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Neuanfang mit Auswärtssieg

Nach dem Sieg in der ersten ÖFB-Cuprunde in Oberwart hat die Austria unter Neo-Trainer Thorsten Fink auch ihr erstes Bundesliga-Saisonspiel gewonnen. Vor nur 3.600 Zuschauern in der Wolfsberger Lavanttal-Arena feierten die Wiener am Sonntag einen 2:0-Erfolg über den WAC. Alexander Gorgon sorgte mit einem sicher verwandelten Elfmeter in der 37. Minute für das Führungstor, Alexander Grünwald (59.) mit einem schönen Volleytreffer für die Entscheidung.

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Finks Gegenüber Dietmar Kühbauer dagegen musste mit den Kärntnern nach den Europa-League-Qualisiegen über Soligorsk die erste Pflichtspielniederlage der Saison einstecken. Die Generalprobe für das mit Spannung erwartete Drittrundenheimspiel gegen Borussia Dortmund am Donnerstag (21.05 Uhr, live in ORF eins) ging damit gründlich daneben. Für die Austria, die im vergangenen Spieljahr in vier Ligaspielen gegen den WAC nur einen mageren Punkt geholt hatte, war es der erste Sieg beim WAC seit August 2013.

Austria schlägt WAC

Die Austria erreichte beim Ligaauftakt einen problemlosen 2:0-Erfolg beim WAC. Damit gelang den Wienern der erste Auswärtssieg in Wolfsberg seit fast zwei Jahren.

Neongelbe „Veilchen“ beginnen besser

Was die Wahl der Farben betraf, schoss die Austria mit ihren neongelben Auswärtstrikots den Vogel ab. Violett gewandet hätten sich die „Veilchen“ weit deutlicher von den weißen Trikots der Kärntner unterschieden. Nichtsdestotrotz hatten die Wiener in den ersten Minuten meistens den Ball und daher im Wesentlichen alles im Griff. Die erste gute Chance fand der neue nigerianische Austria-Stürmer Lary Kayode (6.) vor - er traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz. Vom WAC war offensiv zunächst nichts zu sehen.

Austria-Spieler jubeln

GEPA/Patrick Leuk

Besser hätte der Bundesliga-Start für die in der Vorsaison sportlich geprügelte Austria kaum laufen können - in Wolfsberg war man das klar bessere Team

Als Manuel Seidl (16.) aus 20 Metern Entfernung abzog und das lange Eck von Austria-Goalie Robert Almer um etwa einen Meter verfehlte, hatten die Hausherren schon besser ins Spiel gefunden. Die Gäste attackierten den WAC ab der Mittellinie und agierten kompromisslos kompakt. Alexander Grünwald (23.) sorgte für den nächsten offensiven Akzent der Fink-Elf, als er vom Sechzehner knapp an der linken Stange vorbeischoss. Alexander Kofler im WAC-Tor wäre jedenfalls zur Stelle gewesen.

Gorgon trifft vom Elferpunkt

Dass die Gedanken schon beim Spiel des Jahres gegen Dortmund waren, konnte man den Wolfsbergern nicht nachsagen - dennoch blieb Kühbauers Team im Spiel nach vorne noch alles schuldig. Vance Shikov musste bei der Austria zwar schon nach 34 Minuten den verletzten Richard Windbichler ersetzen. Nur wenige Sekunden später hatte Fink aber erstmals in dieser Bundesliga-Saison Grund zum Torjubel. WAC-Keeper Kofler tat dem durchgebrochenen Kayode linksaußen im Strafraum nämlich den Gefallen, ihn ungestüm von den Beinen zu holen - was zum berechtigten Elferpfiff führte.

Gorgon trat in der 37. Minute zur Vollstreckung an und ließ Kofler mit einem halbhoch platzierten Schuss in die linke Ecke keine Chance. Insgesamt war die Führung der Austria verdient, weil sie über weite Strecken der ersten Hälfte mehr vom Spiel hatte und inspirierter auftrat als die etwas gehemmt wirkenden Kärntner. Dass es das erste Elfmetertor für die Violetten seit November des Vorjahres war, wird Fink in der allgemeinen Erleichterung egal gewesen sein. Beim Elfmeter hatte der deutsche Coach gar nicht hinsehen wollen.

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Austria betritt Siegerstraße

Als Alexander Gorgon vor der Pause den Elfmeter verwandelte, deutete schon einiges auf einen Austria-„Dreier“ in Kärnten hin.

Kayode vergibt „Hundertprozentige“

Mit Sicherheit nicht egal war Finks Gegenüber Kühbauer die Tatsache, dass man neben dem Rückstand auch den Abgang des angeschlagenen Stürmers Philip Hellquist hinnehmen musste. Für den Schweden kam der Slowene Tadej Trdina - bis zur Pause hatte die Austria aber keine Probleme, den Vorsprung zu halten. Nach dem Seitenwechsel war der unglückliche Kofler gleich wieder bei einer guten Chance der Gäste beteiligt. Der WAC-Schlussmann räumte bei einer Flanke Vordermann Boris Hüttenbrenner um und hatte dabei Glück, dass Kayode (51.) aus kurzer Distanz das leere Tor verfehlte.

Grünwald sorgt für klare Verhältnisse

Um die Favoritner für diese Nachlässigkeit zu „bestrafen“, hätte der WAC aber auch in der Folge besser spielen müssen, als er es tat. Christopher Wernitznig probierte es im Austria-Strafraum mit einer relativ plumpen Schwalbe, ehe es auf der anderen Seite im Tor der Kärntner zum zweiten Mal einschlug. Eine Flanke des starken Gorgon von rechts landete genau auf Grünwalds linkem Fuß - der satte Volleyschuss erwischte Goalie Kofler auf dem falschen Fuß und landete in der rechten unteren Ecke: Das Match war entschieden.

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Volleyschuss fixiert violetten Auftakterfolg

Alexander Grünwalds erstes Saisontor war gleich ein sehr schönes und besiegelte außerdem die Heimniederlage des WAC.

Die WAC-Moral war mit dem zweiten Gegentor gebrochen, was eine Kurzschlussaktion des sieben Minuten davor eingewechselten Brasilianers Silvio (70.) deutlich machte. Er sah die Rote Karte, nachdem er Referee Muckenhammer den „Vogel“ gezeigt hatte. Die Undiszipliniertheit rundete eine enttäuschende Vorstellung der nervös agierenden Wolfsberger ab. Der abgeklärten Austria genügte eine fehlerlose Darbietung ohne viel Glanz, dafür aber mit Konzentration und Disziplin zum gelungenen Start - nach dem desaströsen Platz sieben in der Vorsaison. Der eingewechselte Roy Kehat (90.) vergab noch die Riesenchance auf das 3:0 und damit auch die Ex-aequo-Tabellenführung mit dem Erzrivalen Rapid.

Harald Hofstetter, ORF.at

Stimmen zum Spiel:

Dietmar Kühbauer (WAC-Trainer): „In den ersten 15 Minuten war die Austria besser, dann sind wir ins Spiel gekommen, bis zum Tor hat man gemeint, dass wir eher das Tor schießen können. Dann machen wir leider den Fehler, der zum 1:0 führt. Auch beim 2:0 war ein Fehler, der nicht passieren darf. Wenn du 0:2 hinten bist, plus den Ausschluss, dann ist es schwierig. Die Niederlage ist verdient, aber auch aufgrund von Eigenfehlern entstanden.“

Thorsten Fink (Austria-Trainer): „Für den ersten Spieltag war das sehr gut, vor allem, weil wir nicht die Spiele und den Rhythmus wie der WAC hatten. Ich bin mit dem ersten Spiel zufrieden, wir haben gewonnen, ich bin erleichtert. Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Alle Neuen haben gezeigt, dass sie kein Fremdkörper sind. Einzig was nicht war, war die Chancenauswertung. Wir hatten am Ende einige Chancen, die muss man reinmachen. Wir hätten locker 4:0 gewinnen können. Aber vielleicht ist es am Anfang gut, nicht zu hoch zu gewinnen.“

Tipico-Bundesliga, erste Runde

Sonntag:

WAC - Austria 0:2 (0:1)

Wolfsberg, Lavanttal-Arena, 3.600 Zuschauer, SR Muckenhammer

Torfolge:
0:1 (37.) Gorgon (Foulelfmeter)
0:2 (59.) Grünwald

WAC: Kofler - Standfest, Hüttenbrenner, Sollbauer, Palla - Putsche (63. Silvio), Tschernegg - Wernitznig, Seidl, Jacobo (88. Zulj)- Hellquist (41. Trdina)

Austria: Almer - Koch, Windbichler (34. Shikov), Rotpuller, Martschinko - Vukojevic, Holzhauser - Gorgon (88. De Paula), Grünwald, Kayode - Zulechner (76. Kahat)

Rote Karte: Silvio (70./Schiedsrichterbeleidigung)

Gelbe Karten: Kofler, Trdina bzw. Vukojevic

Die Besten: Jacobo bzw. Kayode, Gorgon

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