rebensburg scheiterten bei dem Versuch, die Bestzeit der Deutschen zu knacken.

Hütter begeistert

Nicht so Cornelia Hütter: Die 22-jährige Steirerin erwischte bei ihrem WM-Debüt einen starken Lauf, blieb fast durchgehend auf Zug, baute den Vorsprung kontinuierlich aus und war im Ziel um 52 Hundertstelsekunden schneller als Rebensburg. „Zwischendurch dachte ich, ich bin nicht so schnell, aber es scheint zu passen. Die ersten drei Tore sind schon windig, dann geht’s,“ meinte Hütter im ORF-Interview im Ziel.

Jubel von Cornelia Hütter

APA/Hans Klaus Techt

Cornelia Hütter freute sich zu Recht über ihren guten Lauf und Rang vier

Was die Zeit Hütters wert war, bewies gleich im Anschluss Lara Gut. Die Schweizerin, eine der Favoritinnen auf den Sieg, blieb über eine Sekunde hinter der ÖSV-Läuferin. Gar nicht ins Ziel kam Hosp, die nach rund 45 Sekunden auf dem Innenski ausrutschte und ein Tor verpasste. Dann kam Vonn, und nach Rückstand im oberen Bereich holte die 30-jährige Lokalmatadorin vor den Augen ihres Lebensgefährten, dem Golfsstar Tiger Woods, im unteren Abschnitt auf und schnappte Hütter die Führung um 0,11 Sekunden weg.

Die Freude über mögliches Gold währte aber nur kurz, denn als nächste Läuferin zog Maze über die „Raptor“-Piste und setzte sich um 0,12 Sekunden vor Vonn an die Spitze. Tina Weirather spielte dann im Kampf um die Medaillen keine Rolle, und auch Görgl scheiterte wie zuvor Hosp. Fenninger ließ sich von alldem nicht beirren und fuhr zu ihrem zweiten WM-Titel nach Gold in der Superkombi 2011 in Garmisch.

Martin Wagner, ORF.at

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