Themenüberblick

Hürden-Siegerin Yanit disqualifiziert

Österreichs Hürdensprinterin Beate Schrott, die bei der Leichtathletik-EM 2012 in Helsinki vor exakt drei Jahren den vierten Platz erreicht hatte, ist nachträglich auf den dritten Rang vorgerückt. Die ursprüngliche Siegerin Nevin Yanit aus der Türkei wurde am Dienstag wegen Dopings vom Weltverband IAAF disqualifiziert.

„Es ist eine Riesenüberraschung. Ich freue mich total. Ich hatte mit dieser Sache eigentlich schon komplett abgeschlossen. Jetzt ist es einfach unglaublich cool, Bronze zu bekommen“, sagte Schrott (Union St. Pölten) hocherfreut zur unerwarteten Nachricht. Ursprünglich war Schrott in einem packenden Finale mit 12,98 Sekunden Vierte geworden, nur eine Hundertstelsekunde von Bronze entfernt.

Ergebnisse ab 28. Juni 2012 annulliert

Später wurde bekannt, dass die vermeintliche Siegerin Yanit bereits vor den Kontinentaltitelkämpfen bei einer Trainingskontrolle positiv auf Doping getestet worden war. Die Ergebnisse der Türkin wurden ab 28. Juni 2012 von der IAAF annulliert, die Türkin für drei Jahre (vom 6. März 2013 bis 5. März 2016) gesperrt. Damit sind alle Resultate von Yanit von der EM in Helsinki ungültig, denn die Rennen über 100 m Hürden fanden am 29. und 30. Juni 2012 statt.

Beate Schrott in Helsinki 2012

GEPA/Mario Kneisl

Schrott hatte nicht mehr mit der Korrektur des Ergebnisses gerechnet

„Als dieser Fall aufgetaucht ist (2013, Anm.), hat es geheißen, dass es keine rückwirkenden Sperren oder Disqualifikationen geben wird. Deshalb habe ich mich überhaupt nicht mehr damit beschäftigt. Es wäre sicher etwas anderes gewesen, die Medaille sofort zu bekommen und feiern zu können. Aber trotzdem ist es unglaublich toll und gibt mir auch viel Schwung für die laufende Saison“, so Schrott.

Die 27–Jährige Niederösterreicherin trainiert gerade im niederländischen Arnheim. Am Sonntag wird die ÖLV-Rekordlerin beim Meeting in La Chaux-de-Fonds in der Schweiz starten. „Das heutige Training war sehr gut. Es geht in die richtige Richtung“, sagte Schrott.

Yanit bei mehreren Kontrollen positiv getestet

Im April 2013 wurde ein Dopingskandal größeren Ausmaßes in der Türkei bekannt, die IAAF bestätigte im Mai unter anderem, dass Yanit gleich bei mehreren Kontrollen positiv getestet worden war. Im August 2013 wurde Yanit vom türkischen Verband mit einer zweijährigen Sperre belegt, offiziell wegen eines positiven Befundes bei einem Meeting am 8. Februar 2013 in Düsseldorf, womit die Sperre erst zu laufen begann und sie ihre EM-Goldene 2012 behalten durfte. Die IAAF hatte allerdings noch die Möglichkeit, das zu beeinspruchen.

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) erhöhte die Sperre von Yanit im März 2015 von zwei auf drei Jahre und gab damit der Klage der IAAF gegen die Verschärfung der vom türkischen Verband im Sommer 2013 ausgesprochenen Strafe teilweise statt. Und am Dienstag gab es dann auch noch gute Nachrichten für den Österreichischen Leichtathletikverband (ÖLV).

Weißrussin Talay neue Siegerin

Der ÖLV hat mit European Athletics Kontakt aufgenommen, damit die Resultate geändert werden und um eine rasche Übergabe der Medaille durchführen zu können. Die neue Goldmedaillengewinnerin über 100 m Hürden von Helsinki 2012 ist die Weißrussin Alina Talay (12,91 Sekunden), Silber bekommt ihre Landsfrau Katsiaryna Paplauskaya (12,97), und Bronze geht an Schrott (12,98).

Links: