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Schicksalshafter Moment in Baku

Der 11. Juni 2015 hat das Leben von Vanessa Sahinovic mit einem Schlag verändert. Damals, im Vorfeld der Europaspiele in Baku, wurde die 15-jährige Synchronschwimmerin von einem Shuttlebus gerammt und ist seither querschnittgelähmt. Ihren Lebensmut hat Sahinovic aber nicht verloren, wie sie im großen ORF-Interview eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Die ersten Europaspiele der Geschichte in Aserbaidschan hätten ein Highlight in der noch jungen Karriere von Sahinovic werden sollen. Doch das Schicksal wollte es anders. Bei einem Spaziergang mit ihren Teamkolleginnen Verena Breit und Luna Pajer wurde die 15-Jährige auf dem Gehsteig von einem Shuttlebus überfahren. Der Lenker des Fahrzeuges hatte Brems- und Gaspedal verwechselt.

Keine Erinnerung an Unfall

Während Breit (Oberschenkelprellung am rechten Bein) und Pajer (Knochenbruch) bei dem Unfall in Relation noch glimpflich davonkamen, erlitt Sahinovic u. a. einen Bruch des zwölften Brustwirbels. Die Niederösterreicherin befand sich in stabilem, aber kritischen Zustand und musste aufgrund ihrer schweren Verletzungen sogar in den künstlichen Tiefschlaf versetzt werden.

Erinnerungen an den schicksalshaften Moment in Baku hat Sahinovic keine mehr. „Ich habe danach nicht mehr gewusst, was da genau war“, so die 15-Jährige im ORF-Interview. Dabei war sie kurz nach dem Unfall hellwach. „Ich kann mich erinnern, dass meine Trainerin zu mir gelaufen ist und ich sie gefragt habe, was denn genau passiert ist. Sie meinte: Du wurdest von einem Bus überfahren“, so die Athletin.

Vanessa Sahinovic gibt erstes Interview

In „Sport am Sonntag“ gab Synchronschwimmerin Vanessa Sahinovic erstmals seit ihrem schweren Unfall im Juni in Baku ein TV-Interview. Seit damals ist die 15-Jährige querschnittgelähmt.

„Man muss geduldig sein“

Obwohl Sahinovic laut eigenen Aussagen bereits im Spital ihre Beine nicht mehr spürte, war die endgültige Diagnose Querschnittlähmung verständlicherweise ein Schock. „Es ist natürlich schon schwierig, weil man irgendwie aus dem alten Leben rausgerissen wurde. Man fängt neu an“, so die Niederösterreicherin.

Trotzdem strotzt Sahinovic weiter vor Lebenswillen. „Ich glaube daran, dass jeder Mensch irgendwann in seinem Leben eine schwierige Phase haben wird. Meine ist halt schon früher gekommen“, sagte die Schwimmerin. Am wichtigsten beim Genesungsfortschritt sei vor allem Geduld. „Es geht alles Schritt für Schritt. Man muss geduldig sein“, so die Schwimmerin, „aber wenn man ein Ziel vor Augen hat, ist es etwas, dass man erreichen möchte.“

Spendenkonto Vanessa Sahinovic
IBAN: AT98 1200 0100 1437 3954
BIC: BKAUATWW

Therapie mit Kira Grünberg

Derzeit befindet sich Sahinovic zur Therapie im Rehabilitationszentrum der AUVA in Bad Häring. Im Tiroler Kurort holt sich die junge Athletin auch Motivation von ihrer Schicksalsgenossin Kira Grünberg. Die Stabhochspringerin verunglückte wenige Wochen nach dem Unfall von Sahinovic in Baku bei einem Trainingssprung schwer und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt.

Die Fortschritte bei der Therapie lassen Sahinovic jedenfalls optimistisch in die Zukunft blicken. Ihr größter Wunsch? „Dass ich bald wieder nach Hause kommen kann und mich dort ein schönes barrierefreies Haus erwartet. Vielleicht auch mit einem Pool, wo ich dann wieder schwimmen kann“, sagte die Niederösterreicherin im ORF-Gespräch, das in voller Länge im Rahmen der Sendung „Sport am Sonntag“ zu sehen war.

Spendenkonto und Charity-Aktion

So wie für Grünberg liefen auch für Sahinovic unmittelbar nach dem schweren Unfall Hilfsaktionen an. Ihre Heimatgemeinde Wiener Neudorf richtete ein Spendenkonto ein. Dort soll genügend Geld für nötige Umbaumaßnahmen zusammenkommen, um Sahinovic ein barrierefreies Leben zu ermöglichen.

Das Österreichische Olympische Comite (ÖOC) und die Sporthilfe riefen im Rahmen ihrer Crowdfunding-Plattform „I believe in you“ zur „Hilfe für Kira und Vanessa“ auf. Auf der Website der Aktion können Exponate wie ein Treffen mit ÖFB-Teamspieler David Alaba und ein Krafttraining mit Skistar Marcel Hirscher erstanden werden. Ziel ist es, 100.000 Euro für die beiden im Sommer verunfallten Sportlerinnen zu sammeln.

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