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Erfolge für U17, U19 und U20

Im Schatten der jüngsten Erfolge des A-Teams hat die Nachwuchsabteilung des ÖFB Historisches geschafft. Nachdem die U19-Auswahl am Dienstag das EM-Ticket gelöst hat, gehen in den kommenden Monaten gleich drei Endrunden (U20-WM, U19-EM, U17-EM) mit österreichischer Beteiligung über die Bühne.

Mit dem Erreichten will man sich laut Willi Ruttensteiner aber nicht zufriedengeben. „Es geht immer noch mehr. Wir haben zum Beispiel bei einer Endrunde noch nie ein Semifinale gewonnen“, so der ÖFB-Sportdirektor.

Leicht werden es die Youngsters allerdings nicht haben. Die U20-Auswahl von Andreas Heraf trifft bei der WM von 30. Mai bis 20. Juni in Neuseeland auf Argentinien, Panama und Ghana, das U17-Team bekommt es zuvor bei der EM von 6. bis 22. Mai in der Gruppe A mit Gastgeber Bulgarien, Spanien und Kroatien zu tun. Das ergab die Auslosung am Donnerstag.

Teamchef Zsak sieht reizvolle Aufgabe

Teamchef Manfred Zsak zeigte sich nach der Auslosung in Pomorie nicht unbedingt erfreut. „Angesichts der Gegner musste ich einmal kurz durchschnaufen. Ein Match gegen den Veranstalter ist immer unangenehm, aber natürlich auch reizvoll. Kroatien ist eine Riesenmannschaft, und über Spanien muss man gar nicht diskutieren.“ Chancenlos sei seine Mannschaft dennoch nicht. „Wir werden alles geben und nichts unversucht lassen, um ins Viertelfinale zu kommen“, sagte Zsak.

Doch selbst wenn es für die U17, für die U20 und danach auch noch für die U19 von 6. bis 19. Juli in Griechenland nicht zum großen Wurf reichen sollte, würde der österreichische Fußball zumindest auf längere Sicht gesehen profitieren. „Diese Turniere sind für die Spieler eine extrem wichtige Erfahrung, und die kommt ihnen in ihrer weiteren Karriere zugute, wie man an der Kanada-Mannschaft sieht“, betonte Ruttensteiner.

Spieler der U21 Nationalmannschaft

GEPA/Ralph M. Fischer

Vor acht Jahren sorgte die damalige ÖFB-U20 für große Erfolge

Als vor acht Jahren die U20-WM-Vierten von Kanada um Sebastian Prödl, Zlatko Junuzovic, Martin Harnik, Rubin Okotie, Erwin Hoffer, Veli Kavlak und Markus Suttner für Furore sorgten, waren Nachwuchserfolge noch die Ausnahme. Mittlerweile müssen sich heimische Mannschaften nicht mehr hinter den Topnationen verstecken.

Ausbildung der Jugendlichen „sensationell“

Gründe dafür gibt es laut Ruttensteiner viele: „Der ÖFB hat mit der Einführung der Landesausbildungszentren für Zehn- bis 14-Jährige vor 14 Jahren einen sensationellen Schritt gesetzt. Die Spieler kommen jetzt viel besser vorbereitet in die Akademien.“ Auch die Akademien selbst leisten einen großen Beitrag zu den aktuellen Erfolgen. „Dort wird ein wahnsinniger Aufwand betrieben, um den Spielern eine international adäquate Ausbildung zu ermöglichen.“

Lob gab es von Ruttensteiner außerdem für ÖFB-Konditionstrainer Roger Spry („Sein Know-how ist für uns unbezahlbar“), für den Österreichertopf in der Bundesliga und für die Erste Liga als Ausbildungsliga. „Alles ist auf die Spielerentwicklung ausgerichtet. In Österreich kann ein Talent wirklich reifen.“

Willi Ruttensteiner

GEPA/Christian Ort

Ruttensteiner freut sich, endlich die Früchte seiner jahrelangen Arbeit ernten zu können

„Die Spieler sollten vorerst in Österreich bleiben“

Das sei auch ein Verdienst der reformierten Trainerausbildung. „Wir haben sie auf komplett neue Beine gestellt und die Fortbildung noch verbessert“, erzählte Ruttensteiner. Nun solle die Individualisierung des Trainings weiter verbessert werden. „Wir müssen noch mehr abgestimmt auf einzelne Spieler arbeiten, um sie zum Leistungsmaximum zu führen.“

Schon jetzt sei die Talenteausbildung in Österreich so gut, dass niemand als Teenager ins Ausland gehen müsse, betonte der ÖFB-Sportdirektor. „Meine Meinung ist, dass die Spieler vorerst in Österreich bleiben sollten, sich in der Bundesliga den Schliff holen und erst dann den nächsten Schritt in eine stärkere Liga machen sollten. Das ist viel besser, als bei ausländischen Vereinen im Nachwuchs oder in der zweiten Mannschaft zu spielen.“

Keine Abstellpflicht bei Nachwuchs-Endrunden

Ruttensteiner kam 1999 als U21-Teamchef und Sportkoordinator zum ÖFB, wo er die Jugendarbeit umkrempelte und dabei auch Kritik einstecken musste. Dass seine Reformen nun offensichtlich die gewünschten Ergebnisse bringen, erfüllt den Oberösterreicher nach eigenen Angaben nicht mit Genugtuung, auch wenn er zugab: „Natürlich hat die Kritik oft wehgetan, aber auch motiviert.“

Der Vertrag des 52-Jährigen beim ÖFB läuft bis Ende 2015 mit Option auf 2016, sollte sich das A-Team für die EM in Frankreich qualifizieren. „Die sportliche Qualifikation der Nationalmannschaft für eine Endrunde ist ein berufliches Lebensziel von mir“, betonte Ruttensteiner. David Alaba und Co. könnten die EM-Teilnahme im Herbst fixieren, davor stehen noch die drei Nachwuchsendrunden auf dem Programm.

Bei den Kaderzusammenstellungen für die Turniere ist der eine oder andere Härtefall nicht ausgeschlossen, schließlich gibt es vor allem bei der U19 und der U20 eine beträchtliche Schnittmenge an Spielern. „Aber die Trainer verstehen sich nicht nur von der Philosophie her gut, sondern sind auch Freunde. Ich sehe da keine Schwierigkeit“, betonte Ruttensteiner. Komplikationen bei den Teamnominierungen könnte es aber trotzdem geben - für die Clubs besteht bei den Junioren-Endrunden keine Abstellpflicht. „Ich kann nicht garantieren, dass wir alle Spieler bekommen werden“, sagte Ruttensteiner.

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