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Fehlerfrei am Schießstand

Julian Eberhard hat im drittletzten Rennen der Biathlon-Weltcup-Saison seinen bisher größten Erfolg gefeiert. Der Salzburger gewann am Freitag im russischen Chanty-Mansijsk den 10-km-Sprint-Bewerb 1,1 Sekunden vor dem Deutschen Simon Schempp. Der 29-jährige Eberhard, der fehlerfrei blieb, war zuvor noch nie im Weltcup auf dem Podest gestanden.

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Ausschlaggebend für den Erfolg waren ein fehlerfreies Schießen und die zweitschnellste Laufzeit. Mögliche Podestplätze hatte der laufstarke Saalfeldener auch davor mit stets zu vielen Schießfehlern vergeben. Sein bisher bestes Ergebnis im Weltcup hatte Eberhard im Februar in Canmore erreicht, als er das Podest als Vierter ebenfalls im Sprint mit zwei Fehlern nur knapp verpasst hatte.

Erster Sieg für Julian Eberhard

Julian Eberhard sorgt beim Weltcup-Finale der Biathleten für eine Sensation. Der 29-Jährige gewann nach fehlerfreier Schießleistung den Sprint in Chanty-Mansijsk.

Diesmal lieferte Eberhard aber endlich auch am Schießstand in Schnellfeuermanier von Simon Eder eine makellose Vorstellung ab. Im Fernduell mit Schempp, der als einziger mit ihm mithalten konnte, setzte er sich auf den letzten 500 Metern knapp vom vierfachen Saisonsieger ab.

„Voll draufgehalten“

„Nach der für mich enttäuschenden WM habe ich heute nichts zu verlieren gehabt und alles auf eine Karte gesetzt. Ich habe gewusst, das Schießen passt, und einfach voll draufgehalten. Ich habe am Schießstand nichts anders gemacht als sonst, sondern einfach ganz befreit das abgearbeitet, was ich kann. Auf der Loipe war es dann ein hartes Stück Arbeit. Da habe ich mich aber auf meine Qualitäten verlassen können. Auch das Material war super“, sagte Eberhard.

Simon Eberhard

GEPA/Philipp Brem

Julian Eberhard steht erstmals ganz oben auf dem Podest

Bei der am Sonntag zu Ende gegangenen WM in Oslo hatte er noch in drei Einzelbewerben mit zu vielen Schießfehlern die Chance auf Spitzenplätze vergeben. Auch beim vierten Rang der Staffel war dem 29-Jährigen als einzigem Österreicher eine Strafrunde unterlaufen. Eberhard gab zu, dass es zuletzt für ihn nicht einfach gewesen sei. „Die letzten zwei Wochen waren sehr hart, ich habe viele enttäuscht, auch mich selber. Das heute war die einzige richtige Antwort, die ich geben habe können“, sagte Eberhard im ORF-Interview.

Gute Ausgangsposition für Verfolgung

Auch Einzel-Vizeweltmeister Dominik Landertinger zeigte ein starkes Rennen und belegte hinter dem Deutschen Arnd Peiffer den vierten Rang. Eberhard und Landertinger sicherten sich damit eine ausgezeichnete Ausgangslage für die Verfolgung am Samstag.

„Es war ein gutes Rennen mit perfektem Schießen. Das Laufen ist schon etwas zach gegangen und der lange Zulauf zum Schießstand mit dem extrem harten Anstieg macht es nicht einfach. Da muss man schauen, dass man sich ein paar Körner für das Schießen spart. Stehend habe ich ganz schön kämpfen müssen, Gott sei Dank habe ich es dann mit null hingebracht“, sagte Landertinger. „Ich merke schon, dass nach der WM die Anspannung etwas draußen ist. Es ist mir heute aber gut gelungen, mich voll auf den Wettkampf zu konzentrieren“, so der 28-Jährige weiter.

Keinen guten Tag erwischte hingegen Eder, der sich drei Fehlschüsse leistete und nur Rang 38 belegte. Auch der französische WM- und Weltcup-Dominator Martin Fourcade landete im ersten von drei Rennen beim Saisonkehraus außerhalb der Top 30. Für das Verfolgungsrennen am Samstag (14.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) konnten sich zudem auch Fritz Pinter (47.) und Lorenz Wäger (49.) qualifizieren.

Biathlon-Weltcup in Chanty-Mansijsk

Herren-Sprint (10 km):
1. Julian Eberhard AUT 24:18,6 0*
2. Simon Schempp GER + 1,1 0
3. Arnd Peiffer GER 23,0 0
4. Dominik Landertinger AUT 28,2 0
5. Erik Lesser GER 38,1 0
6. Tim Burke USA 52,6 1
7. Johannes Thingnes Bö NOR 1:02,0 1
8. Benedikt Doll GER 1:03,4 1
9. Andrejs Rastorgujevs LAT 1:06,8 1
10. Dominik Windisch ITA 1:15,2 1
38. Simon Eder AUT 2:01,9 3
47. Fritz Pinter AUT 2:27,1 2
49. Lorenz Wäger AUT 2:28,9 1
* Schießfehler = Strafrunden

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