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Drei Siege in einem Rennen

Marcel Hirscher hat am Samstag einen Sieg auf der ganzen Linie gefeiert und sich endgültig den fünften Triumph in Serie im Gesamtweltcup gesichert. Der 27-jährige Salzburger holte in Kranjska Gora mit einem Vorsprung von 0,53 Sekunden auf Alexis Pinturault (FRA) seinen siebenten Saisonsieg und liegt damit gesamt 333 Zähler vor Henrik Kristoffersen. Der Norweger, der nur noch drei Technikrennen bestreiten wird, wurde Dritter.

Mit dem fünften Gesamtsieg schrieb Hirscher auch die Geschichtsbücher im alpinen Skisport um, da er zu Rekordhalter Marc Girardelli (1985 bis 1993) aus Luxemburg aufschloss. Fünf Erfolge in Serie gelangen zuvor aber noch keinem Rennläufer. „Ich kann es nicht glauben. Ich kann es mir nicht vorstellen. Ich glaube es erst wirklich, wenn ich es mir selbst durchrechnen kann. Sagen kann man viel, mir fällt nichts dazu ein. Ich bin ein wenig sprachlos“, erklärte Hirscher im ORF-Interview.

Triumph für Hirscher

Der Salzburger Hirscher sicherte sich mit dem Sieg im Riesentorlauf in Kranjska Gora den Gesamtweltcup und die kleine RTL-Kristallkugel.

Als Zugabe fixierte Hirscher auch zum dritten Mal in seiner Karriere den Gewinn der kleinen Kristallkugel im RTL-Weltcup. Der Franzose Pinturault, der die letzten vier Riesentorläufe überlegen für sich entscheiden konnte, weist vor dem RTL beim Saisonfinale in St. Moritz 111 Punkte Rückstand auf. „Es ist schon was ganz Spezielles. Die dritte RTL-Kugel nimmt man nicht einfach so mit. Die letzten Läufe waren sehr schwer. Ich war in Japan auf einmal Sechster und auch danach immer hinter Alexis“, sagte Hirscher.

Mit Laufbestzeiten zum großen Triumph

Den Grundstein zum Sieg legte Hirscher im äußerst anspruchsvollen ersten Durchgang. Der ÖSV-Star meisterte bei heftigem Schneefall die eisige Piste und kräfteraubende Kurssetzung mit Abstand am besten und fuhr sich einen Vorsprung von 0,41 Sekunden heraus. „Die Sicht war in Ordnung. Brutal waren die kleinen Unebenheiten, die durch die klare Nacht entstanden sind. In acht Jahren RTL-Weltcup war das für mich der heftigste Durchgang“, sagte Hirscher.

Herren-RTL in Kranjska Gora

  • 1. Marcel Hirscher (AUT)
  • 2. Alexis Pinturault (FRA)
  • 3. Henrik Kristoffersen (NOR)

Im zweiten Durchgang wurde der Start aufgrund des starken Schneefalls wie schon am Freitag nach unten verlegt. Aber auch in dem kürzeren und rhythmischer gesetzten Lauf ließ Hirscher nichts anbrennen. Pinturault legte noch einmal eine fulminanten Vorstellung hin und distanzierte Kristoffersen um 1,06 Sekunden. Hirscher konterte allerdings beeindruckend. Im oberen Teil verlor er zwar seinen ganzen Vorsprung, unten war er aber wieder eine Klasse für sich, holte noch über eine halbe Sekunden Vorsprung heraus - und erzielte neuerlich Laufbestzeit.

„Ich habe mitbekommen, dass die zwei schnell waren. Ich habe gescheit riskiert, den Arsch zusammengezwickt und Gas gegeben. Es war heute schon ein schweres Rennen. Jetzt wird sehr viel Last von mir abfallen“, bilanzierte ein freudestrahlender Hirscher im Zielraum.

Kristoffersen gratuliert und spitzt auf Slalom

Dort stellte sich auch Kristoffersen als einer der ersten Gratulanten für Hirscher ein. „Es sind jetzt über 300 Punkte. Er ist ein unglaublicher Skifahrer. Vielleicht werde ich in der nächsten Saison die technischen Speed-Rennen fahren. Aber mit den Top Drei im Gesamtweltcup bin ich sehr zufrieden“, sagte der 21-jährige Norweger, der im Slalom nach der kleinen Kristallkugel greift. „Da schauen wir noch, ich bin richtig angriffslustig. Ich muss da Vollgas haben. Marcel will sicher auch noch einen Slalom-Sieg.“

Am Sonntag (9.30 Uhr und 12.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) steigt in Kranjska Gora der vorletzte Slalom. Zwei Rennen vor Schluss hat der sechsfache Saisonsieger - der sich heuer nur Hirscher in Santa Caterina und dem Deutschen Felix Neureuther in Naeba geschlagen geben musste - mit 131 Punkte Vorsprung auf Hirscher. „Im Slalom-Weltcup kann sich Henrik nur noch selbst schlagen“, sieht sich der Österreicher nur noch als Außenseiter.

Alexis Pinturault (FRA), Marcel Hirscher (AUT) und Henrik Kristoffersen (NOR)

APA/AP/Marco Trovati

Die Siegerehrung in Kranjska Gora war für Hirscher eine emotionale Sache

Schörghofer und Feller in den Top Ten

Im Schatten von Hirscher zeigten auch Philipp Schörghofer und Manuel Feller eine starke Leistung. Der 33-jährige Salzburger, der am Freitag noch Platz zwei vor Hirscher belegt hatte, verbesserte sich in der Entscheidung vom neunten auf den sechsten Rang (2,03). „Das passt für mich. Natürlich wäre ich gerne am Stockerl gestanden, aber heute habe ich mir ein bisschen schwerer getan. Es ist cool, dass es gut läuft. Ich möchte auch Marcel gratulieren, zu seinen Kugeln“, erklärte Schörghofer.

Feller erzielte im zweiten Durchgang die drittbeste Laufzeit. Damit gelang dem 23-Jährigen noch ein Sprung vom zwölften auf den siebenten Platz (2,12). „Ich habe es halbwegs gut gemeistert. Es waren wieder dieselben zwei Stellen fehlerhaft wie beim ersten Rennen. Aber grundsätzlich bin ich sehr zufrieden“, sagte Feller. Stefan Brennsteiner belegte Rang 26 (5,13) und holte damit erstmals in dieser Saison Weltcup-Punkte. Christian Hirschbühl wurde 28. (5,36). Christoph Nösig und Roland Leitinger waren im ersten Durchgang ausgeschieden.

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