Aufregung über „shit country“
Ein Ausraster von Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic hat in Frankreich große Empörung ausgelöst. Nach dem 2:3 seines Teams Paris Saint-Germain (PSG) bei Girondins Bordeaux beschimpfte der Schwede die „Grande Nation“ am Sonntagabend auf Englisch als „shit country“ und zog sich damit den Zorn seines Gastgeberlandes zu.
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„Ich spiele schon 15 Jahre Fußball und habe nie einen solchen Schiedsrichter gesehen wie in diesem Scheißland. Dieses Land verdient PSG nicht“, rief der 33-jährige Stürmer auf dem Weg in die Kabine. Schon davor hatte sich Ibrahimovic mit dem vierten Schiedsrichter angelegt und sich über die Vorgehensweise der Referees beschwert. „Wacht auf, wir spielen hier nicht bei den Amateuren. Das habe ich in meiner Karriere noch nie gesehen“, schimpfte der Schwede und schickte dem Unparteiischen auch gleich das Götz-Zitat hinterher.

Reuters/Regis Duvignau
Ibrahimovic lag die knappe Niederlage in Bordeaux schwer im Magen
Sportminister fordert Entschuldigung
Ibrahimovic war nach der Niederlage, in der er beide Tore von PSG erzielt hatte (50., 85./Elfmeter), auch von seinem Teamkollegen Thiago Silva nicht zu beruhigen gewesen. Was war genau passiert: In der 87. Minute hatte Schiedsrichter Jaffredo Proteste der PSG-Spieler ausgelöst, als er Bordeaux-Torhüter Cedric Carrasso einen unerlaubten Rückpass eines Mitspielers mit den Händen aufnehmen ließ, ohne zu pfeifen.
„Habe nur über Fußball gesprochen“
Der Chef der französischen Schiedsrichterkommission, Eric Borghini, bezeichnete die Attacke des Spielers als „schockierend“. Auch der französische Sportminister Patrick Kanner forderte eine sofortige Entschuldigung des Sportlers. „Seine Enttäuschung rechtfertigt nicht seine Aussagen gegen den Schiedsrichter und sein Gastgeberland“, sagte Kanner.
Ibrahimovic versuchte in einer Aussendung die Wogen zu glätten. Seine Aussagen seien nicht gegen sein Gastgeberland gerichtet gewesen. „Meine Bemerkungen waren nicht gegen Frankreich oder die französische Bevölkerung gerichtet. Ich habe nur über Fußball gesprochen, und das in einer Situation, in der ich sehr verärgert war. Sollte sich jemand verletzt fühlen, will ich mich dafür entschuldigen“, sagte der 33-jährige Superstar.
Fans fordern Strafe
Doch anderen war das nicht genug. „Frankreich ist ein Land, das du liebst oder verlässt“, sagte Marine Le Pen, die Vorsitzende der rechtsgerichteten Front National (FN) am Montag im Radiosender France Info. Jerome Guedj, ein Regionalchef der Sozialistischen Partei (PS), wies die Äußerungen von Ibrahimovic als „inakzeptabel“ zurück. „Er soll Fußball spielen und die Klappe halten“, sagte er. Der Schwede sei „durchgedreht“, schrieb die Zeitung „Sud Ouest“.
Bei einer Onlineumfrage der Sportzeitung "L’Equipe" sprachen sich rund 58 Prozent der mehr als 40.000 teilnehmenden Leser für eine Strafe für Ibrahimovic aus. Die Zeitung „Le Figaro“ schrieb am Montag, der Stürmer werde ungeachtet seiner Entschuldigung einer Sperre von mehreren Spielen kaum entgehen können. Allerdings nicht wegen der Beleidigung seiner Wahlheimat, sondern wegen der Attacke auf die Referees. Die französische Profiliga (LFP) hat angekündigt, den Vorfall von seiner Disziplinarkomission am 19. März behandeln zu lassen.
Ibrahimovic’ missverständliche Aussage war der negative Höhepunkt einer nur bedingt erfolgreichen Woche für den Torjäger. Am Mittwoch hatte PSG dank eines 2:2 nach Verlängerung beim englischen Tabellenführer Chelsea zwar das Champions-League-Viertelfinale erreicht, Ibrahimovic hatte dabei aber wegen eines Fouls eine harte Rote Karte gesehen. PSG (56) liegt nach der Niederlage in Bordeaux nach 29 Runden zwei Punkte hinter Tabellenführer Lyon (58) zurück. Der Spitzenreiter trennte sich im Topspiel beim Dritten Olympique Marseille (54) torlos.
Französische Ligue 1
29. Runde
| Freitag, 13. März: |
| Monaco |
Bastia |
3:0 |
| Nizza |
Guingamp |
1:2 |
| Samstag, 14. März: |
| Metz |
St. Etienne |
2:3 |
| Lens |
Toulouse |
1:0 |
| Lorient |
Caen |
2:1 |
| Montpellier |
Reims |
3:1 |
| Nantes |
Evian |
2:1 |
| Sonntag, 15. März: |
| Lille |
Rennes |
3:0 |
| Bordeaux |
Paris SG |
3:2 |
| Marseille |
Lyon |
0:0 |
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