Themenüberblick

Das „Anmeldeformular“ ist unterschrieben

Red Bull Salzburg hat am Mittwoch den Grundstein für den Aufstieg ins Play-off der Champions League gelegt. Österreichs Meister setzte sich im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde gegen Malmö FF mit 2:0 (0:0) durch. Zu den Matchwinnern gegen den schwedischen Champion avancierten dabei Andreas Ulmer mit einem Traumtor ins Kreuzeck (51.) und Martin Hinteregger per Elfmeter (89.).

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die Salzburger haben damit das „Anmeldeformular“ - wie Coach Peter Zeidler das Duell im Vorfeld der Partie bezeichnet hatte - schon einmal ausgefüllt und unterschrieben. Den Stempel für das CL-Play-off und die damit verbundene fixe Qualifikation für die EL-Gruppenphase können sich die „Bullen“ im Rückspiel am 5. August holen. Die Salzburger, die über weite Strecken der Partie überlegen waren, sind allerdings gewarnt, denn im Vorjahr kam nach einem 2:1-Heimsieg durch ein 0:3 in Malmö noch das Aus.

Jubel des Salzburgers Andreas Ulmer

GEPA/Felix Roittner

Ulmer legte in der 51. Minute mit einem Traumtor den Grundstein für den Sieg

Soriano muss verletzt passen

Obwohl beide Team im letzten Jahr schon gegeneinander gespielt hatten, trafen sich doch zwei Unbekannte. Sowohl bei Salzburg als auch Malmö standen nur jeweils drei Spieler in der Startelf, die auch schon im Play-off-Hinspiel im August 2014 mit von der Partie waren. Bei den „Bullen“ waren das Christoph Leitgeb, Andreas Ulmer und Naby Keita. Bei Salzburg war ein Quartett geplant gewesen, der an der Wade verletzte Torjäger Jonatan Soriano wurde allerdings nicht rechtzeitig fit. Statt ihm stürmte der 17-jährige Dimitri Oberlin.

Im Vergleich zur 1:2-Pleite beim Bundesliga-Auftakt in Mattersburg ließ Neo-Coch Zeidler die noch fehleranfällige Abwehr personell unverändert, bot aber neben Leitgeb auch noch Valon Berisha neu auf - und damit im dritten Pflichtspiel die dritte unterschiedliche Startformation im Mittelfeld. In puncto Abstimmung hatte Malmö daher klare Vorteile, absolvierte der aktuell auf Platz fünf liegende schwedische Meister doch bereits 17 Ligaspiele.

Salzburg dominiert ohne Chancen

In der Anfangsphase war davon aber wenig zu sehen. Salzburg übernahm sofort das Kommando und setzte sich in der Hälfte der Schweden fest. Einen Freistoß von Benno Schmitz aus schrägem Winkel konnte Malmö-Goalie Johan Wiland gerade noch parieren (4.). Mit aggressivem Zweikampfverhalten und schnellem Spiel in die Spitze ließen die Salzburger Malmö keine Atempause. Alleine der letzte Pass kam nicht an, weshalb Topchancen Mangelware blieben.

Jonatan Soriano (Salzburg) auf der Zuschauertribüne

GEPA/Felix Roittner

Salzburg-Kapitän Soriano musste bis zur zweiten Halbzeit auf Tore warten

Dass die Schweden jederzeit gefährlich werden können, bewies aber Markus Rosenberg. Der Kapitän, der in der ersten Hälfte nur noch kurz vor der Pause mit einem fiesen Schlag gegen Martin Hinteregger negativ auffiel, traf in Minute 15 ins Tor, stand dabei aber klar im Abseits. Ansonsten machten die Schweden wenig für das Spiel. Ihre seltenen Angriffe wurden entweder früh unterbunden oder vom blendend disponierten ÖFB-Innenverteidiger gestoppt.

Kein Durchkommen gegen Malmö-Hünen

Aber auch für die spielbestimmenden Salzburger gab es kaum ein Durchkommen. Oberlin und Marco Djuricin mühten sich zwar redlich, machten aber gegen die Malmö-Abwehrhünen Felipe Carvalho und Kari Arnason in der Gefahrenzone keinen Stich und konnten die fehlende Präsenz von Soriano nicht kompensieren. Augenscheinlich wurde das in Minute 31: Nach einem perfekten Schmitz-Stanglpass stand weit und breit kein Stürmer als Abnehmer parat, womit die Abstimmung wieder zum Thema wurde.

Bei einsetzendem Regen fielen danach ein Schuss von Djuricin (35.) zu schwach und Versuche von David Atanga, der zeitweise schlampig agierte, (36., 37.) zu unplatziert aus. Zeidler forderte an der Seitenlinie wieder etwas mehr Engagement, in den letzten Minuten vor der Pause blieb das aber von seinen Spielern ungehört.

Ulmer wird mit Traumtor zum „Helden“

Die Salzburger kamen unverändert aus der Kabine. Wurde vor der Partie zu Ehren der Gäste noch das schwedische Songcontest-Siegerlied „Heroes“ gespielt, kam der erste Held der Partie aber aus den Salzburger Reihen. Einen kurz abgespielten Eckball passte Atanga auf Leitgeb, der wiederum mit der Ferse auf Ulmer zurücklegte. Der linke Außenverteidiger fackelte nicht lange und schoss den Ball von der linken Seite aus gut 20 Metern ins rechte Kreuzeck (51.) - ein Traumtor, das die Fans von ihren Sitzen riss.

Traumtor von Ulmer erlöst Salzburger

In der 51. Minute erlöste ein Traumtor von Andreas Ulmer die Salzburger. Sein Schuss von knapp außerhalb der Strafraumgrenze landete genau im Kreuzeck.

Auf die Euphorie des Führungstores folgte allerdings unmittelbar danach eine Schrecksekunde. Vladimir Rodic kam völlig frei zum Schuss, jagte den Ball aber zum Glück für die Salzburger aus schrägem Winkel über das Tor (53.). Kurz darauf zeigte auch Cican Stankovic sein Können. Einen gefährlichen Aufsitzer von Enock Kofi Adu entschärfte der Salzburg-Goalie sicher (57.). Salzburg musste jedenfalls auf der Hut sein, denn Malmö agierte nun offensiver.

Hinteregger trifft per Elfmeter

Die Partie wurde dadurch offener, Salzburg kam zu besseren Chancen und hatte in der 67. Minute Pech. Ein Schupfer des für Oberlin eingewechselten Felipe Pires prallte an die Latte. Der folgende Nachschuss wurde geblockt. In Minute 74 stürmte der Brasilianer nach Steilpass von Berisha Richtung Malmö-Tor. Im Zweikampf mit Goalie Wiland blieb Pires Sieger. Der Weg zum Tor war frei, der Ball landete allerdings bei den Schweden. Kurz danach ersetzte Rückkehrer Havard Nielsen im Sturm Djuricin (76.).

Elfmeter von Martin Hinteregger (Salzburg)

GEPA/Florian Ertl

Den Schlusspunkt setzte Martin Hinteregger, der per Elfmeter zum 2:0 traf

Wenig später verpassten die „Bullen“ nur hauchdünn einen komfortableren Vorsprung. Nach Hereingabe von Ulmer verlängerte Keita mit dem Oberschenkel den Ball Richtung Tor, doch der Peruaner Yoshimar Yotun kratzte den Ball von der Linie (83.). Das zweite Tore sollte aber trotzdem noch folgen. Nielsen erkämpfte sich im Strafraum den Ball und flog dabei über das Bein von Carvalho. Der italienische Schiedsrichter Banti zeigte auf den Elfmeterpunkt. Hinteregger trat an und krönte seine Leistung mit einem scharfen Schuss in die Mitte des Tores (89.).

Christian Wagner, ORF.at, aus Salzburg

CL-Quali, dritte Runde, Hinspiel

Mittwoch:

Salzburg - Malmö 2:0 (0:0)

Red Bull Arena, 15.025 Zuschauer, SR Banti (ITA)

Torfolge:
1:0 Ulmer (51.)
2:0 Hinteregger (89./Elfmeter)

Salzburg: Stankovic - Schmitz, Miranda, Hinteregger, Ulmer - Berisha, Keita, Leitgeb, Atanga (92./Lainer) - Djuricin (76./Nielsen), Oberlin (63./Pires)

Malmö: Wiland - Tinnerholm, Arnason, Carvalho, Yotun - Rodic (77./Eikrem), Lewicki, Adu, Sana (61./Berget) - Rosenberg, Djurdjic

Gelbe Karten: keine bzw. Arnason, Rosenberg

Rückspiel am 5. August

Links: