Verhaltener Start in die Einzelsaison
Österreichs Skispringern ist es nicht gelungen, dem Podestplatz im Teambewerb beim Weltcup-Auftakt in Klingenthal am Sonntag im Einzel einen weiteren folgen zu lassen. Als bester ÖSV-Adler belegte Stefan Kraft Rang sechs. Der Norweger Daniel-Andre Tande, dessen bisher beste Weltcup-Platzierung Rang fünf auf dem Kulm war, war der Überraschungssieger vor Peter Prevc (SLO) und Severin Freund (GER).
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Kraft segelte nach dem Durchschnittssprung von 126 m im Finale auf 142,5 m und sorgte damit für die zweitbeste Weite des Tages. „Ich bin jetzt mit dem zweiten Durchgang so happy. Ich weiß gar nicht mehr, was im ersten war. Es hat mich richtig angezipft, dass ich da so einen lauwarmen Sprung gebracht habe“, sagte Kraft, der schon vor einem Jahr als Zweiter bester ÖSV-Adler beim Auftakt gewesen war.
Tande gewinnt Klingenthal-Springen
Daniel-Andre Tande gewann den Skisprung-Saisonauftakt in Klingenthal vor Peter Prevc und Gesamtweltcup-Titelverteidiger Severin Freund. Bester Österreicher wurde Stefan Kraft als Sechster.
Am Ende fehlten dem Tourneesieger und Weltcup-Gesamtdritten der abgelaufenen Saison nach Rang 14 im ersten Durchgang dann sogar nur 3,1 Punkte auf das Podest. Grundsätzlich, so der Salzburger, sei der erste Bewerb mit den Windunterbrechungen nicht so einfach gewesen. „Mit der neuen Regel steht man dann doch fünf Minuten mit Keilen drinnen da und man darf nichts angreifen“, erzählte Kraft.

APA/EPA/Jan Woitas
Daniel-Andre Tande ist ein neues Gesicht auf dem Siegerbild
Schlierenzauer von neun zurück auf 17
Kraft war der einzige Österreicher in den Top Ten: Der nach dem ersten Sprung einer von stark drehendem Wind geprägten Konkurrenz bestplatzierte Gregor Schlierenzauer fiel nach dem 130-m-Sprung mit 119,5 m auf Platz 17 zurück. Der erste Durchgang war für Schlierenzauer „für meine Verhältnisse eine Steigerung“, doch im zweiten bekam der 53-fache Weltcup-Sieger wieder einen Dämpfer. „Ich war am Tisch viel zu früh, da gewinnst du nichts mehr.“
Unmittelbar hinter Schlierenzauer, der noch nach dem richtigen Setup sucht, landete Michael Hayböck. „Sicher wäre es mir lieber gewesen, wenn ich gleich in die Top Ten reingesprungen wäre. Es war noch nicht ganz drinnen“, sagte der Oberösterreicher. „Es war jetzt nicht schlecht, ich merke, dass nicht viel fehlt“, hat Hayböck nach Sprüngen auf 129 und 123 m Hoffnung.
Kuttin nur mit Kraft zufrieden
ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin hofft auf die Zugkraft seines aktuellen besten Manns. Der 142,5-m-Flug Krafts hat auch den 44-jährigen Kärntner erleichtert. „Er soll der ganzen Mannschaft die Kraft geben, weil er hat jetzt im zweiten Durchgang das gezeigt, was er in der letzten Zeit in Oberstdorf gezeigt hat.“
Und das, so Kuttin nach dem Auftaktbewerb seiner zweiten Saison als ÖSV-Cheftrainer, müsse für das ganze Team gelten. „Die Sprünge der anderen waren absolut nicht auf dem Niveau, was wir in Oberstdorf gehabt haben. Man hat gesehen, wenn du nicht frei bist und nicht richtig Gas gibst, hast bei den schwierigen Verhältnisse null Chance“, konstatierte der Kärntner.
„Spezieller Moment“ für Tande
„Frei“ im Kopf waren andere. Und doch kam es nicht zum Sieg eines der favorisierten Springer Prevc, Freund oder Richard Freitag, der seinem Landsmann Freund um einen Zehntelpunkt als Vierter den Vortritt auf das Podest geben musste. Völlig unerwartet holte sich der 21-jährige Tande seinen ersten Weltcup-Sieg. War der 142-m-Flug im ersten Durchgang noch den guten Bedingungen zugeschrieben worden, so bestätigte der als Zweiter ins Finale gegangene Norweger, dass das kein Zufall war.
Tande landete bei 140,5 m und verwies Prevc um 3,1 Zähler auf Platz zwei. Freund hatte mit 16,1 Punkten Rückstand auf den Slowenen schon einen Respektabstand. „Es ist wirklich ein spezieller Moment für mich, ich genieße es“, freute sich Tande. „Mein Ziel war es, den guten Sommer fortzusetzen. Ich wusste, dass ich gut genug für die Top Ten bin, darauf hatte ich gehofft“, erklärte Tande, der nun als Weltcup-Leader in die Bewerbe im finnischen Ruka geht.
Weltcup-Springen in Klingenthal
Endstand: |
1. |
Daniel-Andre Tande |
NOR |
142,0 / 140,5 |
268,7 |
2. |
Peter Prevc |
SLO |
139,0 / 138,0 |
265,6 |
3. |
Severin Freund |
GER |
134,0 / 132,0 |
249,5 |
4. |
Richard Freitag |
GER |
132,0 / 141,0 |
249,4 |
5. |
Noriaki Kasai |
JPN |
136,5 / 139,5 |
247,2 |
6. |
Stefan Kraft |
AUT |
126,0 / 142,5 |
246,4 |
. |
Andreas Wellinger |
GER |
133,0 / 135,5 |
246,4 |
8. |
Domen Prevc |
SLO |
127,0 / 139,5 |
243,2 |
9. |
Johann Andre Forfang |
NOR |
127,5 / 143,0 |
238,1 |
10. |
Jurij Tepes |
SLO |
129,0 / 131,5 |
232,5 |
11. |
Kenneth Gangnes |
NOR |
133,0 / 133,0 |
229,0 |
12. |
Daiki Ito |
JPN |
127,0 / 133,5 |
226,9 |
13. |
Kamil Stoch |
POL |
137,0 / 125,0 |
220,5 |
14. |
Simon Ammann |
SUI |
132,0 / 132,5 |
217,8 |
15. |
Andreas Stjernen |
NOR |
125,5 / 128,5 |
216,4 |
16. |
Taku Takeuchi |
JPN |
121,5 / 123,5 |
209,1 |
17. |
Gregor Schlierenzauer |
AUT |
130,0 / 119,5 |
206,5 |
18. |
Michael Hayböck |
AUT |
129,0 / 123,0 |
205,8 |
19. |
Jakub Janda |
CZE |
121,5 / 125,0 |
205,7 |
20. |
Stephan Leyhe |
GER |
127,0 / 121,5 |
205,6 |
21. |
Tom Hilde |
NOR |
127,5 / 123,0 |
204,4 |
. |
Ilmir Hazetdinow |
RUS |
123,0 / 127,5 |
204,4 |
23. |
Roman Koudelka |
CZE |
124,0 / 122,0 |
203,7 |
24. |
Manuel Poppinger |
AUT |
119,5 / 125,5 |
202,0 |
25. |
Anders Fannemel |
NOR |
119,5 / 117,5 |
190,1 |
26. |
Jan Matura |
CZE |
125,0 / 118,0 |
189,2 |
27. |
Lauri Asikainen |
FIN |
122,0 / 115,0 |
187,1 |
28. |
Ronan Lamy Chappuis |
FRA |
122,0 / 116,5 |
183,0 |
29. |
Mackenzie Boyd-Clowes |
CAN |
122,5 / 114,0 |
181,7 |
30. |
Andreas Kofler |
AUT |
121,5 / 116,0 |
179,4 |
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