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Vom Abstiegskandidaten zum Meister

Die Anzahl der österreichischen Trainer in der deutschen Bundesliga hat sich seit Sonntag verdoppelt. Ein Jahr, nachdem Peter Stöger den 1. FC Köln zurück in die oberste Spielklasse geführt hatte, gelang Ralph Hasenhüttl mit dem FC Ingolstadt das gleiche Kunststück. Nicht nur die Fans, auch die deutschen Medien liegen dem 47-Jährigen zu Füßen. Nur zwei Jahre benötigte Hasenhüttl für den Coup.

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Im Oktober 2013 hatte der gebürtige Steirer den damaligen Tabellenletzten der zweiten deutschen Liga übernommen und die „Schanzer“ weg vom Abstiegsstrudel und auf Rang zehn geführt. Eine Saison später steht Ingolstadt nun erstmals als Aufsteiger in die Bundesliga fest. Die Bayern sind der insgesamt 54. Verein, der zumindest eine Saison in der obersten Spielklasse absolvieren wird. Hasenhüttl selbst ist der zwölfte rot-weiß-rote Trainer in der Bundesliga.

Ingolstadt-Spieler jubeln

APA/EPA/Armin Weigel

Der große Moment: Ingolstadts Kicker haben den Meisterteller in Händen

Langes Warten hat ein Ende

„Ich will einfach nur Danke sagen“, sagte Hasenhüttl biergeduscht nach der ersten improvisierten Meisterfeier im Audi-Sportpark. Ein 2:1-Sieg gegen RB Leipzig bedeutete eine Runde vor Schluss Platz eins in der Tabelle und das Ticket für die Bundesliga. Seit der achten Runde hat Ingolstadt, das dank Stürmer Lukas Hinterseer und Torhüter Ramazan Öczan zu Recht als Österreicher-Filiale bezeichnet werden darf, die Tabellenspitze inne.

Eine 1:3-Niederlage gegen den Vfl Bochum verhinderte, dass Hasenhüttl und sein Team bereits eine Woche früher die Sektkorken knallen lassen konnten. „Die letzte Woche war wirklich ein Alptraum. Wir wollten es endlich klarmachen. Das Warten war richtig brutal“, sagte der Erfolgstrainer. Gegen Leipzig behielten seine Kicker die Nerven und bescherten dem erst 2004 als Fusion des MTV 1881 Ingolstadt und ESV Ingolstadt gegründeten und von Audi-Geldern gestützten Verein den größten Erfolg der Geschichte.

Einfaches Erfolgsrezept

Der Aufstieg ist die Folge eines einfachen, aber effektiven Rezepts des Trainers. „Die Arbeit gegen den Ball steht immer im Mittelpunkt unseres Handelns. Das ist der Schlüssel unseres Erfolgs“, hat Hasenhüttl im Herbst gesagt, als seine Mannschaft 18 Auswärtsspiele in Folge ohne Niederlage beendet hatte - ein Zweitliga-Rekord. Gestützt auf eine kompakte Abwehr setzte Hasenhüttl auf schnelle Gegenstöße. Nicht in Schönheit sterben, sondern mit Kampf erfolgreich sein, lautete die Devise.

Trainer Ralph Hasenhüttl (Ingolstadt) jubelt

APA/EPA/Armin Weigel

Trainer Hasenhüttl führte sein Team nicht nur beim Jubeln an

Damit hatte Hasenhüttl bereits bei Unterhaching und später beim VfR Aalen Erfolg. Dass sich der Steirer bei Aalen mit Sportdirektor Markus Schupp nur mittelmäßig verstand und seinen Vertrag vorzeitig auflöste, erwies sich als Glück für Ingolstadts Sportdirektor Thomas Linke. Sogar prominentere Clubs wurden auf Hasenhüttl aufmerksam. Ein Angebot des VfB Stuttgart wurde jedoch von Linke abgewehrt. Detail am Rande: Aalen steht nach einer 2:4-Niederlage gegen Heidenheim und einem von der Liga verhängten Abzug von zwei Punkten mehr oder weniger als Absteiger fest.

Autokonzern freut sich mit

Als Ziel für die kommende Saison nehmen sich die Ingolstädter erneut Köln zum Vorbild. Der Klassenerhalt ist die ausgegebene Parole. Dazu soll das Budget laut deutschen Medien von 20 auf 40 Mio. Euro aufgestockt werden - eine Etaterhöhung, die aufgrund des Engagements von Audi kein Problem ist. Das Tochterunternehmen von VW hält fast 20 Prozent der Anteile am Verein, das Stadion gehört zu 100 Prozent dem Automobilhersteller.

Für VW ist der Aufstieg von Ingolstadt ebenfalls ein großer Erfolg. Denn der Konzern hat nun drei Vereine in der obersten Spielklasse, bei dem er involviert ist. Neben dem VfL Wolfsburg, der zu 100 Prozent dem Unternehmen gehört, und Ingolstadt hat Volkswagen auch beim FC Bayern seine Hände im Spiel. Audi hält 8,33 Prozent der Anteile am alten und neuen deutschen Meister.

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