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Rapid lässt nichts anbrennen

Rapid hat am Sonntag in der 22. Runde der tipico-Bundesliga das 316. Wiener Derby gegen die Austria klar gewonnen. Die Hütteldorfer setzten sich auswärts mit 3:0 (2:0) durch. Der Ex-Austrianer Thomas Murg (9.), Steffen Hofmann (14./Elfer) und Matej Jelic (72.) sorgten vor 12.500 Zuschauern in der Generali Arena für den 130. Rapid-Sieg im Duell mit dem Erzrivalen.

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Die Grün-Weißen waren dabei die taktisch clevere Mannschaft und kontrollierten im Grunde über 90 Minuten das Geschehen. Die Austria erwies sich diesmal als zu ideenlos in der Offensive, um dem Gegner gefährlich zu werden. Mit dem Rapid-Sieg setzte sich jedoch ein Derby-Trend fort. Auch im letzten Auswärtsderby im August 2015 hatte sich Rapid deutlich mit 5:2 durchgesetzt. Der Austria glückte mit einem 2:1 im Oktober aber die Revanche im Happel-Stadion. In den jüngsten 23 Derbys gab es damit überhaupt nur viermal einen Erfolg des Heimteams.

Rapid gewinnt Wiener Derby

Die Wiener Austria musste sich am Sonntag Rapid daheim mit 0:3 geschlagen geben. In der Tabelle führt Salzburg punktegleich vor Rapid, die Austria liegt als Dritter zwei Zähler zurück.

Durch den Sieg schlossen die Rapidler nur vier Tage nach dem Cup-Aus gegen die Admira in der Tabelle zu Leader Salzburg auf. Beide halten bei 40 Punkten, Rapid hat jedoch die um drei Tore schlechtere Tordifferenz. Die Austria ist mit 38 Zählern Dritter. Rapid glückte mit dem souveränen Derby-Sieg auch die Generalprobe für das Europa-League-Duell mit Valencia am Donnerstag in Spanien.

Chance auf Tabellenführung als Motivation

Beide Teams waren durch die Ausgangslage hochmotiviert. Mit der 0:1-Niederlage von Red Bull Salzburg am Samstag in Ried hatten beide Clubs die Chance auf die Tabellenführung. Entsprechend viel Elan demonstrierten die Erzrivalen von Beginn an. Bei Rapid absolvierte Hofmann sein 396. Bundesliga-Spiel für die Grün-Weißen und machte sich damit zum Legionär mit den meisten Einsätzen in der Liga.

Die Austria hingegen bestritt das vorläufig letzte Derby in der Generali Arena, bevor sie für die nächsten zwei Saisonen während des Stadionumbaus in den Wiener Prater übersiedelt. Das Spiel begann mit einer Trauerminute für den am Samstag im Alter von 51 Jähren an einem Herzinfarkt verstorbenen Trifon Iwanow, der von 1996 bis 1997 bei beiden Wiener Großclubs tätig war.

Regelwidriges 1:0 durch Ex-Austrianer

Danach gaben die Hausherren gleich Gas. Olarenwaju „Larry“ Kayode rutschte in einen schlechten Rückpass von Maximilian Hofmann und krachte mit Rapid-Goalie Richard Strebinger zusammen. Strebinger zeigte sich bei den folgenden hohen Bällen in den Strafraum unsicher, die Austria konnte aber kein Kapital daraus schlagen. Effizienter im Verwerten der Möglichkeiten waren die Hütteldorfer.

Nach einem idealen Lochpass von Hofmann startete Murg knapp, aber doch aus Abseitsposition auf das Austria-Tor und verwertete abgebrüht zum 1:0 (9.). Damit schlug wieder einmal in den letzten Wochen ein ehemaliger Spieler gegen die Austria zu. Murg, der im Winter von Ried zu Rapid gewechselt war, war noch 2012/13 unter Peter Stöger Meister mit den „Veilchen“ geworden.

Rapid legt 2:0 rasch nach

Nur wenige Minuten später glänzte Austria-Verteidiger Vance Sikov durch ein unüberlegtes Foul an Rapid-Stürmer Matej Jelic im Strafraum. Der Mazedonier ließ einfach sein Bein stehen. Hofmann trat zum Elfmeter an und verwertete sicher zum 2:0 (14.). Die Violetten brauchten einige Minuten, um sich von diesem Doppelschlag zu erholen.

Torszene

GEPA/Christian Ort

Staubtrocken und sicher verwandelte Steffen Hofmann (l.) den Elfer zum 2:0

Im Mittelfeld kurbelte diesmal Roi Kehat für den gesperrten Alexander Grünwald, aber das Spiel der Austria kam nicht richtig in Schwung. Rapid blieb in seinen Gegenstößen gefährlicher. Die Aufregung der ersten Viertelstunde hatte sich mittlerweile auch gelegt. Doch die Heimmannschaft fand weiter keine Mittel gegen die im 4-4-2-System aufgestellten Rapidler. Bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Alexander Harkam fand die Partie im Grunde nur im Mittelfeld statt.

Austria kommt ein wenig auf

Ideen von Austria-Coach Thorsten Fink waren gefragt, wollten die Favoritner noch Punkte aus diesem Match mitnehmen. Zu wenig variantenreich agierte die Austria in den ersten 45 Minuten. Fink wollte offensichtlich mehr Offensive seiner Mannschaft sehen und brachte Stürmer Kevin Friesenbichler statt Kehat.

Ein Schuss von Alexander Gorgon war der erste Torversuch (49.) der Austria in Halbzeit zwei. Die „Veilchen“ waren aktiver in dieser Phase des Spiels, fanden aber weiter keine zwingenden Torchancen vor. In der 56. Minute räumte dann Rapid-Goalie Strebinger beim Rauslaufen Friesenbichler um, die Aktion wurde aber zurecht nicht als Elfmeter gewertet. Die Barisic-Elf konnte sich mit der 2:0-Führung im Rücken weiter auf die Verteidigung des Vorsprungs konzentrieren.

3:0 statt 2:1

Deshalb nahm Barisic dann auch Hofmann vom Platz und brachte Srdjan Grahovac (60.). Kurz darauf kam noch Philipp Schobesberger für den Torschützen Thomas Murg ins Spiel (66.). Zuvor hatte Kayode Rapid-Tormann Strebinger im Strafraum absichtlich gerammt, als er einem weiten Ball nachlief - doch Harkam verzichtete auf die fällige Gelbe Karte für den Nigerianer.

Aber auch die zweite Hälfte war ein Beweis für die Effizienz, die Rapid diesmal an den Tag legte. Das Ballbesitzverhältnis sprach zwar mit 63:37-Prozent für die Austria, die Tore schoss aber Rapid. Nach schöner Vorarbeit von Schobesberger schloss Jelic aus wenigen Metern überlegt mit seinem vierten Saisontreffer zum 3:0 (72.) ab.

Fans mit Pyrotechnik

APA/Georg Hochmuth

Die Rapid-Fans könnten ihrem Club einmal mehr teuer kommen

Die letzten Minuten setzte sich die Austria zwar in Rapids Hälfte fest, konnte wie aber die gesamte Spielzeit über mit diesem Umstand nichts anfangen. Wermutstropfen für Rapid könnten lediglich neuerliche Strafen der Bundesliga für Bengalen und Böller sein, die im Fan-Sektor der Hütteldorfer gezündet wurden.

Martin Wagner, ORF.at

Tipico-Bundesliga, 22. Runde

Sonntag:

Austria - Rapid 0:3 (0:2)

Generali Arena, 12.500 Zuschauer, SR Harkam

Torfolge:
0:1 Murg (9.)
0:2 S. Hofmann (14./Elfmeter)
0:3 Jelic (72.)

Austria: Hadzikic - Koch, Sikov, Rotpuller, Martschinko - Holzhauser, Serbest - Gorgon, Kehat (46./Friesenbichler), Venuto - Kayode

Rapid: Strebinger - Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Stangl - Petsos, Schwab - Murg (66./Schobesberger), S. Hofmann (60./Grahovac), F. Kainz - Jelic (77./Tomi)

Gelbe Karten: Venuto, Sikov, Kayode bzw. Jelic, S. Hofmann

Die Besten: Jelic, S. Hofmann, Sonnleitner bzw. Holzhauser

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