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Abnützungserscheinungen nach 16 Saisonen

Doppelolympiasiegerin Tina Maze setzt ein Jahr aus und wird in der kommenden Saison keine Rennen bestreiten. Das gab die 32-jährige Slowenin am 7. Mai auf ihrer Website bekannt. Über einen möglichen Rücktritt Mazes war schon nach der vergangenen WM-Saison intensiv gerätselt worden, eine offizielle Entscheidung hatte sie aber nicht mitgeteilt. „Deshalb dachte ich, dass nun die richtige Zeit ist, diese Mitteilung zu machen“, so Maze.

Damit wird Weltcup-Titelverteidigerin Anna Fenninger zumindest im kommenden Winter eine hochkarätige Gegnerin weniger haben. Maze verkündete ihre Auszeit wenige Tage nach ihrem 32. Geburtstag Donnerstagfrüh. „Nach 16 langen und erfolgreichen Saisonen, in denen ich in allen Disziplinen angetreten bin, fühle ich, dass Körper und Geist eine längere Erholung als gewöhnlich brauchen. Ich nehme mir einen Jahr Pause, bevor ich weitere Entscheidungen treffe“, schrieb Maze.

Allrounderin Maze pausiert für ein Jahr

Nach 16 Weltcup-Saisonen, einem Gesamtweltcup-Sieg, zwei Olympiasiegen und neun Weltmeistertiteln wird Tina Maze eine Pause einlegen. Sie ist eine der letzten Allrounderinnen im Skizirkus.

Gelungene Saison trotz Platz zwei hinter Fenninger

In der Zwischenzeit will sie ihre Ausbildung zur Lehrerin beenden und sich Marketingaktivitäten ihrer Sponsoren widmen, kündigte die Allrounderin aus Crna na Koroskem an. Schon nach dem Ende der vergangenen Weltcup-Saison hatte es Spekulationen gegeben, dass Maze ihre Karriere beenden würde. Für die erfolgreichste slowenische Skirennläuferin war die Saison nach eigenen Worten gelungen, obwohl sie das spannende Duell um den Gesamtweltcup-Sieg gegen Fenninger letztlich hauchdünn um nur 22 Punkte verloren hatte.

Tina Maze schlägt ein Rad

Reuters/Pascal Lauener

In Sotschi schwang sich Maze zur Doppelolympiasiegerin auf

Auch bei einem Medientermin Anfang April hatte sie die Öffentlichkeit über ihre Zukunft im Ungewissen gelassen. „Es war das i-Tüpfelchen meiner Karriere, auch wenn es keinen Gesamtweltcup-Sieg gab“, hatte sie damals über die abgelaufene Saison gesagt. Im kommenden Winter stehen keine Titelkämpfe an, die nächste Weltmeisterschaft steigt im Februar 2017 in St. Moritz.

Fleißige Medaillensammlerin

Obwohl Maze relativ spät und erst nach der Gründung ihres Privatteams („Team to aMaze“) zusammen mit ihrem Trainer-Freund Andrea Massi zur Seriensiegerin geworden war, gewann sie in den 16 Jahren alles, was man als Skirennläuferin gewinnen kann: 2009 holte die Slowenin in Val d’Isere mit Riesentorlauf-Silber ihr erstes WM-Edelmetall, es folgten acht weitere WM-Medaillen, darunter vier Goldene in den Disziplinen Riesenslalom, Super-G, Abfahrt und Kombination.

2014 wurde die Schmuckdesignerin und leidenschaftliche Hobbysängerin, die auch einmal die slowenische Hitparade angeführt hat, in Sotschi (Russland) Olympiasiegerin in Abfahrt und Riesenslalom. Vier Jahre davor hatte sie in Vancouver bereits zweimal Silber geholt. Im Februar wurde sie in Beaver Creek (USA) wie Fenninger Doppelweltmeisterin und führte die Weltcupwertung lange an.

Unerreichter Punkterekord im Gesamtweltcup

Erst im Finish ging der Allrounderin, die mit Starts in allen Disziplinen praktisch die letzte ihrer Art ist, etwas die Luft aus. Den zweiten Sieg im Gesamtweltcup - 2012/13 hatte sie mit der absoluten Rekordpunktezahl von 2.414 Zählern gewonnen und dabei einige weitere Rekorde aufgestellt - verpasste sie knapp. 2013 war Maze mit dem „Skieur d’Or“ ausgezeichnet worden.

Insgesamt hält Maze nach exakt 400 Weltcup-Starts bei 80 Podestplätzen und 26 Siegen (14 im Riesentorlauf, vier in Abfahrt und Slalom, drei in der Super-Kombi und einem im Super-G). Seit Jänner 2013 ist Maze neben Petra Kronberger (AUT), Pernilla Wiberg (SWE), Janica Kostelic (CRO), Anja Pärson (SWE) und Lindsey Vonn (USA) eine von nur sechs Rennläuferinnen, denen Weltcup-Siege in allen fünf Disziplinen gelungen sind.

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