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„Wollen den Pool größer werden lassen“

Mit der Kaderbekanntgabe für das Trainingslager in Alicante und dem anschließenden Testspiel gegen die Schweiz am 17. November im Happel-Stadion (20.45 Uhr, live in ORF eins) ist am Dienstag der Startschuss für die Vorbereitung auf die EM 2016 gefallen. ÖFB-Teamchef Marcel Koller nominierte ein 23-Mann-Aufgebot, dem mit Andreas Lukse, Robert Gucher und Karim Onisiwo drei neue Spieler angehören.

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„Wir wollen den Pool größer werden lassen. Das ist auch ein Zeichen an die anderen, dass sie Gas geben müssen, um im Juni dabei zu sein“, sagte Koller, der allerdings auch klarstellte, dass er weit davon entfernt ist, den Kader großartig umzubauen oder personelle Experimente in Hinblick auf Frankreich vorzunehmen. „Wir haben in den letzten vier Jahren auf Vertrauen gebaut und wollen mit zu vielen neuen Spielern auch keine Unruhe ins Team bringen. Wir wollen mit Kontinuität auf die EM hinarbeiten“, sagte der Schweizer.

ÖFB-Teamchef Marcel Koller bei einer Pressekonferenz

GEPA/Christian Ort

Marcel Koller bei der Kaderbekanntgabe für Trainingslager und Testspiel

Konkurrenz belebt das Geschäft

Da aber Konkurrenz das Geschäft belebt, will Koller potenzielle Teamkandidaten wie üblich persönlich unter die Lupe nehmen. „Der Kader ist wieder größer geworden. Es ist gut, wenn wir wissen, dass andere nachrücken können“, sagte Koller. So stehen etwa Stefan Schwab und Michael Madl nicht wegen schlechter Leistungen diesmal nur auf Abruf. „Schwab hat einen guten Charakter und hat sich im Training voll reingehängt. Aber wir wollen im Zentrum etwas ausprobieren und uns ein Bild von Gucher machen“, sagte Koller.

Diesbezüglich verwies Koller auch auf die lange rekonvaleszent gewesenen Veli Kavlak, Christoph Leitgeb und Yasin Pehlivan. Alle drei Spieler sind Alternativen für das defensive Mittelfeld. „Sie sind wieder im Training, brauchen aber noch Zeit“, sagte der Teamchef, der auch noch offenließ, ob die angeschlagenen Christian Fuchs und Julian Baumgartlinger am Trainingslager teilnehmen können. „Manchmal ist eine Pause vielleicht besser“, sagte Koller, dem wichtig ist, in Spanien mit fitten Spielern arbeiten zu können.

Koller gibt Teamkader bekannt

ÖFB-Teamchef Marcel Koller hat für das Länderspiel gegen die Schweiz gleich drei Neulinge in den Teamkader einberufen.

„Lukse hat guten Job gemacht“

Fix ausfallen wird indes Martin Harnik, der sich einen Teilabriss des Außenbandes zuzog. Für den Stuttgart-Legionär kommt der 23-jährige Mattersburg-Stürmer Onisiwo erstmals zu A-Team-Ehren. Selbiges gilt für den 28-jährigen Altach-Goalie Lukse. „Unser Tormanntrainer Klaus Lindenberger ist viel unterwegs, schaut sich um und ist gut informiert. Lukse hat einen guten Job gemacht und ist auffällig. Wir werden ihn im Camp testen und schauen, ob er eine Alternative ist“, sagte Koller, der ankündigte, dass Ramazan Özcan den verletzten Robert Almer gegen die Schweiz ersetzen wird.

Altach-Tormann Andreas Lukse

APA/Dietmar Stiplovsek

Andreas Lukse hat sich mit Paraden bei Altach für das ÖFB-Team empfohlen

Zukunftsaktien wie Rapid-Jungstar Louis Schaub und HSV-Legionär Michael Gregoritsch hat Koller ebenfalls auf dem Radar. Bei der Kadernominierung nahm der Teamchef aber Rücksicht auf die wichtigen EM-Qualispiele der U21-Auswahl gegen Finnland (13. November) und in Deutschland (17. November). Auch die im Ausland tätigen U21-Torhüter Daniel Bachmann (Bury/ENG) und Ivan Lucic (Bayern München) stehen bei Koller erstmals auf der Abrufliste.

Kainz, Schobesberger, Burgstaller und Ivanschitz

Grundsätzlich stellte Koller aber klar, dass es nicht einfach sein wird, einen arrivierten Spieler zu verdrängen und einen Platz im Kader zu ergattern. „Die Konkurrenz ist sehr groß. Auf den Außenbahnen haben wir viele junge und gute Spieler, die sich aufdrängen. Wir schauen nach Spielern, die die gewissen Fähigkeiten haben, um uns weiterzubringen“, erklärte Koller und nannte diesbezüglich Namen wie Florian Kainz und Philipp Schobesberger. Nürnberg-Legionär Guido Burgstaller hat der Teamchef ebenfalls im Blickfeld.

Auch für Andreas Ivanschitz ist nach seinem Wechsel in die Major League Soccer zu den Seattle Sounders die Tür zum Nationalteam noch nicht geschlossen. „So lange er nicht seinen Rücktritt erklärt, ist er ein Thema“, versicherte Koller. „Wir nehmen ihn natürlich wahr, aber ein Scouting vor Ort ist schwierig. Wenn sich jemand verletzt oder junge Spieler nicht in Form sind, ergeben sich Möglichkeiten. Mit seiner Erfahrung kann er sicher die nötige Ruhe ins Spiel bringen“, umriss Koller ein mögliches Szenario für ein Comeback.

Andreas Ivanschitz im Dress der Seattle Sounders

GEPA/USA Today/Joe Nicholson

Trotz seines US-Engagements hat Koller Ivanschitz nicht aus den Augen verloren

Lieber Training statt zweites Testspiel

Im Teamcamp von 9. bis 15. November in Orihuela bei Alicante befasst sich Koller aber vor allem einmal mit der Gegenwart. In Spanien will der Teamchef an Details im taktischen Bereich arbeiten. Völlig neue Systeme werden nicht eingelernt. „Wir wollen das, was wir gut machen, weiterhin gut umsetzen. Wir werden den Spielern Kleinigkeiten vermitteln, von denen sie in ihrem Spiel profitieren können“, erklärte Koller, der im Trainingslager auch Akzente im zwischenmenschlichen Bereich setzen möchte.

Während die Schweiz am Freitag vor dem ÖFB-Duell noch ein Länderspiel in der Slowakei bestreitet, hat sich Koller gegen ein zweites Testspiel ausgesprochen, damit für die gesetzten Schwerpunkte genügend Zeit bleibt. „Ein Spiel kostet Kraft. Man hat weniger Trainingseinheiten und damit weniger Zeit. Wir wollen schon für Frankreich arbeiten“, sagte Koller. Mit Alicante hat das Team 2013 gute Erfahrungen gemacht. „Wir können dann auch mehr Zeit neben dem Training miteinander verbringen“, sieht Koller auch eine gute Möglichkeit das Teambuilding voranzutreiben.

Christian Wagner, ORF.at

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