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Erinnerungen an Real-Desaster 2004

Am 20. März hat der Vorsprung des FC Barcelona noch neun bzw. zehn Punkte auf Atletico und Real Madrid betragen. Knapp vier Wochen später, nach dem längsten Negativlauf seit 13 Jahren, droht den Katalanen nach dem Aus im CL-Viertelfinale auch noch der schon sicher geglaubte Meistertitel zu entgleiten. Nur ein Punkt aus den letzten vier Spielen lassen in Barcelona jedenfalls die Alarmglocken schrillen.

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Spätestens seit Sonntag hat das große Zittern begonnen. „Barca in Panik“, schrieb die in Madrid ansässige „Marca“. „Barca gleicht dem Zusammenbruch von Real unter Queiroz“, stellte das Sportblatt „As“ fest. Unter Carlos Queiroz hatten die „Königlichen“ 2003/2004 die letzten fünf Saisonspiele verloren und damit die Meisterschaft verspielt. Valencia, das am Sonntag im Camp Nou mit 2:1 für Barcelonas dritte Ligapleite in Serie sorgte, holte damals den Titel.

Barcelona in der Krise

Der FC Barcelona macht das Titelrennen in Spanien noch einmal spannend. Die Katalanen mussten sich Valencia mit 1:2 geschlagen geben und fuhren damit die dritte Ligapleite in Serie ein.

Enrique sieht „unglaubliche Herausforderung“

Trainer Luis Enrique sprach mit Blick auf den Dreikampf, in dem Barcelonas 24. Titel auf dem Spiel steht, von einer „unglaublichen Herausforderung“, wollte aber keinen Vergleich mit dem Real-Desaster vor zwölf Jahren ziehen. Enrique betonte demonstrativ, dass sich der Triplesieger des vergangenen Jahres der Aufgabe stelle. „Wenn es eine Mannschaft gibt, die sich selbst wieder aufrichten kann, dann dieses Barca“, so der 45-Jährige trotzig.

Trainer Luis Enrique (Barcelona)

AP/Manu Fernandez

Im Saisonfinish sind auch Enriques Fähigkeiten als Mentalcoach gefragt

Die Formkurve zeigt bei Barcelona dennoch nach unten. Atletico und Erzrivale Real haben längst Morgenluft gewittert und nutzten die Umfaller des Tabellenführers mit Siegesserien von drei bzw. sieben Spielen. „Unser Polster ist zwar weg, aber wir sind uns der Aufgabe bewusst. Wir werden uns ihr stellen, wie es ein Barca-Spieler immer macht: mit erhobenem Kopf“, betonte Enrique, dessen Team nun punktegleich mit Atletico und einen Zähler vor Real führt.

Restprogramm spricht für Barcelona

Die Ausgangslage ist für Barcelona trotz allem nicht die schlechteste. Mit fünf Siegen in den abschließenden fünf Runden würde sich Barcelona erneut zum Meister krönen. In den direkten Duellen mit Atletico (2:1, 2:1) und Real (4:0, 1:2) liegt Barcelona voran, was im Fall von Punktegleichstand entscheidend ist. „Es gibt jetzt keinen Platz für Fehler mehr“, sagte aber Gerard Pique.

Auch das Restprogramm spielt Barcelona in die Karten. In den letzten Runden geht es gegen Clubs der unteren Tabellenhälfte. Schon am Mittwoch wartet auswärts La Coruna (13.), weitere Gegner sind Gijon (18.), Betis Sevilla (14.) und Espanyol (15.), ehe die Saison für Barcelona auswärts bei Granada (17.) zu Ende geht. Darüber hinaus hat Barcelona noch die Chance auf das nationale Double: Am 22. Mai geht es im Finale der Copa del Rey gegen den FC Sevilla.

Bitteres Torjubiläum für Messi

Aktuell ist der FC Barcelona aber selbst sein größter Gegner, denn auch der neuerliche Umfaller gegen Valencia war vermeidbar. Ivan Rakitic erzielte zunächst ein Eigentor (26.), danach ließen die Katalanen Chance und Chance ungenutzt. Valencia, im Februar im Camp Nou im Cup noch mit 0:7 unterlegen, hatte mit Torhüter Diego Alves auch einen starken Rückhalt. Santi Mina traf für die Gäste unmittelbar vor der Pause erneut, ehe Lionel Messi (63.) verkürzte.

Der Weltfußballer traf dabei erstmals nach fünf Spielen ohne Tor bzw. zum 500. Mal in seiner Profikarriere. Es sollte dennoch am Ende kein erfreuliches Jubiläum für den Argentinier werden. Alves vereitelte weitere Möglichkeiten, im Finish traf Pique schließlich aus wenigen Metern das Tor nicht. Der spanische Teamverteidiger blieb wie sein Coach allerdings zuversichtlich: „Wenn wir so spielen wie heute, werden wir Meister. Davon bin ich überzeugt.“

Spanische Primera Division

33. Runde

Freitag, 15. April:
Levante Espanyol Barcelona 2:1
Samstag, 16. April:
Getafe Real Madrid 1:5
Las Palmas Gijon 1:1
Eibar Real Sociedad 2:1
Celta Vigo Betis Sevilla 1:1
Sonntag, 17. April:
Malaga Bilbao 0:1
FC Sevilla La Coruna 1:1
Atletico Madrid Granada 3:0
Rayo Vallecano Villarreal 2:1
FC Barcelona Valencia 1:2

34. Runde

Dienstag, 19. April:
Espanyol Barcelona Celta Vigo 1:1
Betis Sevilla Las Palmas 1:0
Mittwoch, 20. April:
La Coruna FC Barcelona 0:8
Bilbao Atletico Madrid 0:1
Gijon FC Sevilla 2:1
Valencia Eibar 4:0
Malaga Rayo Vallecano 1:1
Real Madrid Villarreal 3:0
Donnerstag, 21. April:
Real Sociedad Getafe 1:2
Granada Levante 5:1

Abschlusstabelle 2015/16

1. FC Barcelona 38 29 4 5 112:29 91
2. Real Madrid 38 28 6 4 110:34 90
3. Atletico Madrid 38 28 4 6 63:18 88
4. FC Villarreal 38 18 10 10 44:35 64
5. Athletic Bilbao 38 18 8 12 58:45 62
6. Celta Vigo 38 17 9 12 51:59 60
7. FC Sevilla 38 14 10 14 51:50 52
8. FC Malaga 38 12 12 14 38:35 48
9. Real Sociedad 38 13 9 16 45:48 48
10. Betis Sevilla 38 11 12 15 34:52 45
11. UD Las Palmas 38 12 8 18 45:53 44
12. FC Valencia 38 11 11 16 46:48 44
13. Espanyol Barcelona 38 12 7 19 40:74 43
14. SD Eibar 38 11 10 17 49:61 43
15. Deportivo La Coruna 38 8 18 12 45:61 42
16. FC Granada 38 10 9 19 46:69 39
17. Sporting Gijon 38 10 9 19 40:62 39
18. Rayo Vallecano 38 9 11 18 52:73 38
19. FC Getafe 38 9 9 20 37:67 36
20. UD Levante 38 8 8 22 37:70 32
Champions League: FC Barcelona, Real Madrid, Atletico Madrid, FC Sevilla (EL-Sieger)
CL-Qualifikation: Villarreal
Europa League: Bilbao, Celta Vigo
Absteiger: Rayo Vallecano, Getafe, Levante
Aufsteiger: Alaves, Leganes, Osasuna

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