„Ruck durch den ganzen Verein“
Für die Wiener Austria gilt es in den kommenden Wochen, die Spannung hoch zu halten. Mehr als einen Monat ist es bis zum Finale im ÖFB-Samsung-Cup am 3. Juni in Klagenfurt, mit dem die Violetten ihre verkorkste Saison noch retten können. Interimscoach Andreas Ogris denkt aber nicht daran, den Fokus schon jetzt nur auf das Finalduell mit Titelverteidiger und Favorit Red Bull Salzburg zu legen.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Am Samstag (18.30 Uhr) geht es in der tipico-Bundesliga zu Hause gegen Schlusslicht Wiener Neustadt. Das dank einer klaren Leistungssteigerung letztlich souverän gewonnene Cup-Halbfinale am Mittwoch beim RZ Pellets WAC (3:0) hat neue Kräfte freigesetzt. „Wir wollen den Schwung und die Euphorie mitnehmen“, betonte Ogris. Das Selbstvertrauen sei zurück. „Jetzt wollen wir auch in der Meisterschaft endlich einmal voll punkten.“
Ogris wartet auf ersten Sieg in der Liga
Das ist den Wienern in vier Spielen unter Ogris noch nicht gelungen. Zwei Remis und zwei Niederlagen stehen zu Buche. Der Europacup wird bei elf Punkten Rückstand auf Platz fünf nur noch über den Cup zu erreichen sein. „Wir werden jetzt aber nicht nur einen Monat auf das Finale hinarbeiten“, betonte Ogris. „Es wird keine Lockerheit reinkommen. Wir sind es unseren Fans schuldig, auch in der Meisterschaft gute Resultate abzuliefern.“

GEPA/Christian Walgram
Die Chancen im Cupfinale gegen Salzburg stehen für Suttner bei „50:50“
Im Cup hat das der Rekordsieger in dieser Saison bereits getan. In fünf Spielen kassierten die Violetten bei 22:0 Toren noch keinen Gegentreffer. „Die Chancen im Finale stehen 50:50“, meinte Austria-Kapitän Markus Suttner, wohl wissend, dass mit den Salzburgern im Endspiel ein anderes Kaliber wartet. Als Lohn für den Finalsieg würde doch noch die für den Club so wichtige Europa-League-Qualifikation winken.
Erfolg für Selbstvertrauen und Image
„Es wird eine Challenge am 3. Juni. Aber wir werden alles versuchen, auch das letzte Cupmatch der Saison positiv zu gestalten“, versicherte Austrias Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer. „Es ist für den ganzen Club sehr wichtig, dass wir das Finale erreicht haben. Wir spielen um einen Titel, das ist auch für das Image wichtig.“ Mit dem Aufstieg gegen den WAC sei „ein Ruck durch den ganzen Verein gegangen“.
Austria träumt wieder von Europa
Nach dem 3:0-Sieg im ÖFB-Cup-Semifinale beim WAC hat die Austria die Chance gewahrt, eine katastrophale Saison doch noch zu retten. Das Finale am 3. Juni gegen Salzburg ist aus violetter Sicht ein Endspiel um Europa.
Für einen Impuls im zuletzt lahmenden Offensivspiel der Austria sorgte Alexander Gorgon, den Ogris im Sturmzentrum aufgeboten hatte. Der 26-Jährige kam erstmals nach seiner überstandenen Knöchelverletzung von Beginn an zum Einsatz. „Er hat sehr gut hineingefunden. Es war klar, dass wir mit Gorgon vorne eine ganz andere Wucht haben“, meinte Ogris. Den Flügelspieler bis auf Weiteres stürmen zu lassen, sei daher „eine Überlegung“.
Kühbauer hofft auf Salzburger Cuperfolg
Neuzugang Philipp Zulechner kehrte nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel erst am Donnerstag ins Mannschaftstraining zurück. Mit den jungen Angriffsalternativen Marko Kvasina (18) und Alexander Frank (21) ist Ogris zwar zufrieden. „Sie sind auf einem guten Weg, sie müssen aber auch noch sehr viel dazulernen“, meinte der Ex-Nationalstürmer.
Sein früherer ÖFB-Teamkollege Dietmar Kühbauer drückt im Finale den Salzburgern die Daumen. Nur bei deren Cupsieg würde auch Ligarang fünf, den derzeit der WAC einnimmt, für den Europacup-Einzug reichen. „Wir schauen jetzt weiter nach vorne“, erklärte der WAC-Trainer. Der Rückstand auf Rang vier beträgt sechs Runden vor Schluss fünf Punkte. Mit einem Heimsieg am Samstag gegen den Dritten Altach will Kühbauer „noch Druck nach oben ausüben“.
Links: