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Keine Wildcard für ÖVV-Damen

Der Internationale Volleyballverband (FIVB) hat am Montag die Teilnehmerliste für die Beachvolleyball-Weltmeisterschaften vom 26. Juni bis 5. Juli in den Niederlanden verlautbart. Österreich ist bei den Herren mit Clemens Doppler/Alexander Horst und Alexander Huber/Robin Seidl vertreten, bei den Damen allerdings mit keinem einzigen Duo.

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Die Wildcard-Anfrage von Stefanie Schwaiger/Barbara Hansel wurde nicht berücksichtigt, stattdessen sind ein chinesisches und ein niederländisches Paar dabei. Die dritte und letzte noch offene Wildcard ist ebenfalls für Niederländerinnen reserviert. Schwaiger und Hansel haben wegen ihrer Neuformierung in dem für die Vergabe der WM-Plätze entscheidenden Zeitraum zu wenig Punkte gesammelt.

Rückschlag für Olympiahoffnungen

Für die beiden bedeutet das Fehlen bei den WM auch in Hinblick auf die Olympia-Qualifikation für Rio de Janeiro 2016 einen Rückschlag, noch bevor diese richtig begonnen hat. Denn bei den in Den Haag, Amsterdam, Rotterdam und Apeldoorn ausgetragenen Titelkämpfen gibt es dreifache Punkte. Für die ÖVV-Herren wird es nächste Woche bei der Auslosung im WM-Finalschauplatz Den Haag interessant.

Barbara Hansel und Stefanie Schwaiger

GEPA/Walter Luger

Schwaiger und Hansel haben noch einen langen Weg zu Rio 2016 vor sich

Schwaiger/Hansel müssen nun überlegen, ob sie ein weiteres Turnier in ihren Wettkampfkalender aufnehmen, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Durch den WM-Entfall entsteht ihnen zwischen den Turnieren in St. Petersburg (bis 21. Juni) und Gstaad (ab 7. Juli) ein zweieinhalbwöchiges Terminloch. Nach Gstaad war eine zweiwöchige Intensivvorbereitung auf die Heim-EM in Klagenfurt (ab 28. Juli) vorgesehen. Das hieße aber, dass innerhalb von fünf Wochen nur in der Schweiz gespielt würde. Anbieten würde sich ein Start in Yokohama, dort wird aber in der Woche vor der Klagenfurt-EM gespielt, der Japan-Trip würde also die EM-Vorbereitung beeinträchtigen.

Prielozny seit Jänner neuer Coach

Für die vorolympische Saison haben sich Schwaiger/Hansel neu aufgestellt. Selbst erst seit einem halben Jahr ein fixes Team und als solches mit nur zwei World-Tour-Turnieren, haben sie mit Igor Prielozny seit Jänner einen neuen Coach. Seine Arbeit sollte schnell greifen, denn schon in vier Wochen beginnt in Fuzhou in China die Olympia-Qualifikation.

Prielozny ist in Österreich ein alter Bekannter. Mit den hotVolleys bzw. Bayernwerk hat der Slowake 2000 den Einzug ins Final Four der Champions League geschafft. Danach ging er als Trainer zu Näfels in die Schweiz, ehe sein erster Beach-Abstecher folgte. Mit EM-Gold für die Schweizer Sascha Heyer/Markus Egger 2001 beendete er eine dreijährige Titelserie von Paul und Martin Laciga. Mit Letzterem kreuzten sich nun wieder die Wege.

Der Eidgenosse schafft es wie sein Assistent Kersten Holthausen zeitlich nicht mehr, Schwaiger/Hansel ganzjährig zu betreuen. Das ist in Blickrichtung Rio 2016 aber nötig. „Beachvolleyball hat sich in kurzer Zeit professionalisiert“, zog der 58-jährige Prielozny am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien einen Vergleich zu seiner Arbeit mit Heyer/Egger. „Jetzt gibt es kaum noch ein Team ohne Psychologen, Statistiker und Physio.“ Das beobachtete er mit seinen Schützlingen zuletzt auf zwei Trainingslagern auf Fuerteventura, in denen primär deutsche und niederländische Teams als Sparringpartner fungierten.

Knochenmühle Qualifikation

Auf der World Tour muss das ÖVV-Duo aber vorerst aus der Qualifikation heraus, um sich in den Hauptbewerben die fetten Punkte zu sichern. „Ich glaube, dass wir so zwei Drittel der Saison in der Quali spielen müssen“, sagte Hansel. Einige Top-Ten-Plätze in Serie seien für einen Fixplatz im Hauptfeld nötig.

Kriterium für eine erfolgreiche Rio-Kampagne ist aber auch, die neue Rollenaufteilung zwischen den beiden früheren Blockspielerinnen gut hinzubekommen. „Ich werde jetzt mehr in die Verteidigung gehen“, verriet Schwaiger, dass sie quasi die Agenden ihrer im Vorjahr zurückgetretenen Schwester Doris übernimmt. „Ich würde sagen, zu 80 Prozent wird Babsi am Netz sein, zu 20 Prozent ich.“

Ball schon als „Freund“ gewonnen

Die variable Gestaltungsmöglichkeit könnte sich als Vorteil herausstellen, sind die beiden für die Gegnerinnen doch so nicht leicht auszurechnen. Im Training ging es aber vorerst darum, das Spielgerät gut in den Griff zu bekommen. „Es ging darum, dass der Ball unser Freund wird“, erläuterte Prielozny. „Das haben wir schon erreicht.“ Annahme/Zuspiel und Spielkonzepte sind weitere Schwerpunkte.

Erst am Sonntag kam das Duo aus Fuerteventura zurück, am Samstag hat die 31-jährige Hansel eine Prüfung in ihrem Studium „Führungspsychologie und -management“ zu absolvieren. Am Dienstag nach Ostern geht es für zehn Tage zum finalen Vorbereitungscamp nach Rom, ehe die Abreise nach China erfolgt. Schwaiger: „Wir fangen bei null an. Mit dem Team Schwaiger/Schwaiger ist das nicht zu vergleichen.“ Mit ihrer Schwester war die 28-Jährige zweimal Olympiafünfte, ein besseres Abschneiden in Rio ist das Traumziel. „Vorerst geht es aber nur um die Quali für Olympia“, führte die Niederösterreicherin aus. Und das wird hart genug.

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