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„Hatten die korrekte Mentalität“

Der siebente Meistertitel in der Salzburger Red-Bull-Ära ist seit Sonntag in trockenen Tüchern. Auch wenn neun Punkte Rückstand und das um 16 Treffer schlechtere Torverhältnis von Rapid in den letzten drei Runden theoretisch noch aufgeholt werden können: Die erfolgreiche Titelverteidigung, die dritte Meisterschaft in Serie, ist den „Bullen“ praktisch nicht mehr zu nehmen. Das 2:0 bei der Austria war das beste Beispiel dafür, warum Salzburg von den Wiener Großclubs auch heuer nicht vom Thron gestürzt wurde.

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Die seit Monaten unter massiven Leistungsschwankungen leidenden Violetten spielten nicht schlecht, in den ersten 30 Minuten sogar gut. Der Meister jedoch war abgebrühter, effektiver und letztlich auch besser. „Wir hatten die korrekte Mentalität, die korrekte Einstellung zu diesem komplizierten Spiel“, sagte der zu 99,9 Prozent als Meistertrainer feststehende Oscar Garcia nach dem Match in der Generali-Arena. Salzburg-Sportdirektor Christoph Freund meinte hocherfreut: „Jetzt lassen wir uns das nicht mehr nehmen. Perfekt, dass wir den Sack zu Hause zumachen können.“

„Erst auf der Hälfte des Weges“

Am Samstag (18.30 Uhr) in der Red-Bull-Arena gegen Sturm Graz reicht ein Punkt, um endgültig alle rein rechnerischen Möglichkeiten ad acta legen zu können. Der Spanier Garcia hätte Salzburg dann endgültig zum dritten Meistertitel in Serie geführt, nachdem er im Winter die Nachfolge des geschassten Peter Zeidler antrat. „Es war ein Frühjahr mit vielen schwierigen Spielen gegen viele gute Mannschaften“, antwortete er auf die Frage nach seiner Einschätzung der Konkurrenz in der österreichischen Bundesliga.

Trainer Thorsten Fink (Austria) und Trainer Oscar Garcia (Salzburg)

APA/Hans Punz

Das spanisch-deutsche Trainerduell zwischen Oscar Garcia (rechts im Vordergrund) und Thorsten Fink ging an den Salzburg-Coach

Was Garcia allerdings wirklich „stolz und froh“ macht, ist die bemerkenswerte Tatsache, dass der Titel trotz zahlreicher prominenter Abgänge und ohne spektakuläre Neuverpflichtungen erfolgreich verteidigt wird - und das doch souverän. „Sechs Stammspieler sind gegangen, im Winter sind keine Neuen gekommen“, betonte der 43-jährige Katalane mit FC-Barcelona-Vita. „Wir haben eine junge Mannschaft, die erst auf der Hälfte des Weges ist“, so Garcia über den Stand seiner Arbeit mit den „Bullen“, was seine Vorstellungen der Spielweise angeht. „Als Trainer muss man sich natürlich auch immer erst den Spielern anpassen, die man hat“, ergänzte er.

Fink sieht Positives - Baustellen unverändert

Trotz aller Freude vermied es Garcia tunlichst, sich vorzeitig zum Meistertitel gratulieren zu lassen. „Der Job ist noch nicht erledigt“, stellte er trocken fest. „Im Fußball kann alles Mögliche passieren.“ Das war auch der Grund dafür, warum ihm Austria-Coach Thorsten Fink noch nicht gratulierte. „So etwas macht man nicht“, sagte der deutsche Trainer der „Veilchen“. Sonst hatte Fink ohnehin andere Sorgen als das Timing der Salzburger Meisterfeierlichkeiten.

„Wir waren die bessere Mannschaft“, wollte Fink festgehalten wissen. „Es hat noch keine Mannschaft in dieser Saison gegeben, die Salzburg so bespielt hat“, fügte er hinzu. Abgesehen vom Ergebnis sprachen alle Statistiken für die Austria: Torschüsse 13:6, Ballbesitz 67:33 Prozent, gewonnene Zweikämpfe 54:46 Prozent, angekommene Pässe 78 Prozent und Eckbälle 10:7. „Das war gut“, betonte Fink. Trotzdem hatte man nach der Salzburger Führung durch Valentino Lazaro (36.) nie das Gefühl, dass die Austria das Match wirklich noch drehen würde.

Einen Stangenschuss von Kevin Friesenbichler vor der Pause verbuchten die Gastgeber. Andererseits wurde ein Salzburger Tor durch Yordy Reyna (40.) zu Unrecht wegen Abseits aberkannt. Alles in allem offenbarte sich bei der Austria erneut das Problem der Saison: In der Spitze verfügt man mit Larry Kayode und Kevin Friesenbichler über zu wenig „Knipserqualität“, im Mittelfeld entwickeln Raphael Holzhauser, Alexander Grünwald und Co. nicht genug Kreativität, Aggressivität und Druck auf das gegnerische Tor. Die Innenverteidigung ist fehleranfällig und agiert oft schwerfällig.

Meister plant Sommeroffensive

Salzburg hat da klar die Nase vorne. Sportdirektor Freund kündigte für den Offensivbereich trotzdem die wesentlichen Änderungen an. „Unsere Prioritäten liegen in der Offensive“, meinte er zu möglichen Verstärkungen im Sommer. „Hinten stehen wir stabil. Vorne wollen wir noch mehr torgefährliche Spieler“, versprach Freund seinem Torjäger Jonatan Soriano Unterstützung und gleichzeitig Konkurrenz. Dass man sich mit Rapidler Stefan Stangl einig sei, dementierte er. „Das stimmt nicht. Es wundert mich, dass das jetzt so medial verbreitet wird“, sagte Freund im ORF-Interview. „Wir sind mit mehreren Spielern im Gespräch.“ Stangl sei einer von ihnen.

Harald Hofstetter, ORF.at

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