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Großaufgebot an Sicherheitskräften

Das von Terror gezeichnete Frankreich setzt bei der Heim-EM ganz auf Sicherheit. Die Anschläge vom 13. November des Vorjahres, die auch das Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland im EM-Finalstadion als Ziel hatten, werfen einen Schatten bis in diesen Sommer.

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Im ganzen Land soll ein fröhliches und friedliches Fußballfest über die Bühne gehen, doch die EM steht vor allem im Zeichen von Sicherheit gegen den Terror. Die Aufgabe für Organisatoren, Polizei, Gendarmerie und Militär ist dabei immens: Die zehn Spielorte sind mit Saint-Denis, Paris, Lens, Lille, Bordeaux, Toulouse, Marseille, Nizza, Lyon und Saint-Etienne über das ganze Land verteilt.

Dazwischen pendeln die 24 Nationalmannschaften und rund 2,5 Millionen Zuschauer zu den insgesamt 51 Spielen bis zum Finale am 10. Juli. Dazu kommt eine Vielzahl von Fußballbegeisterten in den Fanzonen, beim Public Viewing und an den Strandbars der Urlaubsnation.

Militär und Polizei zeigen Präsenz

Öffentliche Plätze und wichtige Orte sind in Frankreich seit den Anschlägen ohnehin unter steter Beobachtung. Das alltägliche Straßenbild in den Großstädten dürfte manchen Fan verblüffen. Wo sonst an Plätzen oder Kreuzungen vielleicht einmal die Uniform eines Verkehrspolizisten zu sehen war, patrouillieren jetzt regelmäßig schwer bewaffnete Militärs und Polizisten.

Übung der französischen Polizei

Reuters/Robert Pratta

Die Polizei übt im ganzen Land für den Ernstfall

Laut Innenministerium drehen sich zahlreiche Übungen im Vorfeld der EM um schnelle Reaktionen von Polizei, Feuerwehr und Sondereinheiten. Dabei spielen die Sicherheitskräfte unterschiedliche Szenarien durch. In Nimes etwa war es eine „schmutzige Bombe“ in einer Fanzone, mit der Bahngesellschaft wurde ein Zwischenfall mit Fangruppen im Zug geübt.

Ausnahmezustand verlängert

Die Regierung in Paris hat für die EM und die anschließende Tour de France den seit den Terroranschlägen geltenden Ausnahmezustand zuletzt um zwei Monate verlängert und damit Sonderrechte für die Sicherheitsorgane gesichert. Frankreichs Präsident Francois Hollande versprach für die EM „maximale Sicherheit“. Für ihn ist die Veranstaltung „auch eine Form der Antwort auf den Hass, auf die Spaltung, auf die Angst, auf den Schrecken“. Innenminister Bernard Cazeneuve erklärte, Frankreich werde ein Maximum an Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, „auch wenn jeder weiß, dass es null Risiko nicht gibt“.

Abseits der Stadien ist das Innenministerium zuständig, an den Spielstätten bleibt die UEFA als Veranstalterin am Zug. „Wir nehmen das Thema sehr ernst“, versicherte EM-Chef Jaques Lambert mit Blick auf das Sicherheitskonzept, an dem seit drei Jahren gearbeitet worden sei. Neben den 72.000 Polizisten und Gendarmen, die zum Einsatz kommen, haben die EM-Veranstalter 13.000 private Sicherheitsleute angeheuert.

Probleme beim Cupfinale

Zuletzt gab es allerdings einige Probleme. Beim französischen Cupfinale im Stade de France zwischen Paris St. Germain und Olympique Marseille hatten die verschärften Vorkehrungen in einigen Punkten nicht funktioniert, wie das Innenministerium einräumte. Es sei Fans gelungen, trotz der Kontrollen verbotene Gegenstände wie Rauchbomben ins Stadion zu bringen, sagte Philippe Galli, Präfekt des Departements Seine-Saint-Denis. „Das zeigt zunächst, dass die Durchsuchungen nicht so gelaufen sind, wie sie sollten.“ Vermutlich seien die Sicherheitsleute vom Andrang der Fans überfordert worden.

Im Stade de France im Pariser Vorort Saint-Denis sollen unter anderem das Eröffnungsspiel am 10. Juni und das Finale ausgetragen werden. Die österreichische Nationalmannschaft trägt dort am 22. Juni ihr abschließendes Gruppenspiel gegen Island aus. Galli äußerte sich optimistisch, die Probleme bis zum Start der EM zu lösen. Innenminister Cazeneuve betonte, die Partie sie kein echter EM-Test gewesen. „Nicht die gleichen Zuschauer, nicht der gleiche Organisator, nicht die gleichen Sicherheitsmaßnahmen“, sagte er.

Große Party vor dem Eifelturm

Ein klares Zeichen für eine EM auch jenseits der Stadien setzt die Hauptstadt Paris. Dort wird die Fanzone direkt am Eiffelturm eingerichtet. Den Platz für über 90.000 Personen bezeichnete der konservative Angeordnete Philippe Goujon als „Versuchung für Terroristen jeglicher Couleur“, auch Ex-Präsident und Oppositionspolitiker Nicolas Sarkozy bezeichnete die Fanzonen als Risiko.

Premierminister Manuel Valls betonte hingegen, sie sollten aufrechterhalten werden, wenn es keine besondere Bedrohung gebe. „Die Euro muss stattfinden“, sagte er. „Wir müssen leben“, sonst sei es „ein Sieg der Terroristen“. Auch die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo will für viele Menschen „eine Party von riesigem Ausmaß - aber gleichzeitig gesichert“. Und Innenminister Cazeneuve sagte: „Die Euro 2016 muss ein Fest für alle sein.“

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