Themenüberblick

Auszeit zum richtigen Zeitpunkt

Die gute Nachricht für die Fans von Gregor Schlierenzauer gleich vorneweg: Österreichs erfolgreichster Skispringer der Geschichte hat auch nach seinem Kreuzbandriss beim privaten Skifahren noch keine Lust auf ein Ende seiner Karriere. „Das Feuer brennt noch“, sagte der 26-jährige Tiroler nach erfolgreicher Knieoperation bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Schlierenzauer hatte sich vor rund zwei Wochen beim Tiefschneefahren („Es war die siebte Abfahrt“) in Kanada das Kreuzband gerissen. In der Privatklinik in Hochrum bei Innsbruck wurde der Tiroler operiert, am Freitag durfte Schlierenzauer die Klinik wieder verlassen. „Eine Verletzung ist nie erfreulich, aber wenn man in so einem System wie in Österreich mit tollen Ärzten ist, dann fällt alles leichter“, sagte der Skispringer.

„Bin sehr motiviert“

Eines stellte der 26-Jährige bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit seiner während der Vierschanzentournee genommenen Auszeit sofort klar: Abschiedsworte gibt es nicht. „Ich bin sehr motiviert, wieder zurückzukehren“, sagte Schlierenzauer. Nachdem der Tiroler seit seinem 16. Lebensjahr die Skisprungszene bestimmt hatte, fiel er in den vergangenen zwei Jahren in ein Tief. Bei der diesjährigen Tournee stieg der Sieger von 53 Weltcup-Springen aus und gönnte sich eine Auszeit.

Gregor Schlierenzauer

GEPA/Hans Osterauer

In der vergangenen Saison war Schlierenzauer ein Schatten seiner selbst

„Es hat gutgetan, eine Auszeit zu nehmen. Zehn Jahre auf hohem Niveau kosten Kraft und Energie. Daher war die Auszeit sehr wertvoll“, sagte Schlierenzauer, der sogar von einer göttliche Eingebung sprach. „Ich wollte vor drei Jahren schon eine Auszeit nehmen, habe mich aber wegen Olympia anders entschieden. Komplett von der Bühne abzutreten, dazu bin ich noch nicht bereit.“

Pressegespräch Gregor Schlierenzauer

Gregor Schlierenzauer spricht über seinen aktuellen Gesundheitszustand nach seiner Verletzung und darüber, wie seine Pläne für die Zukunft aussehen.

Es sei auch gut gewesen, einmal ohne Erfolgsdruck durchs Leben zu gehen. Aber: „Wenn man die Ansprüche hat, ganz oben zu stehen, dann braucht man diesen Druck. Aber man muss auch lernen, damit umzugehen, wenn es nicht so läuft. So ist das Leben, es gibt nicht nur Höhen, sondern auch Täler. Da bin ich jetzt mittendrin.“ Seine Pause nutzte Schlierenzauer nicht nur dazu, seine Akkus wieder aufzuladen und den Kopf freizubekommen, sondern er begann auch eine Ausbildung als Mentaltrainer.

Gesundheit hat Priorität

Vorerst gilt die volle mentale Konzentration des Tirolers aber nicht dem Datum für sein Comeback. „Oberstes Ziel ist jetzt, das Knie so hinzubekommen, dass es einem Weltrekord standhält“, sagte der Tiroler, „als Skispringer braucht man mehr denn je gesunde Knie. Es wieder so weit stabil zu bringen, dass ich wieder springen kann, ist das erste Etappenziel.“

Gregor Schlierenzauer

GEPA/Andreas Pranter

Mit Krücken und Schiene ist Schlierenzauer bereits wieder mobil

Seine aktuelle Verletzung hat auch beim erfolgsverwöhnten Schlierenzauer („Wenn man so eine Bilderbuchkarriere haben darf, dann zählt am Morgen nach dem Aufstehen nur der Sieg“) die Prioritäten verschoben. „Skispringen ist schon noch mein Leben, aber es gibt wichtigere Dinge, wie etwa gesund zu bleiben. Es kann mit einem Schlag alles vorbei sein“, so der 26-Jährige.

Dass im Skisprung-Weltcup der Slowene Peter Prevc in seine Fußstapfen als Dominator getreten ist, freut Schlierenzauer übrigens. „Respekt vor dem Saisondominator. Es war sehr schön“, sagte der 26-Jährige. Prevc hatte mit seinen 15 Saisonerfolgen Schlierenzauer als erfolgreichsten Skispringer in einer Saison verdrängt. Ein Umstand, der dem Tiroler, der es auf 13 Siege in einem Weltcup-Winter brachte, zusätzlich Motivation gibt: „Rekorde sind ja auch da, um gebrochen zu werden.“

Links: