Themenüberblick

„Eine sehr ausgeglichene Gruppe“

In der Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich steht Österreichs Nationalteam kurz vor der Qualifikation. Dem soll nach 20 Jahren auch wieder eine WM-Teilnahme folgen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2018 in Russland am Samstag wurde das ÖFB-Team in die Gruppe D mit Wales, Serbien, Irland, Moldawien und Georgien gelost.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die Gruppe D scheint auf dem Papier eine ausgeglichene Gruppe zu sein, in der sich das ÖFB-Team durchaus Chancen ausrechnen darf. Österreich wurde aus Topf 2 in die vierte Gruppe gezogen, in der mit Serbien und Irland schon zwei starke Gegner warteten. Aus dem Topf 1 allerdings entgingen Alaba und Co. den Topnationen wie Deutschland und die Niederlande und erhielten mit dem Weltranglistenzehnten Wales den Aufsteiger der vergangenen Monate zugelost.

Auslosung für die WM-Qualifikation 2018

In St. Petersburg hat am Samstag die Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Fußball-WM in Russland 2018 stattgefunden. Österreich wurde in eine sehr ausgeglichene Gruppe gelost, in der es keinen Topfavoriten gibt.

„Gibt auch ein paar schwerere Gruppen“

ÖFB-Teamchef Marcel Koller sieht dennoch oder gerade deshalb Chancen, dass sich Österreich erstmals nach Frankreich 1998 wieder für eine WM-Endrunde qualifiziert. „Das ist eine sehr ausgeglichene Gruppe, aber ich bin mit dem Los zufrieden. Moldawien, Irland oder Wales sind Gegner, die wir kennen. Die Serben haben im Moment vielleicht ein bisschen Probleme, grundsätzlich sind das aber auch sehr gute Fußballer. In unserer Gruppe sind alle Teams sehr gefährlich. Es gibt aber auch ein paar schwerere Gruppen“, so der Schweizer.

Marcel Koller

APA/Robert Jaeger

Koller will den Erfolgsweg mit dem ÖFB-Team in der WM-Quali prolongieren

Auch ÖFB-Präsident Leo Windtner, der die kleine ÖFB-Delegation in St. Petersburg anführte, zeigte sich nicht unzufrieden. „Insgesamt ist es eine gute Auslosung, wenn auch die großen, attraktiven Namen fehlen. Die sportliche Aufgabe ist mit einem Erreichbarkeitsgrad ausgestattet, wobei man vor jedem Gegner größten Respekt haben muss. Insgesamt gibt es aber schlimmere Gruppen, daher können wir insgesamt zufrieden sein“, sagte der Oberösterreicher.

Wales für Teamkapitän Fuchs Gruppenfavorit

Die Teamspieler schätzten die Gruppe ähnlich ein. „Wir kennen einige Gegner bereits und wissen um die jeweiligen Spielweisen. Wales ist extrem stark und für mich der Gruppenfavorit, aber ich denke, wir haben uns so weiterentwickelt, dass wir uns vor keinem Gegner mehr verstecken brauchen. Wenn wir konzentriert an die Aufgaben herangehen, sehe ich die Chance, dass wir vorne mitspielen“, meinte Teamkapitän Christian Fuchs.

Marc Janko gab sich verhalten optimistisch. „Das ist keine leichte Gruppe. Ich glaube jedoch, dass eine Qualifikation für die WM-Endrunde absolut möglich ist, wenn wir unseren Weg weiter gehen. Zuerst gilt es jedoch, sich erstmalig aus eigener Kraft für die EM 2016 in Frankreich zu qualifizieren und nicht jetzt schon den Blick in die ferne Zukunft zu richten“, sagte der Stürmer.

Bale und Co. strotzen vor Selbstvertrauen

Doch auch der walisische Teamchef Chris Coleman war durchaus zufrieden mit dem Los. „Ich bin glücklich mit der Auslosung. Ich habe mich nicht darum gesorgt, wen wir ziehen werden. Es geht nur darum, was wir tun. Wir müssen uns auf uns konzentrieren“, erklärte er. Die Briten strotzen derzeit vor Selbstvertrauen - und das zu Recht. Wales führt ungeschlagen die EM-Qualifikationsgruppe B vor dem Weltranglistendritten Belgien an und ist auf dem besten Weg zu seiner ersten EM-Teilnahme.

Gareth Bale, Adam Matthews (WAL) und David Alaba (AUT)

GEPA/Walter Luger

Anfang 2013 unterlagen David Alaba und Co. in einem Testspiel in Wales 1:2

Star der Mannschaft ist Gareth Bale. Real Madrid hat sich die Dienste des Flügelspielers im September 2013 die Rekordtransfersumme von 100 Millionen Euro kosten lassen, die an Tottenham Hotspur überwiesen wurden. Unliebsame Bekanntschaft hatte Österreich mit Bale schon einmal gemacht. Beim 2:1-Sieg der Waliser in einem Testspiel im Februar 2013 erzielte der schnelle Offensivmann nicht nur das 1:0, sondern war von seinen Gegenspielern auch kaum zu halten. „Wales hat mit Bale einen hervorragenden Spieler, der uns auch in diesem Testspiel damals Probleme bereitet hat“, erinnerte sich Koller.

„Müssen körperlich dagegenhalten“

Irland war zuletzt auch in der Qualifikation für die WM in Brasilien der Gegner. Einem 2:2 in Dublin durch ein Tor von David Alaba in der Nachspielzeit folgte ein 1:0-Heimsieg dank einem weiteren Alaba-Treffer. In der Tabelle belegte Österreich hinter Deutschland und Schweden, aber vor Irland Rang drei. Das „waren auch zwei enge Spiele“, sagte Koller, „gegen Wales und Irland müssen wir körperlich sehr gut dagegenhalten.“ Auch Irlands Teamchef Martin O’Neill erwartet sich enge Spiele: „Ich glaube, in dieser Gruppe werden sich die Mannschaften gegenseitig Punkte wegnehmen. Aber ich bin ziemlich glücklich, in dieser Gruppe zu sein.“

Serbien macht dagegen derzeit eine schwierige Zeit durch. Das Team von Radovan Curcic feierte aber mit dem Titel bei der U20-WM in Neuseeland einen riesigen Erfolg im Nachwuchs. In der EM-Qualifikation sind die Serben allerdings siegloses Schlusslicht der Gruppe I, noch hinter Albanien und Armenien. Zudem wurden Serbien nach dem „Drohnenspiel“ drei Punkte abgezogen. Eine Helikopterdrohne war am 14. Oktober 2014 im Heimspiel in Belgrad gegen Albanien mit der Fahne von Großalbanien durch das Partizan-Stadion geflogen und hatte Ausschreitungen ausgelöst. Serbien muss daher die nächsten zwei Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.

Alter Bekannter und unbeschriebenes Blatt

Moldawien ist den Österreichern bestens bekannt, als Gegner in der laufenden EM-Qualifikation. In Chisinau gewann das ÖFB-Team im Oktober 2014 dank Treffern von Alaba und Janko mit 2:1, am 5. September könnte mit einem Heimsieg in Wien das EM-Ticket gelöst werden. Die große Unbekannte in der Gruppe ist Georgien. Gegen die „Kreuzfahrer“ hat ein rot-weiß-rotes Nationalteam noch nie gespielt.

Die Qualifikation wird zwischen 4. September 2016 und 14. November 2017 gespielt, der Spielplan wird am Sonntag (11.30 Uhr MESZ) veröffentlicht. Nur die neun Gruppensieger qualifizieren sich aus Europa direkt für die WM-Endrunde. Die acht besten Gruppenzweiten spielen in einem Play-off vier weitere Startplätze aus.

Qualifikation zur WM 2018

Gruppe D:
Wales
Österreich
Serbien
Irland
Moldawien
Georgien

Links: