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Hirscher deklassiert Gegner in Garmisch

Der Salzburger Marcel Hirscher hat am Sonntag in Garmisch in überlegener Manier seinen 30. Weltcup-Sieg eingefahren. Der 25-Jährige gewann mit Bestzeiten in beiden Durchgängen mit einem Riesenvorsprung von 3,26 Sekunden vor Lokalmatador Felix Neureuther aus Deutschland. Den dritten Platz mit 3,44 Sekunden Rückstand belegte ÖSV-Routinier Benjamin Raich.

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Den Grundstein für seinen fünften Riesenslalom-Saisonsieg, seinen vierten im Weltcup in Serie und den ersten in Garmisch, hatte Hirscher im ersten Durchgang gelegt, in dem er fast zwei Sekunden schneller als der Zweitplatzierte Raich war. Diesen Vorsprung ließ sich Hirscher einen Tag vor seinem 26. Geburtstag nicht mehr nehmen - er baute ihn sogar noch aus. Raich fiel in der Entscheidung noch hinter Neureuther zurück, schaffte aber zum insgesamt 94. Mal in seiner Karriere den Sprung auf das Weltcup-Podest.

Felix Neureuther, Marcel Hirscher und Benjamin Raich

Reuters/Stephan Jansen

Hirscher flankiert von Raich (r.) und Neureuther

Herren-RTL in Garmisch:

  • 1. Marcel Hirscher (AUT)
  • 2. Felix Neureuther (GER)
  • 3. Benjamin Raich (AUT)

Hirschers Vorsprung von 3,28 Sekunden war letztlich der drittgrößte in einem Weltcup-Riesentorlauf der Herren, überlegener gewann bisher nur Ingemar Stenmark. Der legendäre Schwede triumphierte vor 36 Jahren im slowakischen Jasna mit 4,06 Sekunden Vorsprung auf den Jugoslawen Bojan Krizaj. Im Jänner 1979 gewann er den Riesenslalom in Courchevel 3,73 Sekunden vor dem Schweizer Peter Luescher.

„Es ist voll schräg“

Hirscher war nach dem Erfolg baff, eine Erklärung dafür fand er nicht. „Ich weiß in Wirklichkeit nicht, warum ich so schnell war, ich bin schon Rennen gefahren, wo ich mich besser gefühlt habe und hinten war. Das Material war einfach toll, es ist voll schräg. Es gibt aber auch Tage, an denen es für mich nicht so einfach ist, ich verstehe deshalb jeden, der nicht mit diesen Bedingungen zurechtkommt. Für mich hat heute alles gepasst“, sagte der Salzburger, der am Montag seinen 26. Geburtstag feiert.

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In der Entscheidung baute Hirscher seinen Vorsprung sogar noch aus

Auch Routinier Raich war zufrieden und voll des Lobes für seinen elf Jahre jüngeren Teamkollegen: „Es ist sehr gut gegangen, ich habe ein gutes Gefühl gehabt. Alle, die mit mir den Weg gegangen sind, haben gute Arbeit gemacht. Ich habe weiterhin Freude und Begeisterung und bin absolut fit. Und Marcel - jeder Schwung von ihm hat mich begeistert. Natürlich wäre ich gerne schneller, aber man muss wirklich Respekt vor seiner Leistung haben."

188 Punkte vor Ligety

Die kleine Kugel für den Riesentorlauf-Weltcup ist Hirscher nach dem Erfolg in Garmisch kaum mehr zu nehmen. Schon 188 Punkte liegt der Salzburger bei zwei ausstehenden Rennen vor US-Weltmeister Ted Ligety, der in Garmisch über den vierten Platz nicht hinausgekommen war. Im Gesamtweltcup führt Titelverteidiger Hirscher („Ich will mich nicht in Sicherheit wiegen“) mit nun ebenfalls 188 Punkten vor Kjetil Jansrud. Der Norweger schaffte es im Riesenslalom auf Platz 15 (5,13) und war damit besser klassiert als in der Abfahrt (19.) am Samstag.

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