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Rochade im österreichischen Betreuerstab

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat wie angekündigt auf die Probleme der vergangenen Saison reagiert. So gibt es vor allem im Bereich der Abfahrts-Herren personelle Änderungen und mit den Ex-Abfahrern Werner Franz und Willibald Zechner neue Trainer bzw. Gruppen. Bei den Damen wird Johannes Zöchling Slalom-Chef, Stefan Bürgler trainiert künftig verstärkt mit Eva-Maria Brem.

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Die vergangene Weltcup-Saison war aus ÖSV-Sicht von zahlreichen Rücktritten im Damen-Team und vielen Verletzungen vor allem bei den sieglosen Abfahrts-Herren geprägt gewesen. Nicht nur wegen des fehlenden Großereignisses hatte Verbandspräsident Peter Schröcksnadel den vergangenen Winter deshalb schon vor Beginn als „Zwischensaison“ apostrophiert.

Am Ende hatte Österreich zwar erneut den Nationencup gewonnen, für Herren-Siege sorgte aber ausschließ der neuerliche Gesamtsieger und Technikspezialist Marcel Hirscher, der sogar für den einzigen Speed-Erfolg (Super-G in Beaver Creek) gesorgt hatte. Bei den Damen gelangen lediglich vier Saisonsiege, der einzige Kugelgewinn gelang Eva-Maria Brem im Riesentorlauf.

Franz als Kotrainer von Winkler

Reagiert wurde nun wie angekündigt in allen Bereichen, vor allem bei den Speed-Herren. Dort stellt man Cheftrainer Florian Winker ab sofort den Kärntner Ex-Abfahrer Franz als neuen Kotrainer zur Seite. Der 44-jährige Weißbriacher, Onkel des aktuellen Weltcup-Läufers Max Franz und in seiner von vielen Verletzungen geprägten Karriere Sieger von zwei Weltcup-Speed-Rennen, hatte zuletzt im Kärntner Landesverband gute Arbeit geleistet.

Florian Winkler (OESV/ men) and Max Franz (AUT)

GEPA/Andreas Pranter

Abfahrts-Cheftrainer Florian Winkler (l.) mit Max Franz, dessen Onkel Werner Franz als Kotrainer für neuen Schwung im Herren-Abfahrtsteam sorgen soll

Dazu wird eine zweite Abfahrtsgruppe für rekonvaleszente bzw. Nachwuchsfahrer installiert, die vom 49-jährigen Zechner geleitet wird. Zechner war früher selbst Abfahrer und zuletzt Coach in seiner steirischen Heimat. Er soll sich in dieser „Auffanggruppe“ vor allem um die jungen und von Verletzungen zurückgekehrten Athleten kümmern.

Zöchling neuer Damen-Slalom-Chef

Bei den alpinen Damen wurde die Technikgruppe geteilt. Johannes Zöchling wird neuer Slalom-Chef, Thomas Trinker Gruppentrainer Riesentorlauf/Kombination mit Schwerpunkt RTL. Stefan Schwab ersetzt Trinker als Europacup-Chef. Der Speed-Bereich mit Chef Roland Assinger bleibt unverändert.

„Die Technikgruppe ist zuletzt einfach zu groß geworden“, erklärte Damen-Chef Jürgen Kriechbaum gegenüber der APA die Änderungen.

Konkurrenz soll Abfahrer beflügeln

Nachdem kürzlich mit Christian Greber ebenfalls ein früherer ÖSV-Rennfahrer die neu geschaffene Funktion des sportlichen Leiters für Nachwuchs alpin übernommen hat, wurden im Skiverband damit die Weichen auch auf Weltcup- und Europacup-Ebene gestellt. Vor allem bei den Herren-Abfahrern soll durch die Neuerungen auch wieder mehr Druck von den Europacup-Läufern sowie eine neue Gruppendynamik entstehen.

Diese hat laut Verbandspräsident Peter Schröcksnadel vergangenen Winter zwangsläufig gefehlt. „Wenn du neun Verletzte hast, hat jeder ein Leiberl. Hast du aber 14 Leute und nur acht Startplätze, brauchst eigentlich keinen Trainer mehr“, sagte der Tiroler.

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