Themenüberblick

Um eine Lösung mit dem Verband bemüht

Anna Fenninger hat die Spekulationen über einen möglichen Nationenwechsel beendet. Ein Start für ein anderes Land käme nicht infrage, sagte die Weltcup-Gesamtsiegerin in einem exklusiven ORF-TV-interview am Sonntag. Im Streit zwischen dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) waren zuletzt die Wogen hochgegangen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Zu Wochenbeginn war Fenninger vom ÖSV-Trainingslager in Zypern abgereist, nachdem eine vertrauliche E-Mail der 25-Jährigen an den Verband öffentlich geworden war. Darin hatte Fenninger im Konflikt um ihren deutschen Manager Klaus Kärcher und einen möglichen Sponsorvertrag mit Audi-Konkurrent Mercedes dem ÖSV mit einem Nationenwechsel gedroht. Fenninger forderte zudem ein privates Trainerteam. Das Medienecho war enorm. Eine „Einladung“ aus der Schweiz heizte die Diskussionen zusätzlich an.

Amüsiert über Spekulationen

Gegenüber dem ORF meldete sich die Salzburgerin nun erstmals zu Wort - und gab sich amüsiert über das mediale Wettrennen um einen möglichen Nationenwechsel in den vergangenen Tagen. „Ehrlich, ich habe mich ein bisschen amüsiert über die Spekulationen zu diesem Thema“, sagte Fenninger. „Vor allem darüber, dass die Spekulationen überhaupt aufkommen sind, obwohl ich schon vor ein paar Monaten alles klargestellt habe. Ich bin mit Leib und Seele Österreicherin, für mich gibt es nur eine Möglichkeit zu starten: für Österreich. In dem Sinn bin ich bemüht, mit dem Verband in allen offenen Fragen eine Lösung zu finden. Ich hoffe, dass uns das gelingt.“

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Fenninger im ORF-Interview

Die Salzburgerin gab sich amüsiert über die Entwicklungen
der vergangenen Tage und die zahlreichen Spekulationen.

An der Deeskalierung der Situation wird gearbeitet. Einen konkreten Zeitplan für die Lösungsfindung gibt es aber nicht. Derzeit ruhen die Verhandlungen überhaupt, weil ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel außer Landes ist. „Er ist eine wichtige Person, um eine Entscheidung zu treffen und zu finden. Ich denke, die einzige Lösung ist, dass wir uns alle an einen Tisch setzen und reden - nur so kommen die Leute zusammen“, sagte Fenninger.

Manager Kärcher bleibt

Die Trennung von ihrem beim ÖSV umstrittenen Manager, wie von Schröcksnadel erhofft, schloss die Salzburgerin allerdings vorweg aus. „Auf keinen Fall“, bekräftigte sie, sie vertraue Kärcher in allen Belangen. „Für mich ist klar, Klaus war die letzten drei Jahre auf meiner Seite. Er hat mich tatkräftig unterstützt, so wie ich mir das vorgestellt habe. Darum gibt es für mich keinen Grund, warum ich mich von ihm trennen soll. Es ist somit alles dazu gesagt.“

Kärcher war schon zwei Tage davor zurückgerudert, hatte einen Vertrag mit Mercedes als lukrativen Kopfsponsor Fenningers und auch einen Nationenwechsel kategorisch ausgeschlossen. Denn auf keinen Fall wolle er sich mit dem ÖSV anlegen, begründete der Deutsche, allerdings wolle er auch als externer Manager vom Verband fair behandelt werden. Es gehe ihm einzig und allein um das Wohl der Athletin, weshalb er auf eine Lösung in Fenningers Sinne hoffe.

Jedenfalls wird Fenninger ihren Weg unbeirrt weitergehen: „So wie ich das immer schon gemacht habe. Dabei muss das sportliche im Vordergrund sein, alles andere sollte im Hintergrund bleiben und auch nicht öffentlich diskutiert werden“ - oder hinterfragt, wie in den letzten Tagen. Die Antwort wolle sie mit weiteren sportlichen Erfolgen geben.

Michael Fruhmann, ORF.at

Links: