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Gardos, Fegerl und Habesohn holen Gold

Österreichs Tischtennis-Herren haben am Dienstag bei der EM in Jekaterinburg einen historischen Triumph gefeiert. Das Trio Robert Gardos, Stefan Fegerl und Daniel Habesohn besiegte im Finale den großen Favoriten Deutschland nach fünf teilweise dramatischen Einzel-Partien mit 3:2 und holte damit - zehn Jahre nach der Silbermedaille in Aarhus - erstmals in der ÖTTV-Geschichte Gold im Team-Bewerb.

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Zum Machtwinner für Österreich avancierte in dem hochklassigen und viereinhalb Stunden dauernden Endspiel Fegerl, der das fünfte und entscheidende Einzel gegen Patrick Baum souverän mit 3:0 gewann. Davor hatten Gardos und Habesohn mit 3:2-Erfolgen über Baum bzw. Patrick Franziska das ÖTTV-Team zweimal in Führung gebracht. Der Weltranglistenfünfte Dimitrij Ovtcharov sorgte mit Siegen gegen Fegerl (2:3) und Gardos (1:3) jeweils für den Ausgleich.

ÖTTV-Spieler mit Medaillen und dem EM-Pokal

APA/EPA/Sergei Ilnitsky

Österreichs erfolgreiche Mannschaft bei der Siegerehrung

Offener Schlagabtausch von Beginn an

Zwischen Österreich und Deutschland entwickelte sich von Anfang an ein offener Schlagabtausch, in dem das ÖTTV-Trio mit Kampfgeist dagegenhielt. Gardos lag im Auftaktspiel schon mit 0:2 in Sätzen zurück, schaffte aber den Ausgleich. Im Entscheidungssatz verspielte Österreichs Nummer eins gegen den Weltranglisten-31. eine 5:2-Führung und geriet mit 7:9 in Rückstand. Er schaffte aber die Wende und verwertete seinen zweiten Matchball zum 13:11, nachdem er zuvor einen Matchball von Baum abgewehrt hatte.

Österreicher Tischtennis-Europameister

Im Finale im russischen Jekaterinburg besiegte das ÖTTV-Team im Team-Bewerb Favorit Deutschland nach hartem Kampf mit 3:2.

Danach verlangte Fegerl dem Olympiadritten Ovtcharov alles ab. Die Nummer 43 im ITTF-Ranking vergab im zweiten Durchgang vier Satzbälle auf eine 2:0-Führung. Im vierten Satz wehrte Fegerl beim Stand von 6:10 mit teils sensationellen Schlägen vier Matchbälle des Deutschen ab und erzwang einen Entscheidungssatz. Dort vergab der Österreicher seinerseits einen Matchball und musste sich am Ende Europas Nummer eins nur hauchdünn 10:12 geschlagen geben.

Fegerl behält die Nerven

Im dritten Einzel sah Habesohn gegen Franziska bereits wie der sichere Sieger aus, vergab aber im dritten Satz zwei Matchbälle. Im vierten Durchgang verspielte der 29-jährige Wiener einen 5:0-Vorsprung und musste den Satzausgleich hinnehmen. Habesohn blieb aber konzentriert, fand zurück zu seinem Spiel und verwertete in der Entscheidung seinen insgesamt vierten Matchball zum 12:6, womit auch die dritte Partie über die volle Distanz fünf Sätzen ging.

Stefan Fegerl

GEPA/Mario Kneisl

Stefan Fegerl wurde in Jekaterinburg zum Mann der ÖTTV-Stunde

Im Duell der beiden Nummer-eins-Spieler hatte dann Gardos die erste Chance, den EM-Titel unter Dach und Fach zu bringen. Der Weltranglisten-26. konnte zwar Satz eins für sich entscheiden, verlor aber danach den Faden und musste sich klar geschlagen geben. Damit lag der Druck voll auf Fegerl. Der 27-Jährige hatte seine knappe Niederlage gegen Ovtcharov weggesteckt und bewies Nervenstärke. Nach einem Vorhandfehler von Baum nutzte Fegerl seinen ersten Matchball und setzte sich mit 11:9, 11:8 und 11:6 durch.

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