Terrorgefahr verhindert Länderspiel
Das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist am Dienstagabend kurz vor dem geplanten Anpfiff in der HDI-Arena in Hannover abgesagt worden. Das teilte die Polizei in Hannover mit. Die Absage gehe auf einen konkreten Hinweis auf ein drohendes Attentat zurück, der ernst genommen werden müsse.
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Es habe die „ernstzunehmende Gefahr“ eines Sprengstoffanschlags bestanden. „Wir haben konkrete Hinweise gehabt, dass jemand im Stadion einen Sprengsatz zünden wollte“, sagte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe. Zum Zeitpunkt der Absage des Spiels, gegen 19.15 Uhr, waren kaum Zuschauer im Stadion. Sie wurden per Lautsprecher aufgefordert, den Stadionbereich zu verlassen.
„Meine Damen und Herren, meine lieben Fußballfreunde, es tut mir leid, aber das Spiel ist kurzfristig abgesagt worden. Bleiben Sie bitte ruhig. Es ist keine Gefahr im Anmarsch. Gehen sie einfach ganz normal nach Hause“, so die Durchsage der Polizei. Die Menschen wurden langsam aus dem Stadion geführt, es habe keine Panik gegeben, sagte ein Augenzeuge.

Gepa/Witters
Sicherheit ging in der HDI-Arena vor
Bereich um Stadion abgesperrt
Knapp eine Stunde zuvor war nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands vor dem Stadion zunächst Entwarnung gegeben worden. Worum es sich dabei genau handelte, wollte eine Sprecherin der Polizei nicht bekanntgeben. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien soll ein herrenloser Koffer die Aufregung verursacht haben. Der Bereich rund um das Stadion war kurzfristig abgesperrt worden.
Die Polizei hatte nach den Anschlägen von Paris ihre Präsenz in Hannover stark erhöht. In der Stadt patrouillieren zahlreiche bewaffnete Einsatzkräften mit Maschinenpistolen. Auch Kanzlerin Angela Merkel und zahlreiche andere hochrangige Gäste waren zu dem Spiel erwartet worden. Mehrere Limousinen fuhren nach der Absage mit Blaulicht aus dem Stadionbereich heraus.
Mannschaftsbusse drehten um
Die deutsche Nationalmannschaft war gerade auf dem Weg zur Arena, kehrte fünf Kilometer vor dem Stadion aber um. Das Team und die Trainer seien dann mit dem Bus zu einer Polizeidienststelle gebracht worden. Von dort aus sei die DFB-Elf zurück zum Quartier in Barsinghausen gefahren worden, um dann entweder per Flugzeug nach München oder mit Pkws die Heimreise anzutreten.
Der Bus der niederländischen Mannschaft habe sich direkt hinter dem deutschen auf dem Weg zum Stadion befunden. Die Delegation wurde direkt ins Mannschaftshotel gebracht und von dort aus zum Flughafen geleitet, wo man eigens eine zeitgerechten Abflug ermöglichte.
„Dass unsere Mannschaft innerhalb von vier Tagen zweimal so ein tragisches Erlebnis miterleben musste, war etwas, das in meiner Vorstellungskraft nicht möglich war“, betonte DFB-Interimspräsident und Ligapräsident Reinhard Rauball. Vielleicht könne auch der Psychologe der Nationalmannschaft „Rat geben und die Dinge in die Hand nehmen. Mein Eindruck ist, dass der Fußball in Deutschland mit dem heutigen Tage in allen Facetten eine andere Wendung genommen hat“, fügte er nachdenklich hinzu.
Auch Belgien - Spanien abgesagt
Schon am Montag war das geplante Testspiel der belgischen Nationalmannschaft in Brüssel gegen Europameister Spanien abgesagt worden. Die Partie sollte am Dienstagabend im Stadion Roi Baudouin stattfinden. Mit seiner Absage reagierte der belgische Verband auf die Anhebung der Terrorwarnstufe in Belgien.
„Wir bedauern zutiefst, dass ein solches Freundschaftsspiel zwischen zwei motivierten Teams so spät abgesagt wird. Und wir verstehen die Enttäuschung vieler Fans. Unter Berücksichtigung der außergewöhnlichen Umstände können wir jedoch keinerlei Sicherheitsrisiko für unsere Spieler und Fans eingehen“, schrieb der königlich-belgische Fußballverband auf seiner Website. Zu dem Spiel waren 50.000 Zuschauer erwartet worden.
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