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Präsentation am Samstag

Die langwierige Trainersuche bei der Wiener Austria ist zu Ende. Der Deutsche Thorsten Fink wird ab kommender Saison den aktuellen Tabellensiebenten der österreichischen Bundesliga coachen. Das gaben die Violetten am Donnerstagabend via Aussendung bekannt. Der Ex-Kotrainer von Red Bull Salzburg erhält einen Vertrag über zwei Jahre mit vereinsseitiger Option auf eine weitere Saison.

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Die Präsentation des ehemaligen Mittelfeldspielers von Bayern München findet am Samstag (10.00 Uhr) im Mediencenter der Generali-Arena statt. „Die Bestellung der Trainerposition war eine große Herausforderung für alle im Club, denn sie ist eine der strategisch wichtigsten von allen. Somit wollten wir auch in Ruhe suchen und die beste Lösung für die Wiener Austria finden“, zeigte sich Sportdirektor Franz Wohlfahrt hochzufrieden.

Co-Trainer Thorsten Fink und Trainer Giovanni Trapattoni (RBS), 2007

GEPA/Felix Roittner

In Salzburg arbeitete Fink unter Giovanni Trapattoni als Trainerassistent

Viel war in den vergangenen Wochen über den Nachfolger von Gerald Baumgartner sowie Interimscoach Andreas Ogris spekuliert worden. Namen wie Felix Magath hatten die Runde gemacht. Nun fiel die Wahl auf dessen 47-jährigen Landsmann Fink, der auch mit dem tschechischen Topclub Sparta Prag verhandelt hatte.

Österreich-Kenner aus Salzburg-Zeiten

Fink startete seine Trainerkarriere in Österreich 2006 bei den Red Bull Juniors und schaffte in der Folge als Kotrainer den Sprung zur ersten Salzburger Mannschaft, war dort ein halbes Jahr die „rechte Hand“ von Starcoach Giovanni Trapattoni. Ab 2008 war er fast eineinhalb Jahre für den damaligen deutschen Dritt- bzw. Zweitligisten Ingolstadt tätig. Seine erfolgreichste Zeit hatte der Ex-Bayern-Kicker in der Folge ab 2009 in der Schweiz beim FC Basel, wo er 2010 und 2011 zwei Meistertitel holte und auch in der Champions League vertreten war. Zudem gab es auch einen Cupsieg.

Nach seinem fast zweijährigen Gastspiel beim Hamburger SV (bis September 2013) war Fink bis zum Beginn dieses Jahres ohne Trainerjob. Seine jüngste Amtszeit beim zypriotischen Rekordmeister APOEL Nikosia ging nach nur wenigen Monaten einvernehmlich zu Ende. Dadurch wurde das Gastspiel in Wien möglich.

Freude bei allen Beteiligten

„Ich spüre, dass der ganze Verein mich unbedingt will. Franz Wohlfahrt hat mich mit seinem Konzept voll überzeugt“, war Fink vom Internetportal Sport1.de bereits am Donnerstagnachmittag zitiert worden. Wenige Stunden nach den ersten Meldungen wurde er dann als neuer Mann auf der Kommandobrücke der Favoritner bestätigt. „Das ist der richtige Schritt für mich“, so Fink.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, Fußballfachmann Thorsten Fink, der von vielen namhaften Mannschaften umworben und kontaktiert wurde, für den FK Austria Wien zu gewinnen“, fügte Wohlfahrt hinzu. „Seine Verpflichtung ist aufgrund seiner Persönlichkeit und seiner Erfahrung eine großartige Geschichte für unseren Club. Thorsten Fink war immer auf unserer Kandidatenliste, stand bis vor Kurzem allerdings in Nikosia noch unter Vertrag. Nach dem Auslaufen haben wir sofort reagiert und ihn umgehend kontaktiert. Wir waren sofort auf einer Linie.“

Thorsten Fink, 2002

picturedesk.com/EPA/dpa/Matthias Schrader

Mit Bayern München gewann Fink als Spieler 2001 die Champions League

Vorstellungen zum künftigen Kader schon deponiert

Detailgespräche über die Zusammenstellung des Trainerteams sollen laut Austria-Infos „so rasch wie möglich“ geführt werden. Fink habe seine Vorstellungen bereits beim Club deponiert. Ebenso diskutiert wurde die Kaderzusammenstellung. „Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam etwas entwickeln und aufbauen können“, so Wohlfahrt. „Er hat bei seinen Stationen bewiesen, dass er eine Mannschaft mit einer guten Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten formen kann und guten attraktiven Fußball spielen lässt.“

Als Mittelfeldspieler war Fink jedenfalls äußerst erfolgreich. Mit Deutschlands Rekordmeister Bayern München gewann er 2001 die Champions League und vier Meistertitel (1999, 2000, 2001, 2003) sowie drei DFB-Cupsiege (1998, 2000, 2003). In der Bundesliga brachte er es insgesamt auf 367 Partien und 40 Tore.

Bei der Austria fiel am Donnerstag noch eine weitere Personalentscheidung. Marco Stark, Kapitän der in der Regionalliga Ost tätigen Austria Amateure, wurde bis Sommer 2017 an den Verein gebunden. Der 22-jährige Innenverteidiger, der 2011 von der Akademie Vorarlberg nach Wien gekommen war, gehört ab kommender Saison dem Profikader an. „Er ist technisch beschlagen, kopfballstark und beidbeinig, zudem bringt er eine vorbildliche Einstellung mit“, hob Wohlfahrt die Vorzüge des Talents hervor.

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