Coach Glasner will defensive Ordnung
Licht und Schatten. Josko Ried hat im Herbst nach einem extrem schwachen Saisonstart im zweiten Quartal der tipico-Bundesliga einen klaren Aufwärtstrend gezeigt. Erfolgsfaktor war dabei eine kompakte Defensive. Das ist für den Tabellenachten auch im Frühjahr der Schlüssel zum Erfolg. „Ich lege großen Wert darauf, defensiv kompakt zu stehen“, betonte Rieds Trainer Oliver Glasner gegenüber der APA.
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Ried kassierte in den letzten sieben Spielen nur fünf Gegentore, davon gleich drei bei der 1:3-Niederlage auswärts gegen Puntigamer Sturm Graz. In den jüngsten zehn Partien gab es in fünf gar keinen Gegentreffer. „Das ist die Basis, und dann kann man auch nach vorne aufbauen. So holt man sich Selbstvertrauen“, erklärte Glasner. Die Konzentration auf die Defensive hat zudem auch einen anderen Grund. „Es ist so, dass wir nicht eine Mannschaft sind, von der man jedes Spiel drei, vier Tore erwarten kann, wie es bei Salzburg im Herbst oft war.“

GEPA/Christian Ort
Die Rieder bereiteten sich gewissenhaft auf den Frühjahrsauftakt vor
Besseres Umschaltspiel und mehr Torchancen
Das unterstreicht auch der Blick auf die geschossenen Tore. Vor dem 6:0-Kantersieg gegen Schlusslicht Wr. Neustadt zum Herbstabschluss waren es nur 20 in 18 Spielen. „Wir wollen nicht nur defensiv kompakt stehen, sondern uns gleichzeitig schon deutlich verbessern in unserem Umschaltspiel, die Ballgewinne in Torchancen und vor allem auch Tore umwandeln“, so Glasner, der auch in der Offensive eine Steigerung sehen will.
Mit dem Kroaten Petar Filipovic und Ex-WAC-Kicker Michele Polverino hat er zwei neue Alternativen im Kader. „Natürlich haben wir Spieler verpflichtet, um uns zu verbessern, sowohl in der Spitze als auch in der Breite. Bisher schaut es so aus, als ob uns das auch gelungen wäre“, ist Glasner zufrieden.
„Für Veränderungen braucht man Zeit“
Keinesfalls zufrieden war der Ried-Trainer mit dem Beginn seiner Ära im Innviertel. Nach der achten und auch neunten Runde zierte man mit sechs Zählern noch das Tabellenende. „Wir hatten sehr viele neue Spieler, eine sehr junge Mannschaft und wollten anders spielen. Dass da nicht alles auf Knopfdruck funktioniert, ich nicht irgendein Wunderheiler bin, war mir schon klar. Aber natürlich hätte ich es mir etwas einfacher erhofft“, sagte Glasner rückblickend.
Angst um seinen Job habe er trotz der Schwächephase nie gehabt. „Es war intern relativ ruhig, ich habe die Rückendeckung des Vereins in jeder Sekunde zu 100 Prozent gespürt, dafür bin ich auch dankbar“, meinte Glasner. Seine Lehren hat er aus dem Fehlstart gezogen. „Die größte Lehre war für mich, dass man für Veränderungen Zeit braucht, und die habe ich Gott sei Dank auch gehabt.“
Blick ist nicht zu weit nach vorne gerichtet
Das sei auch der Schlüssel für die Rückkehr auf die Erfolgsstraße gewesen. „Wir haben uns gemeinsam und geschlossen als Team nicht beirren lassen, an uns geglaubt, uns weiterentwickelt und dann auch die Ergebnisse eingefahren“, erklärte Rieds Trainer. Im Frühjahr gilt es nun für die Oberösterreicher, an die Performance in Teil zwei des Herbstes anzuschließen.
Durch die negativen Erfahrungen zum Saisonstart ist der Blick aber nicht zu weit nach vorne, sprich in Richtung Europacup, gerichtet. „Wir wollen, dass die Entwicklung bei unseren Spielern, die wir Mitte der Herbstsaison eingeleitet haben, weiter nach oben geht. Dann wird man sehen, was dabei herauskommt“, sagte Glasner. Zum Auftakt wartet am Samstag gleich das schwierige Gastspiel bei Rapid, wo man in der Liga noch nie gewonnen hat.
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