Abflug gemeinsam mit Konditrainer
Der seit zwei Tagen heftig diskutierte öffentliche Streit zwischen der Olympiasiegerin und regierenden Gesamtweltcup-Titelträgerin Anna Fenninger und dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) hat am Mittwochnachmittag die nächste Stufe erreicht. Wie der ORF-TV-Sport auf Zypern erfuhr, verließ die Salzburgerin unerwartet das ÖSV-Trainingslager.
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Laut ersten Informationen reiste Fenninger mit ihrem Konditionstrainer Peter Meliessnig ab, weil sie die ÖSV-Infrastruktur nicht länger nutzen wolle. Gegenüber der APA teilte der Verband mit etwas Verspätung allerdings mit, dass die 25-jährige Salzburgerin diesen Schritt im Einvernehmen mit dem ÖSV gesetzt habe, um in der Heimat individuell trainieren zu können und dadurch dem Medienrummel um ihre Person zu entgehen.
Streit zwischen Fenninger und ÖSV eskaliert
Der Streit zwischen Anna Fenninger und dem Österreichischen Skiverband scheint zu eskalieren. Fenninger verlässt vorzeitig das Trainingslager auf Zypern. Kommt es jetzt zum endgültigen Bruch mit dem ÖSV?
Von einem offensichtlichen Bruch mit dem Verband will der ÖSV deshalb nichts wissen. Die Abreise sei „eine sehr kluge Entscheidung“ gewesen, sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum im Interview mit dem ORF-Kurzsport. „Sie will damit den angereisten Journalisten aus dem Weg gehen und sie will auch in der Öffentlichkeit nichts mehr sagen. Es wird nächste Woche auch ein klärendes Gespräch mit der Anna geben.“
Öffentliche Bitte um Verständnis
Zuvor hatte Fenninger in einem Eintrag auf Facebook und Twitter noch ihr Bedauern ausgedrückt, dass ihre an ÖSV-Funktionäre gerichtete E-Mail an die Öffentlichkeit gelangt war. Die zweifache Gesamtweltcup-Siegerin aus Salzburg, die sich mit dem Damen-Team zum Konditionstraining auf Zypern befand, schrieb: „Wir klären das Thema hoffentlich intern - wie von Anfang an beabsichtigt.“
„Ihr habt heute sicher schon Zeitung gelesen oder Radio gehört und euch gehörig gewundert. Ich habe mich gestern auch gewundert, dass meine Mail mit vertraulichem Inhalt plötzlich in der Öffentlichkeit landet“, so die 25-Jährige. „Ich bedauere das sehr und bitte meine Fans und die Medien um Verständnis, dass ich die ungeplante Öffentlichkeit jetzt nicht auch noch mit weiteren Kommentierungen vergrößern will.“ Fenninger bat zudem um Verständnis und bedankte sich herzlich für den „Megasupport“.
Wogen gingen hoch
In Sozialen Netzwerken fand Fenninger nach ihrer Rücktrittsdrohung Zuspruch. Der ÖSV hingegen war weniger davon angetan, dass sich die Vorzeigeläuferin per E-Mail an Präsident Peter Schröcksnadel und Co. ihren scheinbar enormen Frust von der Seele schrieb. Von wem die brisante Post an die „Sportwoche“ weitergeleitet worden war, ist nicht bekannt. Seit das Onlineportal Sportnet.at am Montag daraus zitierte, gingen die Wogen hoch.

APA/EXPA/Johann Groder
Fenninger und ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel - ein Bild aus besseren Tagen
Fenninger kritisierte in der E-Mail die ablehnende Haltung des ÖSV gegenüber ihrem deutschen Manager Klaus Kärcher, drohte mit Rücktritt und forderte auch eine verbesserte Regelung ihrer sportlichen Betreuung. Der ÖSV konterte am Dienstag per E-Mail an die Redaktionen, dass man eine Trennung vom Manager nie verlangt habe, aber für eine Zusammenarbeit die Gesprächsbasis fehle. Außerdem teilte der ÖSV mit, dass die Athletin von „einem hochwertigen Betreuungsangebot profitieren“ könne und auch bereits über einen Individualtrainer verfüge.
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