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Olympiasiegerin und Weltmeisterin

Besser geht es nicht. Anna Fenninger hat gleich im ersten Bewerb der WM 2015 in Beaver Creek Gold geholt und als Weltmeisterin im Super-G zugleich Geschichte geschrieben: Erstmals war einer Läuferin gelungen, unmittelbar nach dem Olympiasieg den Weltmeistertitel in derselben Disziplin zu erobern. Mit dem Olympiagoldski ließ sie Titelverteidigerin Tina Maze und US-Favoritin Lindsey Vonn am Dienstag hinter sich.

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Im Ziel konnte es Fenninger schier nicht fassen. Sie wälzte sich vor Freude im Schnee, das US-Publikum erwies sich wie immer fair und applaudierte artig, sogar Tiger Woods auf der Tribüne, obwohl Freundin Vonn gerade auf Platz drei zurückgefallen war. Vonn selbst war schon bei Maze ein wenig die Mimik eingeschlafen, die unmittelbar nach Vonn mit Bestzeit abgeschwungen hatte und ihrerseits gegen Fenninger um den Wimpernschlag von drei Hundertstelsekunden das Nachsehen haben sollte.

Tina Maze (SLO), Anna Fenninger (AUT) und Lindsey Vonn (USA)

APA/EPA/Keystone/Jean-Christophe Bott

Das Lächeln einer Siegerin

Fenninger blickte gebannt auf die Videowall - dann ein breites Lächeln, der Daumen war oben. Der innige Siegerkuss von Freund Manuel Veith, einem früheren Snowboardprofi, war redlich verdient. Bei der Flower Ceremony herzten einander auch Fenninger, Maze und Vonn - als die österreichische Bundeshymne erklang, nicht The Star-Spangled Banner.

Nur die Besten auf dem Podium

Begeistert klatschte da Ex-Abfahrtsweltmeister Michael Walchhofer. Zwölf Jahre nach seinem WM-Sieg war er in Beaver Creek in seiner Funktion als ÖSV-Vizepräsident Augenzeuge von Fenningers WM-Sieg. Walchhofer gegenüber ORF.at: „Das war echt lässig, im oberen Teil ist Anna sensationell gefahren. Dort drehte der Kurs für Vonn vielleicht zu sehr. Unglaublich, ein perfekter Auftakt für unser Team.“

WM-Super-G der Damen:

  • Gold: Anna Fenninger (AUT)
  • Silber: Tina Maze (SLO)
  • Bronze: Lindsey Vonn (USA)

Vollständiges Ergebnis

Medaillenspiegel

Noch besser: „Die drei Besten der Welt stehen auf dem Podium und Anna ganz oben. Dieses Podest kann sich sehen lassen. Ein Traum“, sagte der Salzburger, während Fenninger im Zielraum noch von TV-Station zu Station gereicht wurde. Die Tribüne war längst leer.

„Ein großer Moment für mich“

„Als ich im Ziel den grünen Einser aufleuchten sah, ging ein Traum in Erfüllung. Ein großer Moment für mich. Das Gefühl war überwältigend. Ich kann gar nicht sagen, was das für mich bedeutet“, schilderte Fenninger bei der späteren Pressekonferenz. Schon am Morgen habe sie ein gutes Gefühl gehabt und gewusst, dass sie gewinnen könne, auch weil die vergangenen Weltcup-Duelle - gegen Vonn - als Zweite immer nur knapp verloren gegangen waren.

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Auch bei der Siegerehrung stand Fenninger im Mittelpunkt

„Ich brauchte nur ein bisschen Glück, das hatte ich diesmal, die Hundertstel waren auf meiner Seite“, sagte Fenninger, die in Garmisch vor vier Jahren in der Superkombi ihren ersten WM-Titel eingefahren hatte - damals überraschend, als Olympiasiegerin diesmal nicht.

Anders als der Olympiasieg

Ob die Gefühle beim Olympiasieg mit dem WM-Titel vergleichbar seien? „Das waren andere Emotionen, ich hatte Startnummer 18 und musste im Ziel lange warten, ob es reichen würde. Das hat sich dann aufgebauscht. Diesmal mit Nummer 22 wusste ich, wenn ich im Ziel Erste bin, dann passt es. Und es passte. Das war ein ganz anderes Erlebnis“, so Fenninger.

Anna Fenninger mit Goldmedaille

APA/Hans Klaus Techt

Ein ganz besonderer Augenblick

„Ich bin unheimlich froh, dass ich das erleben durfte. Dafür bin ich dankbar. Dass alles so klappt, war nicht selbstverständlich. Ich spüre in diesem Moment erst, wie viele Menschen hinter dem Erfolg stehen, wie viele Menschen sich mit mir freuen. Schön, dass ich das noch einmal erleben darf.“

Vonn und Maze zollen Respekt

Selbst die geschlagenen Vonn und Maze freuten sich mit Fenninger. „Sie fuhr außergewöhnlich, deshalb hat sie sich den Sieg absolut verdient“, sagte Vonn. Sie war nach der Verletzung und dem harten Weg zurück selbst mit Bronze glücklich, obwohl sie vor Heimpublikum freilich nur allzu gern gewonnen hätte. „Ich habe mein Bestes gegeben. Manchmal reicht das für den Sieg, diesmal nicht.“

Maze gab die faire Zweite: „Ich bin wirklich glücklich, dass sich Silber ausgegangen ist. An sich dachte ich, dass Lindsey die wäre, die es zu schlagen gilt. Dann kam Anna. Sie fuhr großartig. Bei Großevents geht es halt immer knapp zu. Einmal hat der eine mehr Glück, dann der andere. Diesmal war Anna die Glücklichere.“

„Verlieren kann ich nichts mehr“

Dass sie die erste Läuferin ist, die Olympiasieg und WM-Titel in derselben Disziplin hintereinander einfuhr, war Fenninger gar nicht bewusst. Das erfuhr sie erst im Nachhinein und freute sich. „Aber es bedeutet mir generell sehr viel, dass ich im Super-G auch Weltmeisterin sein kann. Ob es jetzt gleich nach dem Olympiasieg ist oder wann anders, ist egal. Wichtig ist, dass ich es bin“ - und das gleich nach dem ersten WM-Bewerb.

Fenninger: „Besser hätte es nicht starten können. Verlieren kann ich jetzt nichts mehr. Das war aber auch das Motto im Super-G. Ich kann nichts mehr verlieren, weil ich eigentlich nur gewinnen kann. Und wenn ich nichts gewinne, habe ich auch nichts verloren.“

Michael Fruhmann, ORF.at, aus Vail/Beaver Creek

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