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Viel Leidenschaft, wenige Chancen

Red Bull Salzburg hat am Mittwoch die Tabellenführung in der tipico-Bundesliga abgegeben. Der Meister musste sich in der 25. Runde bei Puntigamer Sturm Graz mit einem gerechten 0:0 begnügen und fiel auf Rang zwei zurück. Der Rückstand auf Rapid, das davor im Heimspiel gegen Mattersburg mit 3:0 den fünften Sieg im fünften Frühjahrsspiel gefeiert hatte, beträgt nun zwei Punkte.

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In einer intensiv geführten, aber chancenarmen Partie zeigte vor allem Sturm eine leidenschaftliche Leistung. Nach der Nullnummer haben die viertplatzierten Grazer nun bereits sieben Punkte Rückstand auf die Wiener Austria, aber noch einen Zähler Vorsprung auf die Admira. Salzburg blieb vor nur 5.873 Zuschauern beim ersten Remis im fünften Ligaspiel unter Coach Oscar Garcia zum zweiten Mal ohne Treffer bzw. zum vierten Mal in dieser Saison überhaupt.

Sturm mit schwungvollem Beginn

Bei Salzburg wurde Naby Keita, der nach überstandener Malariaerkrankung bei seinem Comeback zweimal getroffen hatte, geschont. Für den Mittelfeldspieler, der vorerst nur auf der Bank saß, rutschte Konrad Laimer in die Startelf. Ansonsten setzte Coach Garcia auf die siegreiche Elf vom Spiel gegen die Austria. Bei Sturm fehlte im Vergleich zum 1:0-Erfolg gegen Ried einzig der gesperrte Wilson Kamavuaka, der Kongolese wurde von Sandro Lovric ersetzt.

Die Anfangsphase gehörte überraschend den Grazern, die sich vor den gefährlichen Salzburgern keineswegs versteckten, ihr Heil in der Offensive suchten und einen schwungvollen Beginn hinlegten. Nach einer guten Kombination wurde ein Schuss von Sascha Horvath abgelenkt (5.). Auch danach spielte sich Sturm nach Wechselpässen öfters über die rechte Seite in den Salzburger Strafraum, kam aber nicht entscheidend zum Abschluss.

Salzburg nur mit einer Chance

Salzburg hatte indes gegen die aggressiven Grazer ihre liebe Not im Spielaufbau. Wenige zusammenhängende Aktionen und einige Fehlpässe prägten das Spiel der „Bullen“. Spielte sich der Tabellenführer doch einmal in die Nähe des Strafraums, waren die Sturm-Verteidiger zur Stelle. Die beste Chance vor der Pause hatte dann doch Salzburg. Valentino Lazaro zog in den Strafraum. Goalie Michael Esser ließ den Schuss abprallen. Dimitri Oberlin staubte ab, stand allerdings vorher in Abseitsposition (38.).

Avdijaj vergibt Matchball für Sturm

Die Intensität der Partie blieb auch in der zweiten Hälfte hoch, keine Mannschaft konnte sich allerdings ein spielerisches Übergewicht verschaffen. Zwingende Torchancen blieben aufgrund konzentrierter Abwehrarbeit Mangelware. In der 61. Minute ersetzte dann Keita, der sich beim Aufwärmen in der Pause noch leicht verletzt hatte, Lazaro. Die Grazer ließen sich aber auch davon nicht aus dem Konzept bringen und standen sicher.

In der Schlussphase erhöhte dann Salzburg noch einmal den Druck. Dimitri Oberlin probierte es aus spitzem Winkel, doch Esser war mit dem Fuß zur Stelle (74.). Kurz darauf ging ein Schuss von Valon Berisha unter den Armen von Esser durch, aber auch am Tor vorbei (76.). Auf der Gegenseite wurde ein Versuch von Lovric geblockt (75.). Den Matchball vergab dann der eingewechselte Donis Avdijaj. Der 19-Jährige setzte sich gegen zwei Salzburger durch, schoss dann aber alleine vor Goalie Alexander Walke über das Tor (90.).

Christian Wagner, ORF.at

Stimmen zum Spiel:

Franco Foda (Sturm-Trainer): „Die ersten 30 Minuten waren wir sehr gut im Spiel, haben viel Tempo gemacht und sind über die Flügel gut zum Abschluss gekommen. Salzburg hat dann auf 4-3-3 umgestellt, da hat sich das Spiel etwas gedreht. Donis (Avdijaj, Anm.) hatte zum Schluss die große Möglichkeit. Natürlich hätte ich gerne gewonnen, bin aber mit dem Ergebnis zufrieden. Wir haben heute mit einer wirklich jungen Mannschaft gespielt, man darf die vielen Ausfälle nicht vergessen.“

Oscar Garcia (Salzburg-Trainer): „Sturm war 30 Minuten die bessere Mannschaft. Wir wollten mit der gleichen Intensität wie gegen Austria Wien spielen. Mit meiner Mannschaft war ich nur 60 Minuten des Spiels zufrieden, und ich bin nie zufrieden, wenn ich nicht gewinne.“

Tipico-Bundesliga, 25. Runde

Mittwoch:

Sturm - Salzburg 0:0

Stadion Graz, 5.873 Zuschauer, SR Weinberger

Sturm: Esser - Kayhan (56./Potzmann), Avlonitis, Spendlhofer, Lykogiannis - Lovric, Offenbacher (80./Avdijaj) - Horvath, M. Stankovic (70./Gruber), Dobras - Kienast

Salzburg: Walke - Schwegler, Miranda, Caleta-Car, Ulmer - Lazaro (61./Keita), Laimer (69./Bernardo), Schmitz, Berisha - Soriano, Oberlin (75./Hwang)

Gelbe Karten: Potzmann, Spendlhofer bzw. Laimer

Die Besten: Lykogiannis, Horvath bzw. Schwegler

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